Cornelia Funke (1958) deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin
Bücher aus aller Welt
Eigentlich wollte ich nur Buchtipps für Italien anlegen. Doch mit der Zeit wuchs die Zahl der gelesenen Titel an und irgendwann war auch das erste Buch dabei, das nicht von Europa handelt. Dann ich mit dieser Rubrik Bücher aus aller Welt.
Bücher auf dieser Seite:
Tuschetien entdecken. Ein Kultur- und Naturreiseführer für Georgien
Tuschetien. Kultur- und Naturraumwandel im Großen Kaukasus
Swanetien entdecken
Armenien. Kultur. Natur. Menschen.
Er ging voraus nach Lhasa. Peter Aufschnaiter. Die Biografie.
Marokko
Atlas der ungewöhnlichsten Orte
Hütten: Einsame, ruhige, magische Orte jenseits der Zivilisation
Im Schatten des Pols: Auf Shackletons Spuren im härtesten Meer der Welt
Die Weltreise Seiner Majestät Korvette Saida
Usbekistan, auf der Suche nach der Märchenwelt
Weites Land Mongolei
Das andere Ladakh
Mandalay – eine Reise ins Innere Birmas
Auf dem Landweg nach Asien
Tuschetien. Kultur- und Naturraumwandel im Großen Kaukasus
Ein gut recherchiertes Handbuch für Tuschetien‑Reisende.
Der Kultur- und Naturreiseführer im A5‑Format bietet eine Fülle an Informationen. Auch aktuelle Themen wie Klimawandel, touristische Entwicklung oder das kulturelle und ökologische Erbe werden behandelt.
Bereits im ersten Kapitel wird die Frage gestellt: Warum nach Tuschetien reisen? Bevor die Regionen beschrieben werden, folgen Kapitel über Geschichte, kulturelles Erbe und ökologische Besonderheiten. Die einzelnen Gebiete werden sehr genau dargestellt, ergänzt durch Wandervorschläge und Hinweise zur touristischen Infrastruktur.
Informationen in farblich abgesetzten Kästen behandeln Religion, Heiligtümer, Architektur, historische Reiseberichte und die traditionelle Fernweidewirtschaft (Transhumanz). Viele Bilder ergänzen die Kapitel, meist klein, aber aussagekräftig. Bildunterschriften enthalten das Aufnahmejahr.
Kleine Übersichtskarten erleichtern die Orientierung. Der Leser erhält einen guten Überblick über Besichtigungs- und Wandermöglichkeiten in dieser abgelegenen Region.
Autoren Stefan Applis und Florian Mühlfried; erschienen 2025 im Mitteldeutschen Verlag; ISBN 978-3-96311-984-2
gelesen 2025
Tuschetien. Kultur- und Naturraumwandel im Großen Kaukasus
Informatives und umfassendes Buch über diese Region im Kaukasus.
Das Titelbild zeigt es bereits: Schafzucht und Transhumanz prägen Tuschetien. Der Bildband bietet zahlreiche großformatige Aufnahmen und ergänzt sie mit informativen Texten. Für tiefere Hintergrundinformationen empfiehlt sich der parallel erschienene Kultur- und Naturreiseführer.
Kapitel behandeln das Biosphärenreservat Drei Alasani‑Flüsse, Wolle, Schafe und Schäfer, die Vielfalt an Weiden, Käse, Gärten und Feldfrüchten sowie die Architektur der Bergdörfer mit ihren Wehrhäusern und Türmen.
Ein eigenes Kapitel widmet sich der Religion. Die Frage nach ihrer Einordnung ist umstritten: heidnisch, iranisch beeinflusst oder eine alte Form des Christentums? Die Georgisch‑Orthodoxe Kirche versucht seit der postsowjetischen Zeit, heidnisch anmutende Praktiken zu verdrängen. Dennoch beten die Tuschen weiterhin Steinheiligtümer an. Manche Heiligtümer und sogar Wege sind für Frauen tabu.
Der Leser erfährt, wie Wolle verarbeitet wird, wie vielfältig die Weidewirtschaft ist und welche Auswirkungen der Tourismus auf die Region hat. Die Bildunterschriften sind dreisprachig (Deutsch, Englisch, Georgisch). Ein Beiheft enthält die vollständigen Texte in Englisch und Georgisch.
Autoren Stefan Applis, Gwendoline Lemaitre und Florian Mühlfried; erschienen 2025 im Mitteldeutschen Verlag; ISBN 978-3-68948-035-6
gelesen 2025
Swanetien entdecken
Der Buchtitel Swanetien entdecken wird dem Inhalt vollkommen gerecht.
