Emilia-Romagna – Heimat von Verdi, Ferrari, Balsamico, Don Camillo und Peppone
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→ Wirtschaftskraft der Poebene→ Reise- und Kulturland Emilia-Romagna
→ Kleinode der Romagna
→ Meine Beiträge über die Region
→ Weblinks
Die Emilia-Romagna bietet all jenen viel, die sich Zeit für sie nehmen. Die Region zwischen Apennin und Po besteht historisch aus zwei Landesteilen – der Emilia und der Romagna – mit Bologna als gemeinsamer Hauptstadt.
Quer durch das Gebiet verläuft die berühmte römische Staatsstraße Via Emilia, nach der die Emilia ihren Namen erhielt. Seit mehr als 2.000 Jahren ist sie eine der wichtigsten Verkehrsadern der italienischen Halbinsel. Sie sammelt die Wege aus Mittelitalien, die über den Apennin führen, und verbindet sie mit dem Straßennetz der Po-Ebene. Vollendet wurde ihr Bau im Jahr 187 v. Chr. durch den römischen Konsul Aemilius Lepidus.
Wirtschaftskraft der Poebene
Die Emilia-Romagna zählt zu den wohlhabendsten Regionen Italiens. Die fruchtbare Poebene ermöglicht hohe landwirtschaftliche Erträge und macht die Region zu einem Zentrum der Schweinezucht – nicht ohne Grund kursiert der scherzhafte Spruch, auf jeden Einwohner komme ein Schwein.
Auch die Produktion von Pasta aller Art hat hier Tradition. Der Nudelkonzern Barilla, einer der bekanntesten Lebensmittelhersteller Italiens, wird seit Jahrzehnten von Parma aus geführt.
Aus Parma stammen der Parmesan und der Parmaschinken. In den 1980er–2000er-Jahren wurden viele Schweine für den Parmaschinken aus den Niederlanden und Dänemark importiert. Das war ein großes Thema in der italienischen Presse und führte zu Diskussionen über „italienische“ Lebensmittel. Die Schweine, aus denen der Parmaschinken hergestellt wird, müssen heute aus genau definierten Regionen Italiens stammen. Zugelassen sind die Emilia-Romagna, Venetien, die Lombardei, das Piemont, Molise, Umbrien, die Toskana, die Marken, die Abruzzen und Latium. Nur Tiere aus diesen Herkunftsgebieten dürfen für die Produktion des geschützten „Prosciutto di Parma“ verwendet werden.
Bologna ist die Heimat berühmter Wurstwaren wie der Mortadella. Zudem werden hier Tomatenmark und verschiedene Marmeladen produziert. Die Hauptstadt der Region ist außerdem das Zentrum der Lambrusco-Erzeugung.
Im Raum
Modena
entsteht der geschätzte
Balsamico-Essig
,
dessen traditionelle Variante eine dickflüssige, fast ölige Konsistenz besitzt.
Auf den industriellen Balsamico, den wir in Mitteleuropa bekommen, trifft dies nicht zu.
Die Stadt Vignola ist bekannt für ihre Nuss- und Kirschproduktion, die weltweit exportiert wird.
Die Automobile von
Ferrari (Maranello)
und
Lamborghini (nördlich von Bologna)
sowie die Motorräder von Ducati (Bologna) genießen Weltruf.
Die Keramik- und Majolikenmanufakturen von Faenza und Sassuolo – letzteres ein europäisches Zentrum
der industriellen Kachelfertigung – sowie die Strickereien von Carpi bilden weitere wirtschaftliche
Standbeine der Region.
Ravenna zählt zu den wichtigsten Erdöl- und Erdgas-Häfen Italiens und verfügt über eine bedeutende petrochemische Industrie.
Entlang der Adriaküste bei Forlì, der sogenannten "Riviera Romagna", liegen bekannte Seebäder. Orte wie Cesenatico, Rimini, Riccione und Cattolica stehen europaweit für erholsame und abwechslungsreiche Badeferien.
Bologna ist nach Mailand das bedeutendste Industrie- und Wirtschaftszentrum Italiens. Als wichtiges oberitalienisches Messezentrum profitiert die Stadt von zahlreichen internationalen Fachmessen, etwa aus den Bereichen Schuhe und Delikatessen, Kosmetik, Kinderbücher und Keramik.
Bologna gilt zudem als Zentrum der Druckereibranche – viele ausländische Verlage und Unternehmen lassen hier produzieren.
Im Jahr 1119 wurde in Bologna die erste moderne westliche Hochschule gegründet: die Universität von Bologna. Sie gilt als Vorbild für das höhere Bildungswesen in ganz Europa und darüber hinaus.
