Mont Saint Michel – Bonjour France
Bonjour France – über Frankreich

Frankreich zum Lesen – Literaturtipps für unterwegs und zuhause

Eine Übersicht über alle meine Buchtipps – zu Italien, Spanien, Slowenien, kulinarischen Themen, Reiserecht, Motorveteranen und allgemeinen Empfehlungen – finden Sie hier.

Auf dieser Seite finden Sie folgende Buchbeschreibungen:
Legendäre Urlaubsorte in Frankreich, DuMont/Kunth, 2023
Leuchttürme, Delius Klasing / Edition Maritim, 2019
Bretagne, Michael Müller Verlag, 10. Auflage 2016
Bistro, mon Amour – Klassiker aus der französischen Küche
Korsika, Michael Müller Verlag
Paris, Michael Müller Verlag
Bretagne, Michael Müller Verlag, 9. Auflage 2013 Nur in Paris – Ein Reiseführer zu einzigartigen Orten
Midi-Pyrénées, Michael Müller Verlag
Bastille, Boulevards, Bourbonen – Der Paris-Führer für Juristen
Languedoc-Roussillon, DuMont Reise-Handbuch
Normandie, Michael Müller Verlag
Hausbooturlaub Frankreich, Edition Maritim / Delius Klasing
Binnengewässer Frankreichs – alle schiffbaren Flüsse und Kanäle, Delius Klasing
Frankreich – mit Special Guide „Kulinarische Kleinode“, Baedeker Allianz
Provence, DuMont Kunst-Reiseführer
Marseille, DuMont direkt
Käse aus Frankreich – eine „Tour de Fromage“ für Genießer
Zu Gast bei Monet – Der große Impressionist als Gourmet
Verführung à la chocolat
Das Paris-Kochbuch
Elsass–Lothringen, Polyglott on tour
Tal der Loire und Normandie, DuMont Reisetaschenbuch

Legendäre Urlaubsorte in Frankreich

Buchtipp DuMont-Kunth: Legendäre Urlaubsorte in Frankreich

Erschienen 2023 im Kunth Verlag / DuMont Reiseverlag als Bildband, ISBN 978‑3‑9696‑5098‑1.

Über 300 Seiten Geschichte, Geschichten und Sehenswertes

„Der Mont‑Saint‑Michel ist für Frankreich das, was die Pyramiden für Ägypten sind.“ Dieser Ausspruch stammt von Victor Hugo (1802–1885), einem französischen Schriftsteller und Politiker. Auch weitere Zitate berühmter Persönlichkeiten werden im Zusammenhang mit den beschriebenen legendären Urlaubsorten erwähnt. Baedeker wird ebenfalls zitiert, etwa zu Dieppe: „Am Strand sind an die 200 Zelte aufgespannt, in welchen die Badenden ihre Badekleidung anlegen, Frauen weite Gewänder, Männer kurze Beinkleider und dann zum Bad in’s Meer sich begeben. Je nach Bedürfnis von Badewärtern begleitet.“ (Baedeker’s Paris und Nordfrankreich, 1867)

Was ist noch zu lesen aus jener Ära des beginnenden Tourismus? Welche Retro‑Ferienmomente kann man dort heute noch erleben? Ob Wasserflugzeug‑, Korken‑ oder Louis‑de‑Funès‑Museum, ein Jasminblütenfest, das älteste Kino der Welt, ein legendäres Café, in dem schon Churchill, Picasso und Cézanne saßen, der Geburtsort des Pétanque, Kunstmuseen, historische Gaststätten oder berühmte Hotels – dieses Buch bietet auf mehr als 300 Seiten unglaublich viel Information über Bekanntes und weniger Bekanntes.

Auch Kulinarisches bleibt nicht unerwähnt, etwa normannische gesalzene Butter, Lakritze, Tapenade oder „Canelés de Bordeaux“. Zudem gibt es Infoblöcke wie „Das gibt’s heute noch“, „Souvenir, Souvenir“ und „Retro‑Momente“, jeweils mit hilfreichen Internetadressen. Farbig hervorgehoben sind kurze Beiträge über Coco Chanel, Fritz Schlumpf oder einen Ausflug nach Carnac.

Das Buch bietet eine Vielzahl an Bildern – historische wie aktuelle. Sie sind von guter bis sehr guter Qualität und aussagekräftig, einige sogar doppelseitig. 25 „Zwischenstopps“ – zweiseitige Themen wie über Crêpes, das „Versailles der Pferde“, das Dorf von Asterix oder ein Hochgesang auf die Baskenmütze – sowie ein detailliertes Register runden den Inhalt ab. Begleitend gibt es eine Spotify‑Playlist mit Chansons der 1920er‑ bis 1970er‑Jahre.

Beim Lesen und Betrachten der Bilder kamen viele Erinnerungen an eigene Reisen zurück – und die Erkenntnis, wie viel es noch zu entdecken gibt. Wer mehr über den UNESCO‑Welterbe‑Kurort Vichy in der Auvergne, die Normannische Schweiz, die „Gorges du Tarn“ oder einen der legendären Badeorte an den Küsten erfahren möchte – um nur drei der 78 beschriebenen Orte, Inseln und Landschaften zu nennen – dem sei dieses Buch empfohlen.

Leuchttürme

Buchtipp Leuchttürme – Delius Klasing Verlag

Erschienen 2019 im Verlag Delius Klasing in der Edition Maritim, Klappenbroschur, ISBN 978‑3‑89225‑635‑9.

Interessantes und eindrucksvolles Bilderbuch mit guter Hintergrundinformation

Jean Guichard, Jahrgang 1952, veröffentlichte eine im Dezember 1989 entstandene, atemberaubende Aufnahme: Der Leuchtturmwärter des Leuchtturms Kéréon tritt vor die unterste Tür seines Turms, während riesige Wellen über ihn hinwegzubrechen scheinen. Kéréon liegt westlich der bretonischen Küste auf der Insel Ouessant. Dieses Bild machte Guichard weltweit bekannt – es ist das Titelbild des Buches.

Kern des Buches sind eindrucksvolle Aufnahmen von Leuchttürmen und ihrer Umgebung. 14 französische Leuchttürme werden ausführlich vorgestellt, ergänzt durch Kurzporträts aus Deutschland, den USA, Kanada, Island, Finnland, Irland, Schottland und Großbritannien. Neben den Bildern bietet das 280‑seitige Buch interessante Beiträge über die Geschichte der Leuchttürme und ihrer Wärter in Frankreich.