Dr. Stefan Applis, Geograf und Fotograf, bereist seit vielen Jahren Ost- und Südosteuropa, den südlichen Kaukasus und Zentralasien. Sein über 200 Seiten umfassender Kultur- und Naturreiseführer beleuchtet Geschichte und Religion dieser Gebirgsregion. Frühchristliche Kirchen stehen neben Elementen alter Naturreligionen. Der 5201 m hohe Shkara ist der höchste Gipfel Georgiens.
Applis beschreibt die Herausforderungen des Tourismus, historische Exkurse wie die Kaukasus-Expedition von 1903, Männer- und Frauenräume bei Festen, Landkonflikte, Erbrecht, Bodenverteilung, traditionelles Recht und Sowjetrecht. Auch die Winterkatastrophe 1986/87 und die Umsiedelung nach Kvemo Kartli werden behandelt.
Typische Gebäude, Kulturgüter, Besichtigungsmöglichkeiten, Übersichtskarten, Wanderbeschreibungen und viele aktuelle Reisetipps ergänzen das Werk. Randnotizen bieten Lesetipps und Internetlinks. Zahlreiche Bilder machen das Buch zu einem informativen und atmosphärischen Reiseführer.
Erschienen 2021 im Mitteldeutschen Verlag; ISBN 978-3-96311-551-6
gelesen 2023
Armenien. Kultur. Natur. Menschen.
Kein Reisehandbuch, aber ein umfassendes Nachschlagewerk über Armenien.
Das 452 Seiten starke Werk ist eines der umfangreichsten Bücher über dieses alte Kulturland. Herausgeber Siegfried Siegesmund und 17 Experten aus verschiedenen Fachrichtungen beleuchten Geologie, Geschichte, Kultur, Küche, Vegetation und Gesellschaft Armeniens.
Die Kapitel sind zweisprachig (Deutsch und Englisch), wobei die zuerst beginnende Sprache meist ausführlicher wirkt. Das Bildmaterial reicht von historischen Aufnahmen über Karten und Zeichnungen bis zu aktuellen Fotografien. Viele Bilder stammen vom Herausgeber selbst.
Die Themenvielfalt ist groß: frühchristliche Kirchen, Vulkanismus, Weinkultur, Küche und Keller, Gesellschaft, Flora und Vegetation, Architekturgeschichte, Tuff- und Basaltgesteine, Restaurierung historischer Baudenkmäler und vieles mehr. Manche Kapitel sind wissenschaftlich gehalten, andere erzählerischer.
Ein Kapitel über Essen, Tanzen und Musizieren zeigt Armeniens kulturelle Lebendigkeit. Das Kapitel über den Ursprung des Weines berichtet über die ältesten bekannten Weinkellereien der Welt. Die Geologie Armeniens erklärt driftende Kontinente, Erdbeben und Vulkanismus.
Ein umfangreiches Autorenverzeichnis rundet das Werk ab.
Herausgeber Siegfried Siegesmund; erschienen 2022 im Mitteldeutschen Verlag; ISBN 978-3-96311-550-9
gelesen 2022
Er ging voraus nach Lhasa. Peter Aufschnaiter. Die Biografie.
Ausgezeichnetes Zeitdokument zum besseren Verständnis von Tibet, Nepal und Aufschnaiter.
Der Autor verwendet viele Originalauszüge aus Aufschnaiters Tagebüchern und ergänzt sie mit Erklärungen. Dadurch taucht der Leser unmittelbar in die Erlebnisse ein. Aufschnaiter beschreibt Orte, Berge und Personen stets mit tibetischen Namen. Als Landwirtschaftsstudent beobachtete er vieles aus agrarischem Blickwinkel.
Der erste Teil behandelt Aufschnaiters Jugend, seine Bergsteigerjahre und seine anfängliche politische Haltung. Expeditionen werden so beschrieben, dass man die Strapazen nachvollziehen kann. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde er in Indien interniert. Der zweite Fluchtversuch gelang, und er erreichte Tibet.
Nach 1952 arbeitete Aufschnaiter für britische Behörden und später für die FAO in Nepal und Indien. Er kartografierte, erforschte das Königreich Mustang und blieb bis zu seinem Tod in Nepal. Sein Verhältnis zu Heinrich Harrer blieb angespannt.
Das Buch enthält eine Zeittafel, einen Überblick über Tibet und den tibetischen Buddhismus, ein Literatur- und Quellenverzeichnis sowie ein Personenregister. Auf der Umschlagrückseite befindet sich eine Karte mit Aufschnaiters Routen.
Eine umfassende Biografie einer Persönlichkeit, die lange im Schatten Harrers stand, und ein wertvolles Zeitdokument über Tibet und Nepal.
