Die Toskana
Meine Reisebeschreibungen siehe Südtoskana sowie Nordtoskana
Über die Toskana
Ihrem Umriss nach gleicht diese Region einem Dreieck, dessen Scheitel im Toskanischen Apennin und dessen Grundlinie am Tyrrhenischen Meer liegt. Hier an der Küste der Toskana sind die schönsten Seebäder der Westküste gelegen. Begleitet von Pinienwäldern zieht sich am Fuße der Apuanischen Alpen ein endlos langer, breiter Sandstrand hin, hinter dem sich ein Badeort an den anderen reiht. Wenn man nicht wüsste, dass die Toskana die Wiege des Humanismus ist – man könnte es sich beim Anblick dieser Landschaften denken.
Bei allem Kontrastreichtum ist das Land ein Wunder an ausgewogenen Proportionen, an fließenden Übergängen und an maßvoller Schönheit. Im Nordwesten, an der Grenze zu Ligurien, erheben sich die Apuanischen Alpen – eine alpine Enklave inmitten apenninischen Landes. Hier liegen die größten Marmorbrüche der Welt, die Brüche von Carrara. Jenseits des Gebirges erstrecken sich das fruchtbare Serchiotal und das Hügelland der Garfagnana. Daran schließt sich im Osten die Provinz Pistoia an, ein welliges Waldland mit Wein- und Olivenkulturen. In dieser Provinz liegt das weltberühmte Heilbad Montecatini Terme.
Die nächste Provinz ist Florenz, zwischen deren nördlichem Berg- und südlichem Hügelland der Arno ein weites Becken durchfließt. Unterhalb von Florenz zieht der Arno eine weite Schleife nach Süden, stromaufwärts, ehe er zu seinen Quellen nach Norden schwingt. Der westliche Arm dieser Schleife ist das Val d’Arno, der östliche das Casentino. Dazwischen liegt ein Gebirgszug von beachtlicher Höhe, um 1.500 m, der Pratomagno. Diese Landschaft gehört zur Provinz Arezzo, die dann nach Süden in das weite, fruchtbare Val di Chiana ausläuft.
An Arezzo schließt das Weinland Siena an, mit seinen berühmten Chianti-Hügeln.
Im Süden der Provinz Siena befindet sich der Leber-Kurort Chianciano Terme.
"Die Therme der Etrusker" hat eine jahrhundertealte Tradition.
Nun folgt Grosseto mit seiner weiten Maremma, der früher versumpften und heute ungemein
ertragreichen Küstenebene. Zu dieser Provinz gehören die Halbinsel Orbetello und die
Insel Giglio, beide bekannte Sommerfrischegebiete. Im Süden Grossetos liegt die Region
Latium, im Norden grenzt Grosseto an die Provinz Livorno. Von hier, dem
livornesischen Piombino aus, geht die Schiffsverbindung hinüber nach Elba
(Portoferraio). An der Küste Livornos liegt die zweite große Bäderzone der Toskana,
landschaftlich nicht ganz so reizvoll wie die nördlichere Zone. Die Stadt Pisa lag
früher direkt am Meer, doch hat der Arno im Laufe der Zeit einen breiten Streifen
Schwemmland vor die Tore der Stadt gespült.
Die Toskana gehörte seit dem Jahre 280 v. Chr. zu Rom. Vorher lag das Gebiet im Land der Etrusker. Nach Roms Zerfall kamen die Goten, Vandalen und noch einmal die Goten, bis Byzanz seine schützende Hand über Italien hielt. Unter den fränkischen Kaisern wurde die Toskana eine Mark des Reiches, deren letzte Markgräfin, Mathilde, das Land 1115 der Kirche schenkte. Die Staufer ließen dieses Vermächtnis nicht gelten und nahmen die Toskana in ihren Besitz (1139–1266). Nach dem Verfall der deutschen Macht in Italien bildeten sich die unabhängigen Staaten Florenz, Fiesole, Pisa, Lucca, Siena und Livorno. Als in Florenz die Medici an die Macht kamen (1443–1737), breitete dieser Staat seine Herrschaft über die Nachbarn aus. Damit war die ganze Toskana zu einem Herzogtum zusammengeschlossen.
Den letzten Medici beerbte Franz Stephan von Lothringen (1737–1765), und diesen wiederum Verwandte seiner Frau Maria Theresia, eine Nebenlinie der Habsburger. Das Haus nannte sich fortan „Herzöge der Toskana“ und regierte – von einem napoleonischen Interregnum abgesehen – bis 1860, als ein Plebiszit den Anschluss der Toskana an Italien herbeiführte.
Angeblich befinden sich in der Toskana mehr als die Hälfte aller Kulturschätze der Welt.
Daher hier nur ein paar
besondere Tipps:
Sant’Antimo
im Süden bei Montalcino;
Pienza
– Montepulciano!
Sehenswert sind die Villen und Gärten zwischen Florenz und Pisa
(sie sind versteckt, aber Suchen lohnt sich!). Zum Wohnen: im Norden Montecatini Terme,
im Süden Chianciano Terme. Ein allgemeiner Hinweis noch: Billig ist die Toskana schon
lange nicht mehr! Die Toskana – ein allzu umfangreiches Kapitel, als dass man es hier in
Kurzform wirklich darstellen könnte.
Fabbriche di Careggine ist ein Geisterdorf der Gemeinde Careggine in der Provinz Lucca.
Für die Errichtung eines Stausees wurde es in den 1950er‑Jahren geflutet. Manchmal wird
der Stausee abgelassen – dann taucht das Dorf wie ein Geisterort wieder auf.