Kurztrip in die Normandie: 48 Stunden in Alençon
Einleitung
Alençon in der Normandie mit ihren rund 30 000 Einwohnern befindet sich etwa 2,5 Autostunden westlich
von den Pariser Flughäfen entfernt. Keine 60 Kilometer südlich liegt Le Mans, berühmt für
das 24-Stunden-Automobilrennen,
und etwa 150 Kilometer westlich erreicht man bereits den Atlantik bei der Klosterinsel Le Mont Saint Michel.
Als Site Patrimonial Remarquable für ihr bemerkenswertes Kulturerbe eingestuft, bietet sich Alençon als Zwischenstopp mit viel Sehenswertem an. Hier ein Vorschlag für einen zweitägigen Aufenthalt in der ehemaligen Stadt der Herzöge.
Laden Sie die LEGENDR-App herunter (siehe Infoblock rechts, bei Mobilgeräten am Ende des Textes) oder holen Sie sich Ihren Stadtplan (auf Französisch, Englisch und Deutsch erhältlich) im Fremdenverkehrsamt im Maison d'Ozé am Place de la Magdeleine. Entdecken Sie die spannende Geschichte dieser Stadt, die im Mittelalter ihren Aufschwung erlebte. Ihr Spaziergang führt Sie durch die Grande Rue zum Viertel Saint-Léonard, wo die ältesten Häuser von Alençon zu finden sind: Fachwerkhäuser, versteckte gepflasterte Höfe und das Schloss der Herzöge. Dazwischen Restaurants und Boutiquen.
Inhaltsverzeichnis dieser Seite
Der Markt von Alençon
Am Donnerstag- und Samstagvormittag lohnt sich ein Bummel über den Markt im Stadtzentrum.
Hier findet sich alles für einen gehaltvollen Picknickkorb mit lokalen Produkten: Getränke made in Normandie
wie Poiré, Cidre oder Bier, frisches Brot, Käse, Obst, Gemüse, Fleisch, Pasteten, Honig und vieles mehr.
Vor Ort kann verkostet oder ein Mitbringsel für zuhause eingekauft werden. Der Markt befindet sich am Fuße der
Basilika Notre Dame, deren Portal im Stil der Flamboyant-Gotik zu den schönsten der Normandie zählt.
Wenn Sie mittags hungrig werden, legen Sie einen Feinschmecker-Stopp im Le Bistrot (ausgezeichnet von Gault et Millau) ein oder besuchen das Haut Ministère, das feine Schnitzel à la normande anbietet.
Musée des Beaux-Arts et de la Dentelle
Der Nachmittag bietet sich für einen Besuch im Musée des Beaux-Arts et de la Dentelle an.
Das Museum beherbergt außergewöhnliche Sammlungen. Eine Abteilung widmet sich der Geschichte der
Dentelle au Point d'Alençon, einer weltweit einzigartigen Spitzenstickerei, die in die Liste des UNESCO-Welterbes
aufgenommen wurde. 15 Stunden Arbeit sind nötig, um einen einzigen Quadratzentimeter herzustellen.
Sehenswert ist der 3,50 Meter lange Brautschleier, ein seltenes Werk, für das fast 500 000 Arbeitsstunden
aufgewendet wurden.
Geburtshaus der heiligen Thérèse von Lisieux
Unbedingt besuchen sollte man das Geburtshaus der heiligen Theresa von Lisieux, der vielleicht bekanntesten
Heiligen Frankreichs. Ihre Eltern, Louis und Zélie, sind das einzige Paar, das 2015 heiliggesprochen wurde.
Das Haus gewährt einen Einblick in die Privatsphäre dieser gewöhnlichen Familie mit ihrem außergewöhnlichen Schicksal.
Nach diesem abwechslungsreichen Tag machen Sie es sich in einem Hotel im Stadtzentrum (Ibis, Hôtel des Ducs), einem Gästezimmer (Les Deux Marguerite) oder einer Ferienwohnung (Les 3 petites pommes) gemütlich. Auch kulinarisch hat Alençon viel zu bieten: La Suite (Michelin-Stern), L'évidence oder Chez Fano.
Saint-Céneri-le-Gérei
Am nächsten Tag geht es nach Saint-Céneri-le-Gérei, 15 Kilometer südwestlich von Alençon,
einem der schönsten Dörfer Frankreichs, mitten in der Natur im Herzen der Alpes Mancelles.
Ein Spaziergang durch die Gassen lässt die Geheimnisse und Anekdoten erahnen.
Salle des décapités
In der Herberge der Schwestern Moisy sollte man die Salle des décapités besuchen.
Der einzigartige Raum zeigt wie in einem Scherenschnitt 66 Profile von Malern, Einwohnern und Reisenden,
die hier im 19. Jahrhundert ihre Sommer verbrachten.
Kapelle von Saint-Céneri
In der Kapelle sieht man eine Statue des Heiligen, der im 7. Jahrhundert das Dorf gründete.
Die Legende besagt, dass junge Mädchen auf der Suche nach einem Ehemann eine Nadel in seine Füße stechen,
damit er ihre Wünsche erfülle.
Kunstliebhaber sollten die Künstlerateliers besuchen, etwa jenes von Amélie Romet, die Landschaften, Natur und Tiere malt.
Wanderung und Gärten
Der Trotté par la Corniche ist ein fünf Kilometer langer Rundweg mit dem schönsten Blick auf
Saint-Céneri. Danach lohnt sich ein Besuch der Jardins de la Mansonière,
15 individuelle Gärten zwischen Rosen-, Duft- und asiatischem Garten.
Zu Mittag genießt man lokalen Cidre und saisonale Küche in La Maison du Gasseau, fünf Kilometer südlich des Dorfes. Die Terrasse liegt mitten in der Natur, für Kinder gibt es einen Baumkletterpark.
Anreise
Mit dem Zug (zwei Stunden von Paris mit Umsteigen in Le Mans), mit dem Flugzeug oder Auto (2,5 Stunden von den Pariser Flughäfen) oder mit dem Fahrrad (Etappe der Véloscénie, einer 450 km langen Route von Paris zum Mont Saint-Michel).