Autoren Nicholas Mailänder und Otto Kompatscher; erschienen 2019 im Verlag Tyrolia Innsbruck; ISBN 978-3-7022-3693-9
gelesen 2019
Marokko
Reise durch eine verborgene Wunderwelt zwischen Wüste und Prunk.
Der Fotograf und Motorradfahrer Steffen Burger verbrachte seit 2012 rund 40 Wochen in Marokko und veröffentlichte daraus ein außergewöhnliches Buch. Eindrucksvolle Bilder und persönliche Schilderungen prägen diesen prachtvollen Band.
Lesen Sie dazu meinen Beitrag Marokko, ein außergewöhnlicher Geschichten‑Bildband mit einigen Doppelseiten aus dem Buch.
Erschienen 2018 im Eigenverlag von Steffen Burger; ISBN 978-3000599606
gelesen 2018
Nepal. Menschen und Landschaften am Great Himalaya Trail
Ein Prachtbildband mit Texten auf hohem Niveau.
Schon die Ankündigungsbilder waren beeindruckend. Dieter Höss bereist Nepal seit 1969 und zeigt in diesem großformatigen Bildband die Vielfalt des Great Himalaya Trail. Elf Kapitel, ergänzt durch Landeskunde, Kathmandu‑Einführung und farblich abgesetzte Informationsseiten, machen das Buch zu einem umfassenden Werk.
Höss beschreibt Trekkingerlebnisse so lebendig, dass man förmlich mitwandert. Er berichtet über Kultur der Nawar und Sherpa, religiöse Feste, Mudras und Mantras, über Kälte, Höhenpässe und Veränderungen im Land. Immer wieder vergleicht er frühere Eindrücke mit heutigen Entwicklungen.
Die Bilder sind das Herzstück: Lichtschattenspiele, glühende Bergwände, Riffeleis, Senffelder, Bergdörfer, Porträts von Menschen – von fröhlichen Kindern bis zu Mönchen mit Dung‑chen. Jede Trekkingetappe enthält eine Übersichtskarte und technische Daten.
Ein Bildband, der Nepal in all seinen Facetten zeigt und die Sehnsucht nach dem Himalaya weckt.
Autor Dieter Höss; erschienen 2017 bei Tyrolia Innsbruck; ISBN 978-3-7022-3625-0
gelesen 2017
Atlas der ungewöhnlichsten Orte – Eine Reise zu verwunschenen Plätzen, verlassenen Inseln und geheimnisvollen Labyrinthen
Es sind wirklich 50 ungewöhnliche und kuriose Orte gut beschrieben.
Die Kapitelüberschriften reichen von realisierten Träumen über verlassene Orte, Kuriositäten, Inselwelten bis zu schaurigen und unterirdischen Plätzen. Die Geschichten führen von Landgewinnung in den Niederlanden über verschluckte Orte in Mittelamerika, trockengefallene Häfen am Aral‑See, die hängende Kirche Santuario Madonna della Corona, den Berg der Kreuze in Litauen bis zu Spionageanlagen und russischen Sternenstädten.
Viele Beiträge sind zugleich Reisen in die Geschichte: verlassene Hauptstädte, Mahnmale, Gartenstädte, die echten erfundenen Brücken der Euro‑Scheine oder das Königreich Redonda. Auch ein Geisterschloss fehlt nicht.
Elborough führt zu Orten wie dem gescheiterten Vergnügungspark Wonderland bei Peking oder Portmeirion in Wales, das einem italienischen Dorf nachempfunden ist und als Set der Serie The Prisoner diente.
Jeder Artikel enthält eine Lagekarte, einen Detaillageplan und Schwarzweißbilder. Die Texte sind informativ, gut lesbar und nicht zu lang. Am Ende stehen Bibliografie und Register.
Ein Buch zum immer wieder Nachlesen – und vielleicht mit dem einen oder anderen Reisetipp.
Autor Travis Elborough; erschienen 2016 im Verlag Benevento Servus Salzburg; ISBN 978-3710600302
gelesen im Dezember 2016
Hütten: Einsame, ruhige, magische Orte jenseits der Zivilisation
Menschen erzählen davon, wie sie ihre Hüttenträume verwirklichten, mit vielen Bildern.
Die zehn Geschichten in diesem Buch handeln von besonderen Menschen und ihren Hütten in den USA. Die Bilder zwischen den Kapiteln stammen aus aller Welt und wurden dem Herausgeber Zach Klein zugesandt, der sie auch online veröffentlicht.
