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„La Mère Germaine“, seit über 70 Jahren ein internationaler Treffpunkt [zurück]

Frankreich, Restaurant La Mère Germaine, Villefranche-sur-Mer, Riviera Côte d'Azur, in der Oktober-Morgensonne Wenn man in dem beschaulichen Villefranche-sur-Mer an der südfranzösischen Côte d’Azur, zwischen Nizza und Monte Carlo, abends aufs Meer hinaus zum Cap Ferrat blickt, und einen der Hunger überkommt, beginnt man sich ein nettes Lokal zu suchen. Fällt dabei die Wahl auf das Restaurant „La Mère Germaine“, so hat man nicht nur gut gewählt, sondern darüber hinaus auch ein Restaurant mit interessanter Geschichte gewählt.

„La Mère Germaine“, „die Mutter Germaine“, ist hier wörtlich zu nehmen. 1925 kam Germaine aus dem hohen französischen Nordwesten, aus der Bretagne, hierher und begann zu kochen. Sie kochte in privaten Haushalten und Hotels, so auch im nur wenige Schritte entfernten Hotel Welcome. Früher schon hatte sie für amerikanischen Soldaten in Frankreich gekocht, hatte Englisch gelernt. Hier in Villefranche-sur-Mer traf sie Heimweh-Kranke Seeleute, die nur Englisch sprachen. Sie kochte für sie, half ihnen beim Übersetzen von Briefen und schon bald hieß sie „Mom Germaine“. Frankreich, Restaurant La Mère Germaine, Villefranche-sur-Mer, Riviera Côte d'Azur, Rémy Blouin, der Besitzer, erzählte aus der Geschichte des Lokals, Treffpunkt von Größen aus Film, Show-Business und Politik

Charlie Chaplin, Coco Chanel, Liza Minelli, Roger Moore waren hier

Mit ihrem Mann, den sie hier kennenlernte, konnte sie sich dann ihren Lebenstraum erfüllen: ein eigenes Restaurant, das sie am Quai Courbet eröffneten. Das war 1938. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde „La Mère Germaine“ ein beliebter Treffpunkt berühmter Persönlichkeiten. Brigit Bardot trug sich am 29. Juli 1955 ins Gästebuch ein, Jean Cocteau war während seiner Arbeiten in der Fischerkapelle von 1956 bis 1957 Stammgast bei Germaine, Raymond Moretti (Maler), Louis Nucera (Dichter), Charlie Chaplin und Oona Chaplin, Pablo Picasso, Coco Chanel, Jean Marais, David Niven, der russische Präsident Boris Yeltsin, Mel Gibson, Liza Minelli, Roger Moore und viele andere kehrten bei Germaine zum Essen ein. Sie hinterließen Einträge im Gästebuch, teilweise mit Zeichnungen, schenkten ihr eine Zeichnung oder ein Gemälde.

Als Germaine 1959 starb, verblieb das Restaurant in Familienbesitz. Besucht man heute das Restaurant, freut sich Besitzer Rémy Blouin, wenn man ihn auf die große Vergangenheit des Lokals anspricht und zeigt mitunter alte Bilder. Dass man hier natürlich auch ausgezeichnet essen kann, möchte ich nicht verabsäumen zu schreiben, wenngleich ich denke, dass nun jeder neugierig geworden ist, selbst einmal „La Mère Germaine“ aufzusuchen.

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