„Das Problem an italienischem Essen ist, dass man fünf oder sechs Tage danach wieder hungrig ist.“
George Miller, australischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent,
der vor allem durch seine fünfteilige Filmreihe Mad Max weltbekannt wurde

Kochbücher, Kulinarische Bücher, rund um den Wein

Ja, ja, ich weiß schon – es gibt tausende Bücher, die sich mit Kochen und Kulinarischem beschäftigen. Daher gilt auch in dieser Abteilung meine Devise: Nur was ich selbst gelesen habe, meine Tochter als passionierte Hobbyköchin oder meine Frau für gut empfunden haben, wird hier mitgeteilt.

Es sind dies folgende Bücher:

Meine Hofladenküche. 70 köstliche Rezepte mit frischen Zutaten.
Bistro, mon Amour Klassiker aus der französischen Küche
Das große Servus Kochbuch Traditionelle Rezepte aus Österreich
50 einfache Dinge, die Sie über Wein wissen sollten
Slow Food Guide Österreich
Genuss: Über Epikur, Erdmandeln und Experimente beim Essen
Die Bärenküche – das Beste von Josef & Josef Trippolt
Wo isst 2011 Österreich?
Die Knödelküche
Die Bratenküche
Das Krenkochbuch
Zauber der orientalischen Küche
Das große Kochbuch der KultiWirte
Käse aus Frankreich
Die kleine Kärntner Küche
Das Schrannenkochbuch
Zu Gast bei Monet
Einfach Genuss
Wein Reise Buch Österreich
Verführung à la chocolat
Ich koche für mein Leben gern
Das Trappkochbuch
Gesegnete Mahlzeit – Gutes und Gesundes aus der Klosterküche
Köstliche Wege von Stainz nach Maribor
Genussvoll um die Welt, ein Reisekochbuch für alle Sinne
Wo isst 2010 Österreich?
Fünfzig Jahre Appetit
Das große Buch vom Wein

Aus und über Italien finden Sie die kulinarische Übersicht hier

Meine Hofladenküche. 70 köstliche Rezepte mit frischen Zutaten

Meine Hofladenküche. 70 köstliche Rezepte mit frischen Zutaten

Einfache Gerichte, einfache Rezepte, viele Tipps und Informationen.

Conny Mauracher bietet ein Kochbuch mit unkomplizierten Rezepten, die auch für Anfänger gut gelingen. Viele Grundtechniken – Brot backen, Sirupe herstellen, klare Rindssuppe kochen – werden verständlich erklärt. Die Rezepte reichen von einfachen Salaten über Suppen wie Graukassuppe bis zu Hauptspeisen wie Topfenblattl mit Sauerkraut, Flammkuchen, Fleischlaibchen oder Rindsgulasch mit Semmelknödeln.

Bei Nudeln mit Bärlauchpesto gibt es eine Anleitung zur Pestoherstellung samt Tipp mit Schnittlauch. Die Süßspeisen – Kaiserschmarrn, Marillenknödel, Apfelguglhupf, Pannacotta, Eierlikör‑Parfait – sind appetitanregend bebildert. Brote wie Ruckzuck‑Brot oder Dinkel‑Müsli‑Weckerl sowie einfache Aufstriche runden das Angebot ab.

Jedes Rezept ist übersichtlich aufgebaut: links das Bild, rechts Zutaten, Anleitung und Tipps. Am Ende des Buches finden sich Basics wie Suppenwürze, klare Rindssuppe, Tomatenbutter, eingelegte Tomaten, Apfelmus, Eierlikör oder Holundersirup. Dazu kommen 17 Seiten über Vorratshaltung, Essensplanung, Resteverwertung und ein Erntekalender. Ein kleines österreichisch‑deutsches Küchenlexikon und ein Rezeptregister schließen das Buch ab.

Auch wenn nicht jeder einen Hofladen in der Nähe hat, sind die Rezepte alltagstauglich und gut nachkochbar. Ein praktisches, sympathisches Kochbuch.

Conny Mauracher; erschienen 2024 in der Verlagsanstalt Tyrolia Innsbruck; ISBN 978-7022-4172-8

gelesen im Dezember 2024

Bistro, mon Amour. Klassiker aus der französischen Küche

Ein sehr französisch‑authentisches Buch mit Zusatzinformationen über Zutaten.

Schon beim ersten Durchblättern fühlt man sich in ein französisches Bistro versetzt – tatsächlich handelt es sich aber um das Beaulieu in Wien. Rita Newman hat die Atmosphäre dieses Lokals so authentisch eingefangen, dass man sich mitten in Frankreich wähnt. Nach einer Einführung über das echte französische Bistro beginnt der Rezeptteil.

Salate, Sandwiches, Vorspeisen, Suppen, Quiches, Buchweizen‑Crêpes, Hauptspeisen, Desserts und Käse – jedes Rezept wird zuerst mit dem französischen Originaltitel und dann mit der deutschen Übersetzung vorgestellt. Am Ende des Buches gibt es ein zweisprachiges Register.