Reise- und Kulturland Emilia-Romagna
Neben den Städten mit großer historischer Vergangenheit verdienen auch die Dörfer des Landes
besondere Aufmerksamkeit. Dazu zählt das kleine, verschlafene
Brescello am Po
.
Hier entstanden einige der berühmtesten und bis heute beliebten italienischen Nachkriegsfilme –
die Geschichten von "Don Camillo und Peppone".
Noch immer steht die Kirche mit dem Kreuz, das im Film zu Don Camillo sprach.
Ein kleines Museum, vor dem der Panzer aus den Dreharbeiten steht, zeigt zahlreiche Requisiten:
Fahrräder, Koffer, das Beiwagenmotorrad, Fotos vom Set und vieles mehr.
Und im Café, in dem Don Camillo im Film gerne einmal eine Schlägerei anzettelte, können Sie noch heute – direkt gegenüber der Kirche – einen Cappuccino genießen. … hier finden Sie einen wunderbaren Internetlink mit vielen weiteren Informationen rund um die beiden.
Ein weiterer Ort der Poebene ist Roncole nahe Parma.
Hier wurde 1813 einer der berühmtesten Männer Italiens geboren:
Giuseppe Verdi
,
dessen Opern bis heute Millionen begeistern.
In den Tälern, die zum Apennin hinaufführen, liegen weitere kulturhistorische Schätze:
Bóbbio mit dem Grab des irischen Missionars Columban, der hier 615 starb und bis heute
eine Pilgerstätte für Iren ist.
Salsomaggiore Terme zählt zu jenen Kurorten, die noch immer etwas von der Eleganz der
1920er-Jahre ausstrahlen – und als der Frauenkurort Italiens besuchte ihn
einst auch Sophia Loren.
Wer es ruhiger mag, besucht die Zisterzienserabtei Chiaravalle della Colomba,
1135 von Bernhard de Clairvaux gegründet.
In Fontanellato lässt sich ein
Wasserschloss
bestaunen, in Colorno nördlich von Parma ein prachtvolles Barockschloss.
Und natürlich Parma selbst!
Hier spielt(e) die Musik: Der Dirigent Arturo Toscanini wurde hier geboren, der Komponist Nicolò Paganini liegt hier begraben, und die Habsburgerin Marie Louise, unglückliche Ehefrau Napoleons I., verbrachte in Parma ihren Lebensabend und kreierte das Parfum "Violetta di Parma".
Noch mehr Geschichte? In Reggio Emilia schlug am 7. März 1797 die Geburtsstunde
der späteren italienischen Flagge, der Tricolore, und auch die polnische Nationalhymne
wurde hier komponiert.
Nicht weit von Parma liegt ein weiterer geschichtsträchtiger Ort: Canossa,
Wohnsitz der Markgräfin Mathilde und Ziel des berühmten Bußgangs von Kaiser Heinrich IV.
im kalten Jänner 1077, um vom Kirchenbann befreit zu werden.
Modena und sein Dom, Bologna – die Gelehrte, die Fette, die Rote –, Ferrara mit seinem Wasserschloss: alles Themen für eigene Kapitel. Ebenfalls in der Emilia liegen Dozza mit der Enoteca Regionale Emilia Romagna, dem regionalen Weinmuseum, sowie Imola – der zweite Formel‑1‑Schauplatz Italiens.
Natürlich darf man Ferrara nicht vergessen, wo das Haus Este
sein Stammschloss hatte, bevor es nach Modena übersiedelte.
Nicht weit davon liegt Comacchio mit seiner berühmten „dreiarmigen“ Brücke.
Die Abtei von Pomposa und ein Besuch im Po‑Delta sind meine letzten beiden Kurztipps
für diesen Teil der Emilia‑Romagna.
Kleinode der Romagna
Wenn Sie einmal einen neuen Teil Italiens kennenlernen möchten:
Die Emilia-Romagna – eine vielseitige Region – ist wirklich einen Besuch wert.
Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, eine eigene Seite nur über die
Romagna, Teil der Emilia-Romagna,
anzulegen.
Im Internet gibt es eine Seite mit Vorschlägen für Erkundungen mit Zug und Fahrrad: travelemiliaromagna.it. Die Seite ist inzwischen auch auf Englisch verfügbar und dank der Bilder gut verständlich.
Meine Beiträge über die Emilia-Romagna
→ über den Balsamico-Essig→ über die Romagna
→ Schwere Erdbeben-Serie im Mai 2012
Weblinks
emiliaromagnaturismo.it offizielles Tourismusportal der Region in deutscher Spracheitalia.it Besichtigungstipps in deutscher Sprache