Nach zahlreichen Bildseiten folgt der erste von vier mehrseitigen Beiträgen: die Geschichte des Berufs des Leuchtturmwärters. Obwohl es seit der Antike Leuchtfeuer gab, begann die französische Leuchtturmgeschichte erst nach der Revolution im frühen 19. Jahrhundert. Das „Service des Phares“ organisierte Aufbau, Betreuung und Bemannung der Leuchttürme an der Atlantikküste. Der Beitrag schildert Alltag, Aufgaben, Wohnbedingungen und die Entwicklung des Berufs vom Wärter zum Elektromechaniker.

Ein weiterer Beitrag widmet sich der „großen Zeit der Leuchttürme“: der gefährlichen Wachablösung auf Offshore‑Türmen, alten Wachtagebüchern und der Feuerwache. Zur Unterhaltung der Wärter richtete man im 19. Jahrhundert sogar eine Leuchtturm‑Bibliothek ein. Ein dritter Beitrag fragt, ob der Leuchtturm eine bretonische Erfindung sei, und beschreibt die Entwicklung der Besichtigungsmöglichkeiten, mit denen Wärter ihr geringes Einkommen aufbesserten. Auch Literatur und Film werden gestreift. Die Automatisierung der Leuchtfeuer führte schließlich zum Ende des Berufsstandes – und zur Entdeckung der Türme als Fotomotive.

Guichard besuchte die Leuchttürme mehrfach und fing faszinierende Bilder ein: den roten Backsteinbau auf dem Cap Fréhel im Abendlicht, felsenreiche Umgebungen bei Ebbe, Flut und Sturm, einsame Türme mitten im Meer, aber auch Leuchttürme, die landeinwärts in Feldern stehen, wie auf der Île de Batz. Besonders eindrucksvoll sind Aufnahmen, auf denen die Gischt bis zur Laterne hinaufschäumt – 20, 30 oder mehr Meter. Man spürt die Gewalt des Meeres und die Leistung der Baumeister und Wärter.

Auch die Leuchttürme anderer Länder sind abwechslungsreich dargestellt: ein roter Turm in der Schneelandschaft Islands, finnische Türme im Eismeer, irische Leuchttürme wie Schwalbennester an Felsen. Am Ende des Buches finden sich Übersichtskarten mit den Standorten der nummerierten Leuchttürme.

Ein eindrucksvolles Bilderbuch mit Geschichte und Geschichten – und ein Einblick in einen Beruf, der fast verschwunden ist.

Bretagne

Buchtipp Bretagne Reiseführer Michael Müller 2016

Autor Marcus X. Schmid, 10. Auflage 2016, erschienen im Michael Müller Verlag, ISBN 978-3-95654-194-0

Ein spannendes Lesebuch über eine der schönsten Regionen Europas

Wie der schöne Busen einer Patientin zur Entstehung des Stethoskops in Quimper führte und warum die Wanderung um den See von Huelgoat in einem Felsenchaos endet, sind nur zwei Beispiele, die man in diesem exzellent geschriebenen Reiseführer nachlesen kann. Nein, das Buch ist mehr als nur ein Reiseführer – es ist ein Lesebuch. Ich habe alle rund 600 Seiten mehr oder weniger gelesen, obwohl ich bereits vor drei Jahren die 9. Auflage verschlungen hatte. Dieser Führer über die Bretagne ist etwas Besonderes und zum wiederholten Lesen geeignet.

Neben den üblichen einleitenden Kapiteln wie Geschichte oder Essen und Trinken (mit einem Rezept für Crêpes, einem der bekanntesten kulinarischen Exportartikel der Bretagne) bietet das Kapitel „Wissenswertes von A bis Z“ bretonische Eigenheiten. Auf „Cairn“ (Fürstengrab), „Calvaire“ (Kalvarienberg), „Fest-noz“, „Pardon“ und andere Begriffe stößt man beim Lesen immer wieder.

Die rund 500 Seiten der Ortsbeschreibungen gliedern sich in Nordküste, Finistère, Südküste und Landesinnere. Das Landesinnere bietet abseits der bekannten Küstenregionen viel Sehenswertes, etwa die Festungsstadt Fougères. Interessant ist, dass – wie in vielen Bretagne-Führern – die Klosterinsel Le Mont Saint Michel ausführlich beschrieben wird, obwohl sie vollständig in der Normandie liegt. Wer sich Zeit nimmt, stößt auf viele Besonderheiten: etwa im Abschnitt über die Côte de Granit Rose – Côte des Bruyères, wo ein romantisches Bild der Trieux zum Kanufahren einlädt. Dort befindet sich auch das wohl meistfotografierte Haus Frankreichs – dessen Besitzerin allerdings einen Anwalt beschäftigt, um für publizierte Bilder Honorare einzutreiben.

Praktische Übersichtskarten einzelner Küstenabschnitte oder Innenstädte erleichtern die Orientierung. Die rund 60 Geschichten „Alles im Kasten“ bieten einen lesenswerten Querschnitt aus Geschichte, Menschen und Legenden (Merlin, Artussage, Gral). Natürlich gibt es Informationen zu Restaurants und Hotels, Besichtigungsvorschläge samt Öffnungszeiten und Eintrittspreisen. Schmid hat gegenüber der letzten Auflage (2013) viele Daten aktualisiert – wobei solche Angaben sich naturgemäß ändern können.

Mein persönlicher Reisetipp: Übernachten Sie ein paar Tage im Raum Morlaix, von wo aus Sie die schönsten Nordküstenabschnitte der Bretagne in Tagesausflügen erkunden können. Und unternehmen Sie die „Calvaire-Tour“ der befriedeten Pfarrbezirke (Lampaul-Guimiliau, Guimiliau, Saint-Thégonnec, Sizun und Pleyben). Dieser Führer bietet alles Wissenswerte dazu.

Bistro, mon Amour – Klassiker aus der französischen Küche

Buchtipp Bistro, mon Amour, 2014

Anna & Christoph Heinrich, Fotografien von Rita Newmann, erschienen 2014 im Christian Brandstätter Verlag Wien, ISBN 978-3-85033-646-8

Ein sehr französisch-authentisches Buch mit Zusatzinformationen über Zutaten und Entstehungsgeschichten

Blättert man das Buch durch, fühlt man sich sofort in ein Bistro irgendwo in Frankreich versetzt – tatsächlich handelt es sich um das „Beaulieu“ in Wien. Rita Newmann hat die Atmosphäre dieses Lokals beeindruckend authentisch eingefangen.