Die Rezepte sind übersichtlich aufgebaut: links meist ein ganzseitiges Bild, rechts die Zutaten und die Zubereitung für vier Personen. Oft gibt es zusätzliche Tipps oder Weinempfehlungen. Besonders gelungen sind die doppelseitigen Hintergrundtexte zu einzelnen Zutaten oder Gerichten, etwa zum Crottin de Chavignol, zu Weinbergschnecken oder zur Geschichte der Bouillabaisse.

Die hervorragenden Speisenfotos, die stimmungsvollen Bistro‑Aufnahmen, die klare Gestaltung und die authentischen Rezepte machen dieses Buch zu einer sehr gelungenen Sammlung französischer Klassiker – vom Croque‑mademoiselle über Pot‑au‑feu bis zu Crêpe Suzette.

Autoren Anna und Christoph Heinrich; erschienen 2014 im Brandstätter Verlag; ISBN 978-3850336468

gelesen im August 2014

Das große Servus Kochbuch

Traditionelle Rezepte aus Österreich – die Zutaten überall zu bekommen, die Rezepte einfach zu kochen und nach Jahreszeiten sortiert.

Schon der erste Eindruck begeistert: ein knallrotes Kochbuch im Halbleinenband, zwei Lesebänder, 400 Seiten – und ein Inhalt, der hält, was die Optik verspricht. Die Gestaltung ist professionell: links die klar strukturierten Rezepte, rechts die appetitanregenden, ganzseitigen Fotos der fertigen Gerichte. Jedes Bild ein kleines Kunstwerk.

Die Rezepte sind nach Jahreszeiten gegliedert und jede Jahreszeit wiederum in Suppen und Kleinigkeiten, Hauptspeisen und Süßes. Am Ende des Buches gibt es zwei Register: eines für die Rezepte und eines für die Zutaten – von Aal bis Zwiebel. Für bayerische Leser gibt es zusätzlich ein kleines kulinarisches Wörterbuch.

Beispiele aus dem Buch: Suure Bohna mit unzuckertem Schmarra aus Vorarlberg, Rhabarberkuchen mit Kühlschrank‑Tipp, Dampfnudeln mit sieben Arbeitsschritten, Mohnnudeln aus Häferlsterz oder eine Paradeiser‑Terrine mit Radieschensalat. Auch Klassiker wie Wiener Salonbeuschel fehlen nicht.

Im Winterteil finden sich 45 Rezepte, darunter rote‑Rüben‑Suppe mit frittiertem Zeller, Brezeln mit Schritt‑für‑Schritt‑Bildern, Saure Leber, Waldviertler Grammelknödel, Rehbraten in Hagebuttensauce, b’soffener Kapuziner oder oberösterreichischer Weihnachtsstollen.

Die Zutaten sind überall erhältlich, die Rezepte gut nachkochbar und die Bilder machen Lust aufs Ausprobieren. Ein Kochbuch, das traditionelle österreichische Küche in besonders schöner Form präsentiert.

Über die Autorinnen und Autoren
Uschi Korda ist eine der renommiertesten Kochbuchautorinnen Österreichs und prägt das Magazin Servus in Stadt & Land.
Alexander Rieder ist ein Spitzenkoch mit feinem Gespür für Stil und Präsentation.
Ingo Eisenhut und Stefan Mayer sind Servus‑Fotografen der ersten Stunde und prägen den Bildstil des Magazins.

Erschienen 2013 im Verlag Servus Salzburg; ISBN 978-3-7104-0000-1

gelesen im November 2013

50 einfache Dinge, die Sie über Wein wissen sollten

Ein fundiertes Nachschlagewerk für den Laien

Die Zahl 50 ist untertrieben, denn auf 270 Seiten finden sich wesentlich mehr Tipps und Erklärungen; das Wort "einfach" ist auch etwas tiefgestapelt, denn der Autor ist Dozent und Weinprofi, dementsprechend umfangreich sind seine sehr fundierten Erklärungen.

Das Buch ist kein "Lesebuch", keine "Bettlektüre", sondern ein durchaus auch für den Laien verständlich geschriebenes Fachlexikon. Staudt will nicht belehren, sondern informieren. Schon in seiner Einleitung meint er, dass es auf jeden selbst ankommt, welchen Wein er gut oder weniger gut empfindet. Er führt aus, weshalb man Weinbewertungen von Experten mit Vorsicht genießen sollte und beginnt dann mit seinen "50 einfachen Dingen".

Welche Arten von Weinen es gibt, wie man einen Wein prüft, was es mit der Säure und dem Tannin auf sich hat, wie man selbst einen Wein beurteilen kann, über das Weinetikett, die Rebsorten und Weinbaugebiete, über den Winzer und Kellermeister, wie man Wein richtig serviert und genießt, zu welchen Speisen welcher Wein passt usw.

