Der Kurort Rogaška Slatina in Slowenien

Slowenien, imperiales Rogaska Slatina

Imperiales RogaškaSlatina

Schon die Römer wussten von der Heilwirkung der Quellen in Slowenien. Der richtige Aufschwung der heute 18 Heilbäder im Land begann aber erst im 19. Jahrhundert, als Slowenien Teil der österreichischen k. & k. Monarchie war.

Rogaška Slatina [sprich: rogaschka slatina], das ehemalige Rohitsch-Sauerbrunn, erhielt 1840 unter dem damaligen Landeshauptmann der Steiermark, Graf Attems, das erste Kurhaus. Der Ort wurde zum Treffpunkt internationaler Häupter wie von Mitgliedern des österreichischen Kaiserhauses oder der Rothschilds aus Paris.

Über den Ort, der mit 228 m ü. A. am Südhang des Boč "Gebirges" liegt - 980 m ist er hoch, der Boč, wurde erstmals 1680 näher beschrieben. Der Wiener Hofarzt Dr. P. Sorbait, Professor der Wiener medizinischen Fakultät, verfasste das Buch "Praxis medicae", in welchem er die Quellen von Rogaška Slatina "Acidulae Roitschenes" nennt. Wobei der Name "Rohitsch" eine der zahlreichen Bezeichnungen eines kleinen Nachbarorts, nämlich Rogatec, war.

Aber schon wesentlich früher, 1572, veröffentlichte der damals berühmte Alchimist Leonhardt Thurneyßer in Frankfurt an der Oder (Deutschland) die erste Analyse des Mineralwassers von Rogaška Slatina. Als "Entdecker" der Heilquellen schließlich gilt der Banus von Kroatien (der höchste Repräsentant des Staates seit dem 14. Jahrhundert), Graf Peter Zrinjski. Er hielt sich im Jahr 1665 mit seinem Geleit in der Umgebung der Quellen zur Jagd auf. Als er erkrankte empfahlen ihm die Einheimischen bei ihnen zu bleiben und das Wasser zu trinken. Und tatsächlich, er genas. Er erzählte von seiner wunderlichen Trinkkur in den höchsten Kreisen. Und als dann noch der oben erwähnte Prof. Sorbait über das Wasser schrieb, begann der "Siegeszug" von Rogaška Slatina.

Mit der Erschließung neuer Quellen in großen Tiefen in den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die bis dahin treu gedienten oberflächlichen Quellen stillgelegt: die Ferdinandsquelle (benannt nach Graf Ferdinand Attems), die Gotthardsquelle (benannt nach dem Admonter Prälaten Gotthard Kugelmayr, ein Freund des Grafen Attems und am Ausbau des Kurorts mitwirkend), die Johannsquelle (benannt nach Erzherzog Johann von Österreich), die Waldquelle, die Josefsquelle, die Moritz- und die Parkquelle. Slowenien, imperiales Rogaska Slatina

Das Wasser der heute bekanntesten Quelle, das Donat-Wasser, ist ein Magnesium-Natrium-Hydrokarbonat-Sulfat- Sauerwasser. Bemerkenswert der weltweit einzigartig hohe Magnesiumgehalt in diesem Wasser und das Fehlen von Salzen, was das Wasser so trinkbar macht. Hier können Sie einen PDF-Folder (200 kb) mit weiteren Informationen herunterladen. Weitere Quellen heute sind das Styria-Wasser und schließlich die Tempel-Quelle, ein "normales" Tafel-Mineralwasser.

Es gibt etwa 15 Hotels der verschiedenen Kategorien - im Hotel Sava war ich in den 1990er- und 200er-Jahre einige Male mit Gruppen.

In der Umgebung

Zwölf Kilometer nordwestlich befindet sich der kleine Ort Sladka Gora inmitten von Weinbergen. Hier ragen die zwei Türme der gotischen Wallfahrtskirche der Muttergottes in den Himmel. Die prachtvoll ausgestattete Kirche zählt zu einem der bedeutendsten Kulturdenkmäler Sloweniens.

16 Kilometer leicht südwestlich kann man das ehemalige Kloster, heute Schloss Olimje mit einer sehenswerten Kirche besuchen. Die 1663 von den Pauliner Mönchen eingerichtete Klosterapotheke ist die älteste Apotheke Sloweniens. Im weitläufigen Gemeindegebiet befindet sich die Terme Olimje mit Thermalquellen zum Baden.

Weitere Ausflüge in den Süden Slowenien habe ich in meiner Slowenien-Rundreise 2005 beschrieben.