In der Einleitung beschreibt Klein, wie sein Wunsch nach einer Waldhütte im Upper Delaware Valley Wirklichkeit wurde und wie daraus eine Gemeinschaft und eine Plattform mit über 12 000 Bildern entstand.
Es folgen neun sehr unterschiedliche Hüttengeschichten: Jack English baute sich in einem abgelegenen Wald eine Hütte, Stein für Stein. Lisa und Douglas restaurierten einen verlassenen Bungalow in der Wüste. Dennis Carter verwirklichte auf Deer Isle in Maine ein Hostel im Stil der Kolonialarchitektur.
Weitere Beiträge zeigen, wie man eine Hütte zur Ahornsirup‑Herstellung baut, wie man neun Meter über dem Boden wohnt, wie man in Stahl und Beton in der Wüste leben kann, wie ein Erdbau funktioniert, was man aus Getreidesilos machen kann und wie eine Familie jurtähnliche Holzhütten errichtet.
Zwischen den Kapiteln zeigt Klein eine Auswahl weltweiter Hüttenbilder – von romantisch bis skurril. Über 320 Seiten mit ebenso vielen Bildern laden zum Staunen ein.
Die Texte sind angenehm zu lesen und gut übersetzt. Manche Protagonisten wirken exzentrisch, aber sympathisch. Das Buch spiegelt die Sehnsucht nach einfachen, ruhigen Orten jenseits der Zivilisation wider.
Autor Zach Klein; erschienen 2016 im Verlag Benevento Servus Salzburg; ISBN 978-3710401183
gelesen im November 2016
Im Schatten des Pols: Auf Shackletons Spuren im härtesten Meer der Welt
Ein faszinierendes Buch über eine sinnlose Reise von Abenteurern.
Arved Fuchs beschreibt seine Expedition von 2000, bei der er mit drei Begleitern Shackletons legendäre Rettungsfahrt von 1916 nachstellte. Anders als Shackleton waren sie nicht schiffbrüchig – ihre Reise war freiwillig. Fuchs schildert die Strapazen: tagelang nass und kalt, kaum Platz unter Deck, Angst vor dem Kentern, Stürme und endlose Wachen.
Parallel erzählt er Shackletons dramatische Geschichte: das Scheitern der Endurance‑Expedition, der Kampf ums Überleben und die unglaubliche Rettungsfahrt im sieben Meter langen Boot.
Das Buch enthält eindrucksvolle Bilder der Expedition und historische Aufnahmen von Shackletons Reise. Fuchs schreibt lebendig und detailreich, auch wenn manche seiner Aussagen zum Sinn solcher Abenteuer zum Nachdenken anregen.
Ein technisch und optisch gelungenes Buch, das die Faszination der Antarktis und die Härte der Expeditionen eindrucksvoll vermittelt.
Autor Arved Fuchs; erschienen 2014 im Verlag Delius Klasing; ISBN 978-3768838344
gelesen im Juli 2014
Die Weltreise Seiner Majestät Korvette Saida in den Jahren 1884–1886
Faszinierende Bild- und Textdokumente bieten Einblick in eine Weltumsegelung.
Die Grundlage des Buches sind die Tagebuchaufzeichnungen von Kapitän Heinrich Fayenz. Rudi Palla ergänzt sie mit historischen Informationen zu Häfen, Ländern und Ereignissen. Die Saida war 71 Meter lang und beherbergte über 300 Mann, die in Hängematten schliefen. Eine 51‑tägige Passage bei schwerer See zeigt die Härte der Reise.
Als kombinierte Ausbildungs-, Forschungs- und Diplomatenreise war ein Wissenschaftler als Fotograf ausgebildet worden. Über 100 Glasplattenaufnahmen dokumentieren Menschen, Landschaften und den Schiffsalltag – erstaunlich scharf und ausdrucksstark.
Besonders interessant sind die ethnografischen Aufnahmen, etwa einer Maori‑Frau oder javanischer Schauspieler. Palla ergänzt die Reiseberichte mit Kuriositäten, etwa über Maori‑Häuptlinge, die in den 1860er Jahren nach Wien kamen.
Ein inhaltlich wie optisch hervorragendes Buch.
Autor Rudi Palla; erschienen 2011 im Christian Brandstätter Verlag; ISBN 978-3-85033-462-4
gelesen im Dezember 2011
Usbekistan, auf der Suche nach der Märchenwelt
Persönliche Reiseeindrücke mit vielen brauchbaren Tipps und Informationen.
Dörte Domaschke schreibt mit gutem Stil, informativ und heiter. Sie schildert Besichtigungen, Begegnungen und Alltagssituationen – von abenteuerlustigen Männern über hartnäckiges Feilschen bis zum Essen auf dem Diwan. Sie beschreibt lebendig, ohne ständig Vergleiche mit Deutschland zu ziehen.
