Zum Reisen gehört Geduld, Mut, guter Humor,
Vergessenheit aller häuslicher Sorgen und
dass man sich durch kleine widrige Zufälle,
Schwierigkeiten, böses Wetter, schlechte Kost oder
dergleichen nicht niederschlagen lasse.

Adolf Freiherr von Knigge (* 1752: † 1796)

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Erinnern Sie sich noch an die Flugtickets auf Papier gedruckt?

Ein Blick zurück in die Geschichte des Flugtickets aus Papier

Das Papier‑Flugticket

  Seit 2009 gehören die auf Papier gedruckten Flugscheine – also Flugtickets – weitgehend der Vergangenheit an. Heute reist man papierlos, nur mit Codes und Ausweis. Doch bis zu diesem Jahr waren gedruckte Flugscheine eine wichtige und oft auch zeitaufwendige Angelegenheit.
  Klaus Hansen schreibt in seinem 1956 im Verlag Delius & Klasing, Bielefeld, erschienenen Buch So geht es bei der Luftfahrt zu: „Es gibt bei jeder der großen Gesellschaften [...], die irgendwie international fliegen, besten Falles zwei oder drei Fachleute, die alle Tarif‑Bestimmungen und Berechnungsvorschriften, die auf den ständigen Verkehrskonferenzen der IATA‑Mitglieder ausgekocht werden, beherrschen.“
  Diese Vorschriften und Tarife wurden in monatlich erscheinenden, dicken, mehrere tausend Seiten umfassenden Handbüchern veröffentlicht – den sogenannten APT (Air Passengers Tariff worldwide). Anhand dieses Fachbuches wurden die Kosten für Flugscheine berechnet, spezielle Bestimmungen und Besonderheiten der Fluggesellschaften nachgeschlagen. Ein zweites „Buch“ enthielt die aktuellen Flugpläne mit Zeiten, Zwischenstopps und Zeitverschiebungen. Es war eben die Zeit vor dem Computer.

Ein Flugticket aus dem Jahr 1955

  Bis etwa Ende der 1980er‑Jahre mussten alle Flugscheine noch von Hand geschrieben werden. Auch ich habe noch Hunderte von Flugscheinen für Charterflüge handschriftlich ausgefüllt. Frustriert war ich dann, wenn beispielsweise Austrian Airtransport, die damalige Chartertochter von Austrian Airlines, Flugnummern oder ‑zeiten nach Ausstellung der Tickets änderte: Dann musste ich für eine MD‑82 rund 130 Flugtickets neu schreiben – natürlich wieder mit der Hand.

Wie sich das Flugticket änderte

Begeben wir uns auf eine kleine Zeitreise und schauen wir uns ein Flugticket aus dem Jahr 1955 an (zum Vergrößern anklicken):
  Hier ein Flugticket von Swissair vom 20. Mai 1955 für die Strecke Frankfurt – Zürich – Mailand – Zürich – Frankfurt; der abgebildete Flugschein war für die Strecke Zürich – Mailand gültig.
  Diese Flugscheine wurden alle noch mit der Hand ausgefüllt und waren manchmal recht kompliziert. Schauen wir uns die drei Spalten ganz links an: routing (a) – via carrier (b) – fare construction (c):
a) Die Flugstrecke wurde oft nur mit der Drei‑Buchstaben‑Abkürzung eingetragen, z. B. VIE – Wien, HAM – Hamburg, ZRH – Zürich. Man musste zahlreiche Flughafenabkürzungen auswendig kennen.

Flugticket von Anfang des 21. Jahrhunderts

  b) Die Fluggesellschaft wurde mit einer Zwei‑Buchstaben‑Kombination angegeben, z. B. LH – Lufthansa.
  c) Die Flugtarifkonstruktion wurde daraus errechnet. Es gab nicht immer „fixe“ Tarife – oft musste man anhand der Flugmeilen oder mit Hilfe des APT die Tarife selbst berechnen. Besonders gefürchtet waren die „HIPs“ – Higher Intermediate Points (Flugtarif‑Lateinisch).

Aus den vielen Daten eines Flugscheins kann ein Fachmann weltweit neben Flugstrecke und Datum auch Tarife, Anwendungsbestimmungen oder die Berechnung des Flugpreises nachvollziehen. Im alten Ticket gab es dazu links die Spalte fare constructions. Auch beim zweiten Ticket aus dem Jahr 2005 kann man in Zeile 12 die Berechnung des Flugtarifs nachvollziehen.

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