Nach einer Einführung über das echte französische Bistro – natürlich mit Bildern aus dem „Beaulieu“ – folgen die Rezepte: Salate, Sandwiches, Vorspeisen, Suppen, Quiches, Buchweizen-Crêpes, Hauptspeisen, Desserts und Käse. Die Gerichte werden stets zuerst mit ihrem französischen Originalnamen genannt, gefolgt von der deutschen Übersetzung. Am Ende des Buches gibt es ein Register in beiden Sprachen.

Zu jedem Rezept gibt es ein großformatiges Bild, eine klare Anleitung für vier Personen und oft Tipps oder Weinempfehlungen. Besonders reizvoll sind die zusätzlichen Doppelseiten, etwa über den „Crottin de Chavignol“, über Weinbergschnecken, über „Steak Tartare“ oder über die Geschichte der Bouillabaisse – der „Mutter aller Suppen“.

Die hervorragenden Speisenfotos, die stimmungsvollen Bistro-Aufnahmen, die übersichtlichen Rezepte und die angenehme Gestaltung machen dieses Buch zu einer gelungenen Sammlung französischer Klassiker: vom „Croque-mademoiselle“ über „Pot-au-feu“ bis „Crêpe Suzette“. Ein wirklich schönes Buch.

24. Juni 2014

Korsika

Buchtipp Korsika, 2013

Marcus X. Schmid, 10. Auflage 2013, erschienen im Michael Müller Verlag, ISBN 978-3-89953-758-1

Zeigt die eindrucksvolle Vielfalt an Sehenswertem und Unbekanntem der Insel

Wer weltweit berühmte Sehenswürdigkeiten sucht, ist auf Korsika falsch. Wer frei herumziehenden Schweineherden begegnen, in wildromantische Buchten hinabsteigen oder mit der einzigen Eisenbahnlinie ein kleines Abenteuer erleben möchte, ist hier richtig. Ich selbst war noch nie auf Korsika und wollte mich mit der vermeintlich „faden“ Insel beschäftigen – und konnte das Buch nicht mehr weglegen.

Die Geschichte der Insel ist abwechslungsreich und voller Episoden: ein deutscher Hochstapler als König, „biologische Kriegsführung“ im 18. Jahrhundert und vieles mehr. Im Kapitel „Wissenswertes von A–Z“ erfährt man Interessantes über Blutrache, Clans, Dolmen, die Fremdenlegion und vieles mehr.

Die sechs Hauptkapitel beschreiben Bastia und den Norden, die Ostküste, Südkorsika, den Westen (die Golfe), den Nordwesten (Balagne) und das Inselinnere. Der Autor liefert eine Fülle an Informationen: reizvolle Orte, Schluchten, Wanderungen, Strände, historische Gebäude, Kastanienbier, Langustenfischerei, Winzer, Rundfahrten, Bergdörfer und natürlich die bekannten Städte wie Bastia, Ajaccio und Bonifacio.

400 Seiten über Korsika – ohne Bla Bla, dafür mit spannenden Abschnitten, gutem Bildmaterial und vielen Adressen und Tipps. Ich habe jetzt ein völlig anderes Bild von Korsika.

6. Jänner 2014

Paris

Buchtipp Paris Reiseführer Michael Müller 2013

Autor Ralf Nestmeyer, 8. Auflage 2013, erschienen im Michael Müller Verlag, ISBN 978-3-89953-757-4

Aktuell, sehr praktisch und mit vielen Informationen

Ich kenne Paris von zahlreichen Reisen gut. Bei der Vorbereitung eines Reisevortrags musste ich dennoch einiges nachschlagen – und dieser Führer überzeugte mich sofort.

Beispiel Restaurants: Ein Lokal, das ich besonders mochte, fand ich hier wieder. Beispiel Montmartre: Der einzige Weingarten der Stadt wird erwähnt und in einem Rundgang besucht. In 13 Rundgängen führt Nestmeyer durch die Stadt, jeweils mit hervorragenden Detailkarten, auf denen Sehenswürdigkeiten, Metro-Stationen, Restaurants und Geschäfte eingezeichnet sind. Diese Pläne sind so gut, dass sie – zusammen mit dem beiliegenden Stadtplan – völlig ausreichen.

Besonders hilfreich sind die zahlreichen Restauranttipps pro Rundgang. Im letzten Spaziergang macht der Autor auf die Schönheit des Canal Saint Martin aufmerksam. Wer weiter nach Nordosten fährt, erreicht das Gelände des ehemaligen Pariser Schlachthofs, heute ein Freizeitareal mit Technik- und Musikmuseen, 180°-Kino und dem Parc de la Villette.

Zahlreiche allgemeine Informationen, Adressen und Tipps ergänzen diesen praktischen Führer. Ob Flohmärkte, Parkanlagen, Chinatown oder Ausflüge nach Giverny – die 288 Seiten bieten überraschend viele Informationen.

28. Dezember 2013

Bretagne

Autor Marcus X. Schmid, 9. Auflage 2013, erschienen im Michael Müller Verlag, ISBN 978-3-89953-773-4

Sehr detailliert, interessant geschrieben und mit viel aktueller Information

Diesen Sommer habe ich einen interessanten Urlaub in der Bretagne verbracht – geistig und doch sehr bildhaft beim Lesen dieses Reiseführers! 630 Seiten Merkwürdiges (Beispiel: 140+4+2, es geht um Stufen), Erotisches in der katholischen Kirche („die sündige Nacht der Vergebung“), Geschichtliches (Korsaren), Legendenhaftes (Gral, Artussage, Merlin), Heiliges (St. Yves – Anwalt der Armen, einer der 777 bretonischen, nicht alle kirchlich anerkannten Heiligen), Sehenswertes (Le Mont Saint Michel), Wissenswertes (Austernzucht, Gezeiten, Pardon, Triumphbalken) und vieles mehr.

Bei Reisen habe ich diese nordwestlichste Region Frankreichs selbst ein wenig kennengelernt. Bilder von riesigen Artischockenfeldern an der Côte du Léon nördlich von Morlaix und westlich von Roscoff wurden beim Lesen wieder wach. Schmid schreibt, dass der Strand in diesem Teil Frankreichs mal nur wenige Meter breit sei und Stunden später müsse man hunderte Meter weit ins Meer durch Sand waten – die Gezeitenunterschiede können bis zu 14 Meter betragen. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Auch die mir noch sehr präsente „Calvaire‑Tour“ (Kalvarienberg‑Friedhofsbezirke) Lampaul‑Guimiliau – Guimiliau – Saint‑Thégonnec – Sizun – Pleyben mit ihren faszinierenden Steinbauten, Triumphbalken und holzgeschnitzten Altären wird ausführlich beschrieben.

