Thomas Fuller (* 1608: † 1661)
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Anfang März 2010 wurde das knapp 41 000 BRT große Kreuzfahrtschiff Louis Majesty vor der nordspanischen Mittelmeerküste von mehreren ungewöhnlich hohen Wellen getroffen. Ist eine Kreuzfahrt damit gefährlicher als andere Urlaubsreisen?
Die Louis Majesty wurde 1992 in Dienst gestellt und erfüllte alle Sicherheitsauflagen für Kreuzfahrten im Mittelmeer. Am 3. März 2010 befand sich das Schiff bei schwerer See und Windgeschwindigkeiten um 100 km/h auf dem Weg von Barcelona nach Genua, als sich zunächst drei Meter hohe Wellen plötzlich auf Höhen um acht Meter aufbauten und mehrere Fenster im Bugbereich auf Deck fünf zerstörten. Die dritte und stärkste Welle schleuderte die dort anwesenden Passagiere gegen die Wände; zwei Tote und mehrere Verletzte waren die traurige Bilanz dieser Naturgewalten.
Ob sich der Kapitän korrekt verhalten hat, kann ich nicht beurteilen; das war Gegenstand einer amtlichen Untersuchung. Grundsätzlich gilt jedoch: Schwere See, also Sturm, stellt für moderne Schiffe keine außergewöhnliche Gefahr dar. Kapitäne versuchen zwar, Sturmtiefs zu umfahren, doch das ist nicht immer möglich – oder man weiß zum Zeitpunkt der Entscheidung noch nicht genug über die tatsächliche Entwicklung. So lief die Louis Majesty an diesem Tag Barcelona nicht wie geplant an, sondern nahm trotz Sturmwarnung Kurs auf Genua.
Unter diesem Link findet sich ein sachlicher Unfallbericht.
Was man über Jahrhunderte als „Seemannsgarn“ abtat, bestätigte die Wissenschaft des
20. Jahrhunderts: Ja, es gibt Wellen, die Höhen von 30 m und mehr erreichen können.
Sie entstehen unter besonderen Kombinationen von Wind, Strömungen und Wellenmustern.
Die Forschung zu den genauen Ursachen steckt jedoch noch in den Kinderschuhen.
Bei den Wellen, die die Louis Majesty trafen, spricht man allerdings
noch nicht von „Monsterwellen“. Acht Meter hohe Wellen sind im Mittelmeer selten,
aber möglich – besonders im westlichen Mittelmeer während des Winterhalbjahres,
das für Stürme bis hin zur Orkanstärke anfällig ist.
Mehr zum Thema „Monsterwellen“ findet sich unter Wikipedia Monsterwelle.
Nein. Es gab bereits mehrere Fälle, in denen Kreuzfahrtschiffe unangenehme Begegnungen mit außergewöhnlich hohen Wellen hatten. So wurde 2001 das Hapag‑Lloyd‑Kreuzfahrtschiff MS Bremen von einer Riesenwelle getroffen, die ein Brückenfenster zerstörte und das Schiff vorübergehend manövrierunfähig machte. Es befand sich auf dem Weg von der Antarktis nach Rio de Janeiro im Südatlantik. Verletzt wurde niemand der 137 Passagiere.
Ein modernes Kreuzfahrtschiff ist so sicher, wie es die Besatzung unter Beachtung aller Vorschriften betreibt. Das heißt: Ja, moderne Schiffe sind sicher. Doch wenn menschliche Fehleinschätzungen oder wirtschaftliche Interessen über die Sicherheit gestellt werden, nützt auch der modernste Sicherheitsstandard wenig.
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