Der Reisebericht umfasst 92 Seiten, gefolgt von 20 Seiten Literaturtipps, praktischen Informationen zu Anreise, Visum, Entfernungen, Essen und Trinken sowie einem Rezept. Einige Farbbilder ergänzen das Buch.
Ein kurzweiliges, sympathisches Buch, das Lust auf Usbekistan macht.
Autorin Daniela Flemming; erschienen 2010 im Wiesenburg Verlag; ISBN 978-3-940756-14-5
gelesen im Jänner 2011
Weites Land Mongolei
Ein persönliches Reisetagebuch, aber kein Reiseführer – und doch informativ.
Daniela Flemming schreibt subjektiv, aber lebendig. Sie ist Landschafts- und Naturliebhaberin und schildert vor allem Eindrücke, Begegnungen und Erlebnisse. Kulturgeschichte spielt eine geringere Rolle.
Sie beschreibt das Owoo‑Naadam‑Fest, die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn, Begegnungen mit Mongolen und Russen, religiöse Stätten und den Alltag einer Reisegruppe. Manche Aussagen wirken naiv oder wiederholen sich, doch als Tagebuch ist das Buch authentisch.
Es vermittelt einen guten Eindruck davon, was man von einer Mongolei‑Reise erwarten darf – und welche romantischen Vorstellungen man besser zu Hause lässt.
Mit über 40 Farbfotos.
Autorin Daniela Flemming; erschienen 2008 im Wiesenburg Verlag; ISBN 978-3-939518-73-0
veröffentlicht am 20. Dezember 2010
Das andere Ladakh
Die beachtenswerte Geschichte einer privaten Hilfe für behinderte Kinder in Ladakh.
Karola Kostial schildert die Entstehung des Vereins Ladakh Hilfe, den sie 2003 mit ihrem Mann gründete. Als Physiotherapeutin beschreibt sie anschaulich die Lebensweise der Menschen, ihre ersten Reisen, die Herausforderungen vor Ort und den Aufbau eines Gesundheitszentrums.
Der zweite Teil behandelt weitere Reisen, die Suche nach Freiwilligen, organisatorische Schwierigkeiten und den Alltag zwischen Job, Verein und Familie. Der Stil ist manchmal nüchtern, manchmal poetisch, aber stets authentisch.
Ein interessantes Buch mit 40 Farbfotos.
Autorin Karola Kostial; erschienen 2009 im Wiesenburg Verlag; ISBN 978-3-940756-35-0
veröffentlicht am 17. Februar 2010
Mandalay – eine Reise ins Innere Birmas
Spannende Historie eines Landes, verbunden mit einer Liebesgeschichte aus dem birmesischen Alltag.
Hans Wilhelm Finger beschreibt die Geschichte Myanmars anhand von Dynastien, Königen und Prinzen. Eingebettet ist eine Liebesgeschichte, die er während seiner Aufenthalte beobachtete. Beides zusammen ergibt ein lebendiges Sittenbild einer lange abgeschotteten Gesellschaft.
Ein Glossar erklärt birmesische Begriffe. Der Abschluss des Buches widmet sich den Tempelanlagen am Mandalay Hill, ergänzt durch eine Zeittafel und 73 Bilder und Zeichnungen.
Ein fesselndes Buch, das viele Facetten des Landes zeigt.
Autor Hans Wilhelm Finger; erschienen 2010 im Wiesenburg Verlag; ISBN 978-3-940756-64-0
veröffentlicht am 21. Jänner 2010
Auf dem Landweg nach Asien
300 Seiten wirklich lesenswerte Reiseschilderungen.
Reto Meili reiste 2006 acht Monate lang über den Landweg durch Asien – von der Schweiz bis Thailand und Malaysia. Anfangs unscheinbar, entwickelt sich das Buch zu einer fesselnden Reisebeschreibung voller Begegnungen, Hintergrundinformationen und Alltagsbeobachtungen.
Meili schildert Gespräche mit iranischen Studentinnen, die Gastfreundschaft in Pakistan, Begegnungen mit tibetischen Mönchen, endlose Taxifahrten im Karakorum und chaotische Zugfahrten in Indien. Sein Schweizer Deutsch ist gut verständlich.
Einziger Kritikpunkt: Es fehlt ein Inhaltsverzeichnis und Register. Dennoch eines der interessantesten Reisebücher, die ich gelesen habe.
Autor Reto Meili; erschienen 2008 im Wiesenburg Verlag; ISBN 978-3-940756-01-5
gelesen im Dezember 2009