Wichtig sind auch die ausführlichen Beschreibungen der verschiedenen Badestrände zwischen wildromantisch zerklüfteten Felsküsten, Informationen zu Bootsausflügen, bretonischen Festen, Fahrradverleih und vielen weiteren Besichtigungsmöglichkeiten. Jugendherbergen, einfache Hotels bis hin zu Nobelhotels, Restauranttipps und Hinweise auf Campingplätze – zwischen Geschichte und Geschichten, guten Bildern und zahlreichen Detailkarten bietet dieser Führer viele Aha‑Erlebnisse und „da‑muss‑ich‑hin“-Impulse.

16. September 2013

Nur in Paris – Ein Reiseführer zu einzigartigen Orten, geheimen Plätzen und ungewöhnlichen Sehenswürdigkeiten

Buchtipp Nur in Paris, 2013

Autor Duncan J. D. Smith, erschienen 2013 im Brandstätter Verlag Wien, ISBN 978-3-85033-709-0

Kunstobjekte, Gebäude, Lebensweisen, Menschen – ein ganz anderes Paris!

Ein Leser schrieb einmal, ein Reiseführer sei schlecht, weil der Autor nicht kurz und bündig jene Sehenswürdigkeiten aufgelistet habe, die man als eiliger Besucher in drei Stunden sehen müsse. Dieser Leser hätte es mit diesem Buch noch schwerer: Smith listet 98 Orte und Besonderheiten auf – mindestens zwei Drittel davon fallen unter „muss man gesehen haben“, aber sicher nicht in drei Stunden.

Es hängt davon ab, was man unter „muss man sehen“ versteht. Smith ist – wie ich – ein Anhänger der unscheinbaren, abseits liegenden Kleinode, die eine Stadt wie Paris erst richtig erlebenswert machen.

Smith führt den Besucher in ein Viertel mit zahlreichen überdachten Passagen aus dem 19. Jahrhundert; er zeigt vier Orte in Paris, an denen man die Freiheitsstatue im maßstabgetreuen Verhältnis erleben kann; ein anderer Spaziergang führt ins chinesische Viertel Klein‑Wenzhou. Man erfährt, wo sich die weltgrößte Sammlung von Kugelschreibern befindet, wo stille Kreuzgänge liegen und wo Abstiege in die Pariser Unterwelt führen.

Sieben Stadtmauern gilt es zu finden, einmal im Monat kann man die echte Dornenkrone Jesu sehen, und man erfährt die Lage eines historischen Jazz‑Kellers. Warum die wasserspendenden Eisenbrunnen einen englischen Namen tragen, dass es ein römisches Amphitheater gibt oder welches Bistro das beste sei – das Buch ist reich an Entdeckungen. Vielleicht möchte man einen Hindu‑Tempel besuchen oder im Museum der Fälschungen rätseln, ob man vor dem Original oder der Fälschung steht. In einer Kirche im 12. Arrondissement meint man, in der Hagia Sophia zu stehen.

Jeder Artikel bietet nicht nur Informationen über das Objekt, sondern auch Rahmenwissen, das hilft, die Dinge einzuordnen. So wird etwa die Geschichte des Pariser Kanalsystems erklärt oder die Geschichte der Wandteppich‑Manufaktur.

Im vorderen und hinteren Buchdeckel findet man Übersichtskarten. Bei jedem Artikel stehen U‑Bahnlinie, Station, Adresse und Hinweise, ob das Objekt jederzeit zugänglich ist, ob man sich anmelden muss oder ob es nicht öffentlich zugänglich ist. Am Ende listet Smith nochmals alle Orte mit Adressen und Öffnungszeiten auf, gefolgt von einem umfangreichen Literaturverzeichnis.

17. Mai 2013

Midi‑Pyrénées – Michael Müller Verlag

Buchtipp Midi-Pyrénées, Michael Müller Verlag, 2012

Autorin Annette Meiser, 1. Auflage 2012, erschienen im Michael Müller Verlag, ISBN 978-3-89953-750-5

Beschreibt viele kleine Orte und bietet etliche kurze Geschichten

Ob der „Canal du Midi“ wirklich früher als „achtes Weltwunder“ bezeichnet wurde oder ob das eine moderne Zuschreibung ist, lässt sich schwer feststellen. Inhaltlich hat Meiser jedenfalls viel zusammengetragen – 420 Seiten sprechen für sich. Sie erklärt Besonderheiten der Region, etwa die beiden Winde oder die Bastiden, eine Besonderheit der mittelalterlichen Siedlungspolitik.

Gut erklärt sie die unterschiedlichen Nächtigungsmöglichkeiten und führt zahlreiche Internetadressen an. Beim Essen gibt es ein mittelalterliches Kauerlebnis zum Nachlesen, und man erfährt, dass Frankreich ein Käseparadies ist. Ihre Ortsbeschreibungen lockert sie mit kleinen Geschichten auf, etwa über einen „frommen Diebstahl“ im Pilgerort Conques oder das Dorf mit zwei Hälften (eine in den Midi‑Pyrénées, eine in der Auvergne).

Gut ist auch, dass sie im Rouergue kleine, wenig bekannte Orte beschreibt – selbst wenn es dort nichts Spektakuläres gibt. Wer in der Gegend unterwegs ist, freut sich über ein paar Zeilen zu Sainte‑Eulalie‑d’Olt oder Penne. Gleiches gilt für die Beschreibungen der östlichen Gascogne und der Pyrenäen.

Was Restaurant‑ und Hoteltipps betrifft, bin ich vorsichtig: Autoren können nicht alles selbst besuchen, und Qualität ändert sich. Ich werte solche Hinweise als Orientierung, suche aber gern Alternativen. Meiser gibt sogar Campingplatz‑Tipps, etwa bei Rieux‑Volvestre am Flüsschen Arize.

Insgesamt ein ordentlich gemachter Führer. Ob alles stimmt, kann ich nicht beurteilen, aber bei meiner nächsten Reise in die Midi‑Pyrénées werde ich ihn dabeihaben.

19. Februar 2013

Bastille, Boulevards, Bourbonen – Der Paris‑Führer für Juristen

Buchtipp Bastille, Boulevards, Bourbonen

Autorin Barbara Sternthal, erschienen 2012 in der MANZ’schen Verlags- und Universitätsbuchhandlung Wien, ISBN 978-3-214-00499-6

Lettre de Cachet, Henker, Gauner – viel Unbekanntes erfährt der Leser!

