Slowenien, die Krain, Bleder See und Wallfahrtsort Brezje

Slowenien, Bleder See mit Burg Bled, im Vordergrund eine Pletna, mit der man zur Marieninsel im See gebracht wird, Aufnahme aus dem Jahr 2005

Am Bleder See, Bleder See mit Burg Bled, im Vordergrund eine Pletna.

Slowenien, am Bleder See, Blick zur Marieninsel mit Kirche, dahinter die Burg von Bled.

Am Bleder See, Blick zur Marieninsel mit Kirche, dahinter die Burg von Bled.

Das Land Krain war Jahrhunderte lang mit der Geschichte Österreichs verbunden gewesen, bevor es nach dem Ersten Weltkrieg zum damals gegründeten Jugoslawien kam. Die Krain reichte im Norden von den Karawanken bis nach Istrien im Süden. Kommt man heute von Österreich durch den Karawankentunnel erreicht man nach 20 Kilometer Autobahnfahrt die Ausfahrt Bled.

Bled, ein Kurort mit Thermalquellen, befindet sich in reizvoller Lage am westlichen Rand des Sava-Tals, am Eingang zu den Julischen Alpen, dessen höchster Berg der Triglav mit 2 048 m ü. A. ist. Der Ort mit rund 8 000 Einwohnern, liegt am gleichnamigen See. An seinem nördlich Ufer erhebt sich auf einem steil aufragenden Felsen die Burg Bled. Im See liegt idyllisch eine Insel.

Seit Jahrhunderten werden die Besucher mit Pletnas, den traditionellen, im Stehen gesteuerten Ruderboten zur Marieninsel gefahren. Dort muss man zuerst einmal die 99 Steinstufen zur Kirche Mariä Himmelfahrt hinaufsteigen. In der Kirche kann man dann die Glocken läuten und sich dabei etwas wünschen. Denn der Legende nach sollen sich nach dem Läuten dieser Marienkirchenglocken die Wünsche erfüllen.

Wer zur Burg hinauf möchte, erreicht sie auf einer Straße an der Rückseite des Felsens. Sie ist zwar nicht ausgeschildert, aber man findet den Parkplatz trotzdem. Dort werden erst einmal drei Euro Parkgebühr für drei Stunden kassiert (Stand Oktober 2019). Dann führt ein kurzer Weg zum Eingang der Burg, wo man nochmals elf Euro Pro Person Eintritt bezahlen muss (Stand Oktober 2019). Das wirklich Sehenswerte innerhalb der Burganlage ist der prachtvolle Blick über den See, den Ort und hinein in die Julischen Alpen, schönes, klares Wetter vorausgesetzt. Übrigens kann man auch zu Fuß vom Seeufer zur Festung gehen. Es führt ein gut befestigter und gesichertert, aber steiler treppenartiger Weg nach oben.

Wer Zeit hat, kann um den ganzen See herumgehen. Fahren ist nicht mehr möglich, aber man kann am Nordufer zu einem Parkplatz gelangen und das Südufer entlang fahren (Parken entlang der Straße ist so gut wie unmöglich). Am Südufer steht die Villa Bled, einst Staatsresidenz von Staatspräsident Tito, heute ein vier Sterne Hotel, das noch den Charme des jugoslawischen Kommunismus ausstrahlt.

Eine andere Besichtigungsmöglichkeit ist die Straza, ein 646 Meter hoher Hügel. Für einen angenehmen, leichten Spaziergang ist der Weg bestens geeignet. Neben einem Gehweg gelangt man auch mit einem Sessellift hinauf. Der Weg lohnt sich, da die Straža der schönste Aussichtspunkt von Bled am südöstlichen Seeufer ist, von dem aus man gesamten See von Bled, die Burg, die Hochebene Jelovica und den Berg Stol (Hochstuhl) sehen kann.

Ausflüge in die Umgebung

Slowenien, Freizeitmöglichkeiten am Bohinj See © Tomo Jesenicni www.slovenia.info

Freizeitmöglichkeiten am Bohinj See © Tomo Jesenicni www.slovenia.info

Etwa 30 Kilometer westlich in den Julischen Alpen befindet sich Bohinj, Wochein, am gleichnamigen See, der inmitten des Triglav-Nationalparks liegt.

Quert man das Sava-Tal nach Osten kommt man nach Begunje. Dieser Ort wurde durch die beiden Musikanten Slavko und Vilko Avsenik bekannt. Sie hatten die "Original Oberkrainer" gegründet. Heute führen ihre Kinder ein Restaurant, das zahlreiche Musikveranstaltungen anbieten (siehe www.avsenik.com

Auf der Weiterfahrt nach Laibach nur mehr rund 55 Kilometer entfernt ist, sollten Sie noch einen Abstecher in den kleinen Ort Brezje unternehmnen. Dieser Ort, zwölf Kilometer von Bled entfernt, ist "der" Marienwallfahrtsort Sloweniens, die Kirche wird vor Ort als "Nationalheiligtum" bezeichnet. Hier war auch Papst Johannes Paul II. anlässlich seines Besuches in den 1990er-Jahren, um vor dem Muttergottes-Bild zu beten. Dieses prachtvolle, in einem über und über goldenen Rahmen gehängte Bild befindet sich in einer Seitenkapelle der Kirche. Man kann um den Altar herumgehen, wo an den Wänden zahlreiche Bilder und Andenken von Gläubigen in einem kleinen Umgang hängen.