Spanien - mehr als nur Mallorca und Teneriffa
Spanien ist mehr als nur Mallorca und Teneriffa! Ein paar Daten, die meine Meinung untermauern.
Die UNESCO hat 44 Kulturdenkmäler am Festland für erhaltenswert eingestuft, und es gibt 13 Nationalparks sowie rund 700 Naturparks. Daneben gibt es reichlich Geschichtliches zu entdecken. Und Traditionelles: So gut wie jedes Dorf feiert alljährlich unzählige Feste. Bekanntere sind die Wallfahrt von El Rocío in der Provinz Huelva (Andalusien), die fallas [sprich: faljas] und hogueras [sprich: hogeras] in der Region Levante, San Fermín in Pamplona (das mit dem Stiertreiben durch die Stadt), die Feria de Abril („Fest im April“) oder die Fiestas del Pilar in Saragossa. Zu den Höhepunkten im Bereich Wallfahrt zählt eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg mit Ziel Santiago de Compostela oder der Besuch in Covadonga, dem höchsten Heiligtum der Spanier.
Das Festland, vor allem die nördlichen Regionen, bietet viel Kulinarisches – richtig gutes spanisches Essen! Mein Favorit sind die Tapas, im Baskenland Pintxos [sprich: Pintschos] genannt: kleine Happen aus Fleisch, Käse, Fisch oder Gemüse – roh, überbacken, gekocht, in unzähligen Varianten. In jeder Bar bekommt man sie zu jeder Zeit. Damit kann man sich das Mittagessen im Restaurant durchaus sparen.
Noch ein Wort zum Übernachten: Sie sollten unbedingt die eine oder andere Nacht in einem Parador verbringen [in Portugal heißen sie Pousadas]. Das sind Schlösser, Herrensitze oder ehemalige Klöster, die zu Hotels umgebaut wurden.
Ich will hier auf meinen Seiten nicht seitenweise Informationen aus Reiseführern abschreiben, sondern persönliche Eindrücke und Meldungen, die ich im Rahmen meiner touristisch‑journalistischen Arbeit entdecke, weitergeben. Erwarten Sie also kein „Handbuch für den Spanien‑Urlaub“, sondern – getreu dem Namen meiner Internetseiten – ein reisemosaik!
Grundsätzlich gliedert sich das Spanien‑Festland in drei große Bereiche, die es wert sind, bereist zu werden
1. Der Norden
Baskenland, Asturien, Kantabrien, Galicien, Kastilien und León, La Rioja, Navarra, Aragonien und Katalonien
Nicht nur der oft zitierte Jakobsweg führt durch einen Teil dieser Regionen: Ganz im Norden, nahe Oviedo,
liegt Covadonga – Wallfahrtsort und Nationalheiligtum der Spanier im Gedenken an den ersten Sieg über die Mauren.
Im Norden Spaniens findet man auch prähistorische Höhlenmalereien in der Nähe von Santander. In Yuso und Suso, den beiden Klöstern in
La Rioja, nahm die spanische Hochsprache ihren Ausgang. Santillana del Mar ist ein mittelalterlicher Ort
an der Küste nahe Santander; Comillas mit der päpstlichen Universität liegt zwischen Santander und Oviedo an der Nordküste.
Ganz im Nordwesten lockt Santiago de Compostela mit der großartigen Wallfahrtskathedrale, den vielen Gassen im Altstadtviertel und einer „Schlemmerstraße“ mit unzähligen Restaurants, die sich von der Kathedrale bis zur Umfahrungsstraße zieht. Ein lauschiges Plätzchen nahe Santiago am Pilgerweg ist Samos: versteckt in den Hügeln findet sich dort eine riesige Klosteranlage in idyllischer Ruhe.
Etwas enttäuschend karg ist das Cabo Finisterra, etwa eine Stunde von Santiago entfernt. Allerdings gibt es am Küstenabschnitt westlich von Santiago einige reizende Orte und Sandbuchten. Weiter südlich an der Westküste bietet die bekannte Ferieninsel La Toja alles für einen Sommerurlaub am Meer. In deren Umgebung findet man uralte Kirchen, Klöster, weite Sandstrände und Buchten sowie den herrlich fruchtig‑frischen Weißwein Albariño; die kleine Insel ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden.
Ein Sprung ins Landesinnere: Einer der schönsten Paradores Spaniens befindet sich in León. Also nicht nur die Kathedrale besuchen, sondern auch einen Blick in den Parador werfen! Burgos mit einer der imposantesten Kirchen Europas und mächtigem Stadttor. Am Stadtrand wartet ein Juwel darauf, besichtigt zu werden: die Kartause von Miraflores.
Bilbao hat sein Guggenheim‑Museum und die Besucher einen eindrucksvollen Landeanflug auf den Flughafen. Loyola – Geburtsort von Ignatius von Loyola, Begründer des Jesuitenordens. Das Baskenland bietet Berglandschaften und im Süden weite Felder mit Weinreben. Die Bucht von San Sebastián ist sogar bei Regen beeindruckend.
Die spanische „Mitte“
Am Mittelmeer liegt die Region „Valencianische Gemeinschaft“, im Landesinneren Madrid. In Spaniens Hauptstadt hat sich in den letzten Jahren vieles verändert. Die Stadtviertel Salamanca oder Chueca haben sich zu Szenetreffs entwickelt, in denen man viele Cafés und Einkaufsmöglichkeiten findet. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen u.a. der Königspalast (mit Führungen), drei Pinakotheken – El Prado, die Sammlung Thyssen‑Bornemisza und das Museum Reina Sofía – sowie der „Parque del Retiro“. Auch in der Umgebung von Madrid gibt es viel zu entdecken:
El Escorial – das Mega‑Klosterschloss der Könige Spaniens, ca. 50 km nordwestlich von Madrid. Errichtet zwischen 1558 und 1584 von Philipp II. Der Komplex misst 208 × 162 Meter, hat 15 Kreuzgänge, 16 Patios, 13 Oratorien, 300 Mönchszellen, 86 Treppenaufgänge, neun Türme, neun Orgeln, 2 673 Fenster, 1 200 Türen und 1 500 Gemälde. Sämtliche Könige seit Karl V. und die Königinnen, die männliche Erben zur Welt brachten, liegen hier begraben.
Toledo – landschaftlich faszinierend an einer Flussschleife gelegen, mit beeindruckenden Kirchen und Monumenten. Tipp: der Dom!
Ávila – noch heute von einer mächtigen, vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben.
Segovia – die Stadt mit den drei Universitäten!
Cuenca – eine kleine Stadt östlich von Madrid mit absolut sehenswertem Charakter.
Südliches Spanien
Andalusien ist bei uns in Mitteleuropa am bekanntesten. Hochgeschwindigkeitszüge wie der AVE verbinden Madrid mit Sevilla in zweieinhalb Stunden. Zwischen Madrid und Andalusien liegt die Region „Castilla‑La Mancha“, im Osten am Mittelmeer die Region Murcia und im Westen, an der Grenze zu Portugal, die Region Extremadura.