Das Buch ist 28,5 Zentimeter lang, zwölf Zentimeter breit und 1,2 Zentimeter dick, hat 139 Seiten und jede Seite 36 Zeilen – macht also rund 5.000 Zeilen geballte Paris-Information. Und was für Information! Obwohl ich bereits einige Geschichtsbücher über Frankreich und Paris gelesen hatte, habe ich hier erstmals die geschichtliche Staatsentwicklung wirklich verstanden. Die Autorin versteht es, die Geschichte verständlich zu formulieren, obwohl sie keine Juristin ist. Ihr Fokus auf die Rechtsgeschichte macht das Buch besonders spannend.

Sie beginnt im Mittelalter, führt über das Haus Valois und die Bourbonen zur Revolution und zu Napoleon bis ins 20. Jahrhundert – wussten Sie, dass das letzte Todesurteil durch die Guillotine in Frankreich 1977 vollstreckt wurde? Apropos Guillotine: Sie wurde vom Arzt Joseph‑Ignace Guillotin „erfunden“ – warum, erfährt man in einem eigenen Kapitel. In farblich hervorgehobenen Kästen werden fast 80 Themen erklärt: Guillotine, „Code Napoléon“, Ludwig VI., „Chambre ardente“ und vieles mehr. Auch das „Lettre de Cachet“, mit dem der König die Justiz umgehen konnte, wird erläutert.

Wie ein Halunke zum Gründer der „Sûreté Nationale“ werden konnte, die tragische Geschichte des Offiziers Alfred Dreyfus, der Einfluss Caterina de Medicis, kriminalistische Romanfiguren, die in Paris spielen, und ein ausführliches Kapitel über die Französische Revolution – all das findet sich hier.

Sternthal beschreibt nicht nur die Justiz, sondern führt auch immer wieder die Schauplätze in Paris an – mit Adresse und U‑Bahnlinie. Zusammen mit zahlreichen Abbildungen ist es ein spannendes, kleinformatiges, aber sehr detailliert recherchiertes Buch.

11. Februar 2013

Languedoc Roussillon

Buchtipp Languedoc Roussillon Reiseführer Michael Müller 2012

DuMont Reise-Handbuch von Klaus Simon, 1. Auflage 2012, erschienen im DuMont Reiseverlag Ostfildern, ISBN 978-3-7701-7727-1

Gut recherchiert und mit guten Bildern

Mag mir jemand nachsagen, ich sähe manche Region Europas mit verklärtem Auge, so kann ich mit Überzeugung sagen, dass ich diese Region (fast) nicht kenne – und daher lasse ich mich erst von diesem Reise-Handbuch inspirieren. Das „fast“ deutet darauf hin, dass die bekannten südfranzösischen Orte Nîmes und Pont du Gard nicht in der Provence, sondern bereits im Languedoc Roussillon liegen. Von dort, westlich der Rhône-Mündung, zieht sich die Region bis in die Pyrenäen hinauf zum Kleinstaat Andorra.

Simon beschreibt die „Folies“, die „Verrücktheiten“ – Lustschlösser rund um Montpellier, deren es sieben gibt. Auch Wandervorschläge bietet er an, etwa um den Pic St.-Loup (658 m). Im Kapitel über die Ardèche kann ich wieder mitreden: Mein erster Frankreich-Urlaub führte mich 1979 in diese wunderbare Landschaft. Dort, im Gebiet um den Mont Lozère und die Nord-Cevennen, liegen Wander- und Wasserparadiese. Etliche Grotten können besichtigt werden, nachzulesen im Führer. Der Kanu-Sport ist in diesem Teil der Region sehr populär – Adressen und eine ganze Seite Ardèche-Tipps inklusive.

Im Kapitel über den Westen des Languedoc Roussillon gibt der Autor Tipps vom Wohnen beim Winzer über die Auffahrt durch die Clamoux-Schlucht zum Pic de Nore bis hin zu Frankreichs besterhaltener mittelalterlicher Stadtsilhouette von Carcassonne und dem Château de Peyrepertuse, der „Zitadelle des Schwindels“. Natürlich schreibt Simon auch über den Canal du Midi. Im Kapitel über Roussillon, das sich entlang des Mittelmeers bis in die Pyrenäen erstreckt, geht es um romanische Dorfkirchen der Cerdagne, Ste-Marie-d’Arles, die älteste Benediktinerabtei Kataloniens, oder das Aude-Tal.

Übernachten, Essen, Trinken, Einkaufen, Geheimtipps, Wandervorschläge sowie die üblichen DuMont-Informationen und gute Bilder – ein guter Führer, und alles kann ein Reiseführer nie beinhalten.

27. September 2012

Normandie

Buchtipp Normandie Reiseführer Michael Müller 2010

2010 (1. Auflage) erschienen im Michael Müller Verlag, Autor Ralf Nestmeyer, ISBN 978-3-89953-563-1

Viele Details, aktuell und gute Beschreibungen – praktisch von mir erprobt

Ich war schon mehrmals in der Normandie, zuletzt im Juli 2012 – da hatte ich diesen Führer dabei. So konnte ich über bereits besuchte Orte nachlesen und mich für die Reise einlesen. Das Inhaltsverzeichnis ist ausgesprochen übersichtlich und detailliert. Ich war z. B. im Château de Vascoeuil – im Inhaltsverzeichnis unter „Östlich der Seine“ sofort zu finden.

Wer Giverny sucht, findet nicht nur eine Beschreibung, sondern auch eine ganze Seite über Claude Monet und ein Bild aus Vernon von der romantischen Mühle über der Seine. Ein guter Querschnitt an Information, was der Besucher in der Normandie an einem bestimmten Ort findet. Im Inhaltsverzeichnis sieht man auch sofort, auf welcher Seite sich eine Karte befindet und welche Sonderthemen behandelt werden (z. B. Zisterzienserorden, Sisi – Elisabeth von Österreich – in der Normandie, Operation Jubilee in Dieppe).

Alle Informationen sind sehr aktuell – von der Meerrückgewinnungsaktion um den Mont Saint Michel bis zu Übernachtungs- und Restauranttipps. Das Hotel Dieppe in Rouen ist erwähnt, ebenso das kleine Hotel „De la Cathédrale“. Trotz vieler Informationen hat natürlich nicht alles Platz gefunden. So fehlt mir ein Hinweis auf Übernachtungs- und Essensmöglichkeiten unmittelbar am Festland beim Mont Saint Michel.

Die herausnehmbare Normandie-Karte dient der Orientierung, ist aber nicht „reisetauglich“. Dafür ist das Kapitel „Etwas Französisch“ mit elf Seiten, davon fünf Seiten Speisenlexikon, sehr nützlich. Die Bildqualität ist gut, nicht zu viele Bilder, aber auflockernd und erklärend.

Der Autor beschreibt sechs Wandermöglichkeiten und geht ausführlich auf die Geschichte des Zweiten Weltkriegs ein. Erfreulich ist, dass fast alle Museen neben Öffnungszeiten, Eintrittskosten und Internetadressen auch kurz beschrieben sind. So erfährt man am „Geburtsort“ des Likörs Bénédictine nicht nur etwas über dessen Produktion, sondern sieht auch ein interessantes Museum mit Kunstschmiedearbeiten, Elfenbeinschnitzereien und „Sieben-Meilen-Stiefeln“ eines Postillions.

Die Angaben stimmen mit meinen Erfahrungen überein. Ein guter Führer, geeignet für jede Normandie-Reise.

19. Juli 2012

Hausbooturlaub Frankreich

Buchtipp Hausbooturlaub Frankreich, Delius Klasing 2012

1. Auflage 2012, erschienen im Verlag Delius Klasing, Edition Maritim, Autoren Hanne Müntinga und Michael Niessen, ISBN 978-3-89225-663-2

Nicht zu ausführlich, aber das Wesentliche über die Wasserstrecken findet man in diesem Buch

Es werden Hausbootsstrecken im Burgund, in Aquitanien, in der Bretagne sowie der Canal du Midi beschrieben. Die Autoren sind diese Wasserstraßen mit verschieden großen Hausbooten abgefahren und geben zahlreiche praktische Tipps: wo man anlegen sollte, wo es zu Engpässen kommen kann, wo viele Schleusen zu bewältigen sind, wo man einkaufen sollte, weil später keine Gelegenheit mehr kommt.

Jede Wasserstraße wird in einer Karte dargestellt, eine Infoseite gibt Auskunft über Länge, Schleusenanzahl, benötigte Zeit, sinnvolle Abfahrtszeiten und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Jede Tour ist farblich gekennzeichnet, sodass man schnell die gewünschte Strecke findet.

Obwohl der Titel „Hausbooturlaub“ lautet, gibt es bei jeder Tour auch Anreise- und Abreisebeschreibungen zu den Übernahmehäfen. Die elftägige Beschreibung des Canal du Midi beginnt etwa mit Tag 1 – Beaune und Chagny, Tag 2 – von Chagny über Port Cassafières nach Béziers. Die Tage 9 bis 11 sind einer Autofahrt ins Land der Katharer gewidmet. Die Autoren geben viel Raum für kulinarische Tipps und Restaurantbeschreibungen – Preisangaben fehlen leider.

Am Ende des Buches gibt es Listen von Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants, Tipps rund um Boot und Schleuse, Adressen zur Bootsbuchung, eine Liste von Sehenswürdigkeiten mit Seitenverweisen sowie ein Register. In einem zweiseitigen Resümee vergeben die Autoren Punkte zu den befahrenen Wasserstraßen. Das Bildmaterial ist gut und zeigt viele Details anschaulich.

Insgesamt ein hilfreiches Buch, das ergänzend zu anderem Material gut passt.

26. Juni 2012

Binnengewässer Frankreichs – alle schiffbaren Flüsse und Kanäle

Buchtipp Binnengewässer Frankreichs – alle schiffbaren Flüsse und Kanäle, Delius Klasing 2011

7. Auflage 2011, erschienen im Verlag Delius Klasing, Edition Maritim, Autor David Edwards-May, ISBN 978-3-89225-409-6

Gelungenes, kompetentes Fachbuch für Freunde der Binnenschifffahrtwege Frankreichs

Knapp zwei Kilo schwer, über 370 Seiten dick, mit Beschreibungen von rund 90 Hauptkanälen sowie einem Register mit knapp 2.000 Orten, 25 Seiten Einführung mit allem Wissenswerten wie Bootspapiere, Funklizenz, Schleusen-Tipps oder allgemeinen Fahrhinweisen – dieses Werk ist ein unverzichtbares Standardnachschlagewerk für alle, die Frankreich vom Binnenwasser aus kennenlernen möchten.

In der Einführung erfährt der Leser Hintergründe über das französische System der Wasserwege. Zu jedem schiffbaren Gewässer – Fluss oder Kanal – gibt es einen Übersichtslageplan, eine Detailkarte mit Schleusen und schiffbaren Abschnitten, eine kurze geschichtliche Einleitung, eine Beschreibung der Wasserstraße (Eigenheiten, Vorsichtspunkte, Berufsschifffahrt), einen Abschnitt über Schleusen sowie Details zu Tiefgang, Brücken, Geschwindigkeit und Behördenadressen.

Der Hauptteil eines jeden Wasserwegs ist eine detaillierte Entfernungstabelle, aus der man viele Informationen entnehmen kann: ob Schleusen automatisch, per Funk oder per Hand bedient werden, wo man anlegt (links/rechts), Entfernungen zu Orten, Brücken, Tunnels, Ausstattung der Liegeplätze (Strom, WC, Slipanlagen) und vieles mehr. Zahlreiche Detailkarten von Ortszentren mit Hinweisen auf Brücken, Anlegestellen, Tunnels und Schleusen sowie viele gute Bilder geben dem Buch den Charakter eines fundierten Fachwerks.

Die Beschreibungen sind fachlich sehr gut. Beispielsweise erwähnt der Autor beim Empfangssteg in Tournus (Saône, km 253,3) die abgestuften Kais, die um 1900 zum Tränken von Vieh gebaut wurden. Eine besonders gute Beschreibung bietet er beim Fluss Lot, dem längsten Nebenfluss Frankreichs. Bei der Marne erfährt man, dass der Canal de Cornillon in Meaux bereits 1235 gebaut wurde und somit der älteste Kanal Frankreichs sein dürfte. Weitere interessante Details: das einzigartige Schiffshebewerk von Saint-Louis/Arzviller (44,55 m Höhenunterschied, ersetzt 17 Schleusen) oder die drei Aquädukte am Canal latéral à la Loire.

Insgesamt ein auch für Laien sehr interessantes Buch, da es viele Details über die Binnenschifffahrt, geschichtliche Notizen, Landschaftsaufnahmen und technische Besonderheiten enthält. Ich werde es als kompetentes Fachbuch in meiner Frankreich-Abteilung sicher noch oft zu Rate ziehen.

März 2012

Baedeker Allianz Reiseführer Frankreich – mit Special Guide „Kulinarische Kleinode“

Erschienen 2011 im Verlag Baedeker, Ostfildern, ISBN 978-3-8297-1235-4

Kleine Übersichtsstadtpläne, Straßenkarte, Sehenswürdigkeiten und Tipps – alles da

Auf zu einer Frankreichreise! Durch Elsass und Lothringen nach Paris, die Seine entlang in die Normandie, durch die Bretagne, die Loire flussaufwärts und durch das Burgund nach Hause – mit diesem Baedeker mit knapp über 800 Seiten wird man zwar keine Studienreise unternehmen, aber er enthält alles, was man unterwegs nachschlagen möchte.

Ein kleiner Übersichtsplan der Kathedrale von Chartres mit ihren berühmten Glasfenstern ist ebenso enthalten wie ein ausklappbarer Plan von Schloss und Park Versailles oder vom Klosterberg Mont Saint Michel. Was fermes-auberges in den Südvogesen sind, welche Reiseziele in der Champagne sehenswert sind, wer die Katharer waren, wo man in Amboise übernachtet und was das „Unternehmen Overlord“ 1944 in der Normandie war – all das findet man hier. Auch über Gustav Eiffel, Jean Gabin, Jeanne d’Arc und sogar über den Kleinstaat Andorra gibt der Führer Auskunft.

Essen, Trinken, Schlafen, Kunstgeschichte, Knigge, Urlaub aktiv, eine gut verwendbare Straßenkarte von ganz Frankreich im Maßstab 1:800.000 (wobei ich aus Erfahrung einen zusätzlichen handlichen Straßenatlas empfehle) und ein Special Guide „So schmeckt Frankreich“ mit Informationen zu Essen und Einkaufsmöglichkeiten – der Führer erfüllt seine Aufgabe als allgemeiner Reiseführer gut.

Jänner 2012

Provence

Buchtipp Provence, DuMont Kunst-Reiseführer-Reihe, 2011

Erschienen 2011 in der DuMont Kunst-Reiseführer-Reihe, ISBN 978-3-7701-3927-9

Sehr informativ und mit vielen Tipps

Mir liegt die 7. Auflage von 2011 vor.

Es gibt wenige Regionen in Europa, die auf so kleiner Fläche eine so große landschaftliche und kulturelle Vielfalt bieten. Die Provence reicht von den Alpen bis ans Meer, von Wein und Küche bis zu römischen Bauten und der Bedeutung Avignons zur Zeit der Gegenpäpste, von Malerei bis Plastik.

Ein DuMont Kunst-Reiseführer bietet längst nicht mehr nur Kunst und Kultur, sondern auch praktische Alltagstipps. Wie man das Musée de l’Arles antique am einfachsten erreicht, wird ebenso erklärt wie das „Globalticket“ für alle Denkmäler und Museen in Arles oder wo man Tickets für das Observatorium der Haute-Provence bekommt. Auch landschaftlich interessante Orte wie der Mont Ventoux, die Camargue, die Gorges du Verdon oder das Vaucluse finden Platz.

33 sehenswerte Orte mit einem oder zwei Sternen listet die Übersicht am Anfang des Buches auf. Da es sich geografisch anbietet, beschreibt die Autorin auch Pont du Gard und Nîmes, die bereits im westlich angrenzenden Languedoc liegen, sowie Vienne und Valence im Norden des Rhône-Tals. Hinweise wie „Reisen und Genießen“ mit Hotel- und Restauranttipps, Öffnungszeiten, Übersichtskarten, Innenstadtpläne, ein Glossar kunstgeschichtlicher Begriffe, eine Galerie bedeutender Persönlichkeiten und vieles mehr haben auf über 320 Seiten Platz.

Die Bilder sind von sehr guter Qualität und zeigen nicht nur Baudenkmäler, Malereien oder Plastiken, sondern auch die umgebende Landschaft. Gute Lichtwahl und Farbtöne machen Lust auf eine Reise in die Provence. Ein sehr gelungener Kunstreiseführer – kein Führer für den Normaltouristen, um Missverständnisse zu vermeiden.

15. November 2011

DuMont direkt Marseille

Buchtipp Marseille, DuMont-direkt-Reihe, 2011

Erschienen 2011 in der DuMont-direkt-Reihe, ISBN 978-3-7701-9578-7

Sehr informativ und mit vielen Tipps

800 Leihfahrräder, ein orientalischer Hammam, „Le Ferry Boat“ – die Steh-Fähre im alten Hafen, das Missionsschwestern-Restaurant bei der Basilika Notre-Dame-de-la-Garde, der Hinweis, dass ein Getränk an der Theke billiger ist als am Tisch und nochmals teurer auf der Terrasse – das sind nur einige der vielen Tipps, die der Marseille-Kenner Klaus Simon in diesem kleinen, aber sehr informativen Taschenführer bietet.

Marseille, ein Schmelztiegel der Nationen ehemaliger französischer Gebiete Nordafrikas, bietet für jeden etwas: die auf einem Hügel mit tausend Stufen liegende Altstadt, die exotische Welt des „Marché des Capucins“ oder die elegante „Rue de Grignan“. Auf 120 Seiten findet sich wirklich für jeden etwas.

Auch über das Umland gibt es viele Hinweise: Radfahren entlang der „Corniche Kennedy“, Ausflüge auf die Frioul-Inseln mit der berühmt-berüchtigten Île d’If und dem Gefängnis im Château d’If, Wander- und Badevorschläge im Naturwunder Calanques südöstlich der Stadt und weitere Ausflugstipps.

Simon zeichnet ein modernes und lebendiges Bild einer Großstadt, die den Sprung von einer vernachlässigten Hafenstadt zu einem hochmodernen Zentrum geschafft hat. Nicht umsonst war Marseille 2013 „Kulturhauptstadt Europas“. Alle üblichen Service-Infos (Essen, Trinken, Ausgehen, Theater, Hotels, kleiner Sprachführer, Karten der Innenstadt, der Inseln und der Umgebung) sind enthalten. Ein wirklich guter Führer, der Lust auf eine Reise nach Marseille macht.

5. Mai 2011

Käse aus Frankreich

Buchtipp Käse aus Frankreich

Eine „Tour de Fromage“ für den Gourmet mit 120 Rezepten
Erschienen 2010 in der Edition Styria, ISBN 978-3-99011-020-1

Ein besonderes Buch für den Fachmann und Käse-Genießer

Schon die Aufmachung – in einer kleinen Holzkiste verpackt, mit einem Käsemesser aus Holz als Lesezeichen – deutet auf besonderen Inhalt hin. Der französische Fromager Bernard Mure-Ravaud schildert zunächst, wie er sein außergewöhnliches Wissen über hunderte französische Käsesorten erworben hat. Dann erklärt er verständlich sein Handwerk, die Produkte Milch, Butter und Käse, warum Sahne nicht gleich Sahne ist und beschreibt über 160 Käsesorten aus allen Regionen Frankreichs.

Die nach Regionen geordneten Käsebeschreibungen sind mit „schmackhaften“ Bildern versehen. Jede Region wird hinsichtlich ihrer Käse-Eigenheiten vorgestellt. Jeder Käse wird in Bezug auf Konsistenz, Herkunft, Zusammensetzung, Herstellung und Besonderheiten beschrieben. Oft gibt es „Tipps des Käsemeisters“, historische Hinweise oder Zitate französischer Dichter. 120 Rezepte geben dem Leser viele Probiermöglichkeiten.

Viele Sorten sind hierzulande kaum bekannt: Bleu des Causses, Fourme de Montbrison, Persillé des Aravis – aber natürlich auch Brie und Camembert. Wer einmal einen echten Camembert in der Normandie gekostet hat, wird Supermarktware kaum mehr schätzen.

Ein echtes Fachbuch für Käse-Gourmets – und ein besonderes Geschenk für Liebhaber der französischen Küche.

Jänner 2011

Zu Gast bei Monet

Buchtipp Zu Gast bei Monet. Der große Impressionist als Gourmet

Der große Impressionist als Gourmet, 180 Originalrezepte
Erschienen 2010 in der Edition Styria, ISBN 978-3-99011-018-8

Nicht nur Kochbuch, nicht nur Biografie – auch ein optischer Genuss

Belebt vom Familiengeist (die Autorin ist die Ehefrau eines Urenkels von Alice Hoschedé, der zweiten Frau des Malers) ist ein außergewöhnliches Buch entstanden: Rund 190 Seiten Stillleben, davon etwa 110 Seiten über das Leben des Malers in Giverny und rund 80 Seiten Rezepte – Rezepte, die zwar nicht von Monet selbst stammen, aber seine Lebensart widerspiegeln.

Das Buch gibt einen lebendigen Einblick in das Leben einer gut situierten Familie um 1900: die Atmosphäre des Hauses in Giverny, die Organisation des Haushalts, die Bewirtung zahlreicher Gäste, Picknicks im Garten, die Marotten des Hausherrn und vieles mehr.

Besonders begeisternd sind die oft doppelseitigen Farbaufnahmen: gedeckte Tische, Küche, Garten, Natur, dazwischen Bilder von Monet und Originalaufnahmen des Künstlers und seiner Familie. Ich war selbst mehrmals in Giverny – dieses Buch bringt das besondere Flair sehr authentisch rüber.

Die Rezepte geben Einblick in Monets Gourmetleben: frisches Gemüse aus dem eigenen Garten, Huhn und Kapaun, Wild, Fisch, Hummer, Obst, Kuchen, Konfitüren, Konserven. Ein umfangreiches Register rundet das Buch ab – ein Kunstwerk ganz im Sinne von Claude Monet.

Jänner 2011

Verführung à la chocolat

Buchtipp Verführung à la chocolat

Jean-Paul Hévin, der Maître Chocolatier aus Paris
Erschienen 2010 in der Edition Styria, ISBN 978-3-99011-009-6

Canapés mit Kakao und Parmesan, Madeleines, Honigkuchen, Millefeuille – über 40 schokoladige Rezepte finden sich in diesem Buch. Hévin schildert Entstehungsgeschichten, gibt Tipps, erklärt Schwierigkeitsgrade und liefert traumhafte Fotografien. Vor den Rezepten gibt es ausführliche Informationen über Ursprung und Geschichte der Schokolade, die Bedeutung der Schokolade in Japan und Profitipps für Hobbyköche.

Die Kapitel umfassen Schokolade in Variationen, feine Kuchen und Gebäck, Desserts und kleine Verführungen: Schokoladenperlen, Bûche de Noël, Éclairs, Torteletts, heiße und kalte Desserts wie Clafoutis mit Kirschen.

Ein sehr ansprechend gestaltetes Buch – und eines, das ich nicht hergeben würde.

Jänner 2011

Das Paris Kochbuch

Buchtipp Das Paris Kochbuch

Kulinarische Weltreise durch die Quartiere

Von Danyel Couet, Fotos von David Loftus, erschienen im Gerstenberg Verlag, ISBN 978-3-8369-2998-1

Couet, Chefkoch von Sternenrestaurants, widmet dieses Buch seiner „alten Liebe“, der Pariser Küche. Die 99 Rezepte stammen aus verschiedenen Stadtteilen: afrikanisch, arabisch, jüdisch, griechisch, indisch, asiatisch. Er besucht Märkte und Bistros.

Der Aufbau ist reizvoll: Ein einleitender Artikel pro Kapitel, dann doppelseitige Rezeptpräsentationen – links die Rezeptur, rechts das Gericht in Großaufnahme. Bildcollagen mit Pariser Impressionen, Alltagsszenen und Zutaten ergänzen das Buch.

Ein alphabetisches Register erleichtert das Finden von Gerichten wie arabischer Gewürzmischung, Brathuhn mit Kokosmilch, Tintenfisch-Eintopf, Süßkartoffelbällchen, Lammfleischbällchen mit Feta, Rhabarber mit Mandeln, Seebarsch Mbongo oder thailändischem Eintopf mit Zaziki.

Ein Buch für Augen und Gaumen.

Jänner 2011

Elsass Lothringen

Buchtipp Elsass Lothringen

ISBN 978-3-493-56877-6, erschienen bei Polyglott in der Reihe on tour

Wer etwas Handliches zum schnellen Nachschlagen sucht, wird mit dieser Serie zufrieden sein. Auf etwas mehr als 100 Seiten erfährt man alles Wesentliche: viele Adressen, gute Detailkarten und Extras, die man nicht auslassen sollte. Die flipmap ist eine praktische Karte, die man getrennt vom Büchlein mitnehmen kann. Von dieser Reihe gibt es über 220 Reiseziele.

Eine wirklich brauchbare Serie.

Jänner 2011

Tal der Loire

Buchtipp Tal der Loire

ISBN 978-3-7701-5600-9
Erschienen in der Reihe DuMont Reisetaschenbuch

Diese Reisetaschenbuch-Reihe liebe ich sehr! Mit über 200 Seiten im praktischen Kleinformat bieten diese Bücher viel Information. Stadtpläne, Adressen und längere Beiträge über Persönlichkeiten oder Sehenswürdigkeiten machen diese Serie zu einem guten Reisebegleiter.

Jänner 2011