Interessant ist das Kapitel über verbreitete Weinirrtümer. Dass nicht alle Spätlesen auch süß sein müssen, dass nicht jeder Wein atmen muss oder dass Wein mit zunehmendem Alter besser werde und anderes erfährt der staunende Leser. Am Ende des Buches gibt es ein Register der Rebsorten und Ursprungsgebiete.

Das Buch bietet mehr als sein Titel verspricht, es erscheint mir fachlich sehr fundiert geschrieben zu sein und erklärt dem Laien vieles auf verständliche Art.

Erschienen 2012 im Westend Verlag, Frankfurt a. M., ISBN 978-3-86489-031-4

gelesen im Dezember 2012

Slow Food Guide Österreich - Über 200 Adressen, ausgewählt und empfohlen von Slow Food

Wie das italienische Original: sympathisch und brauchbar

Gut 200 Restaurants, Gasthöfe und Hotels werden nach dem bewährten Aufbau des italienischen Originals beschrieben: oben der Adressblock mit Info über Preise, Öffnungszeiten und Kreditkarten, darunter eine Beschreibung des Lokals und seiner typischen Gerichte. Durch die farbliche Hervorhebung der besonderen Gerichte sieht der Leser mit einem Blick, was die Küche bietet. Bei vielen Lokalen finden sich ganz unten noch Ausflugs-, Besichtigungs- oder Einkaufstipps. Am Ende mancher Bundesländerkapitel gibt es auch ein paar Einkaufstipps in aller Kürze mit Adressen, beim Wien-Kapitel auch einige Heurigen-Hinweise und bei der Steiermark gibt es Buschenschank- Tipps. Ein eigenes Orte- sowie Lokal-Register erleichtern ein schnelles Finden im Buch.

Seitenhiebe oder subjektiv-Negative oder boshafte Anmerkungen konnte ich bei den Beschreibungen keine finden. Im Allgemeinen sind diese sehr sympathisch und informativ gehalten. Manchmal gibt es geschichtliche Hinweise zu den Lokalen, manchmal werden die Wirtsleute freundlich charakterisiert und natürlich die eine oder andere Anmerkung oder Erklärung zu einer Speise oder Getränk.

Aber mir sind auch ein paar Dinge aufgefallen. So soll das Symbol einer Schnecke jene Lokale im Führer kennzeichnen, die den Testern ganz besonders gefallen haben und dem Charakter von Slow Food entsprechen. Da muss man aber suchen, denn deren gibt es nur ganz wenige. Beispiel Kärnten: ein Lokal von 18 beschriebenen oder drei in Oberösterreich von 17. Das Zeichen für qualifiziertes und reiches Weinangebot taucht jedoch etwas häufiger auf. Und noch etwas: 200 Lokale erscheinen auf den ersten Blick viel. Aber im Bundesland Salzburg sind es z. B. lediglich dreizehn Orte, zwei im Pinzgau, einer im Lungau, zwei im Pongau und der Rest im Flachgau und der Stadt Salzburg. Der Tennengau geht leer aus. Dagegen werden in Vorarlberg Lokale in 17 Orten angeboten. So gesehen muss man seine Reise sorgfältig planen, damit auch ein 'Slow Food' Lokal in der Nähe ist.

Erschienen 2011 im Christian Brandstätter Verlag Wien, Autoren Severin Corti und Georges Desrues, ISBN 978-3850335836

gelesen im Dezember 2011

Genuss: Über Epikur, Erdmandeln und Experimente beim Essen

Kritisch, sehr gut erklärend und sehr viel Detailinformation

Das Buch ist eine Mischung aus interessanter Information und Lehrbuch. Die interessante Information besteht in Erklärungen und Hintergrundinfo in allen Kapiteln. Das beginnt schon mit den einleitenden Beiträgen zu Genuss begreifen, über Genuss philosophieren, Genuss oder Dekadenz und anderes, setzt sich bei jedem weiteren Kapitel fort. Dr. Derndorfer nimmt kritisch Stellung zu Hauben-Bewertungen von Lokalen, nicht ohne Erklärung, welche Kriterien aus ihrer Sicht für die Speisenbeurteilung wichtig(er) wären. Im Kapitel '3 Kost-Paar-Keiten' erfährt der Leser, warum und welche Genussmittel und Gewürze miteinander harmonieren (Beispiel: Käse mit Schokolade).

Lehrbuch, weil Dr. Derndorfer immer wieder sehr genau über Begriffe, Genussmittel und Gewürze schreibt. Was ist Analogkäse, Schummel-Schinken, wissenschaftlicher Vergleich Kaffee, Tee und Schokolade zu Wein, ausführliche Information über Herkunft, Verarbeitung und Verwendung der Genussmittel (wie Tee, Kaffee u.a.) sowie der Gewürze, der Kartoffel, Getreide- und Gemüsesorten (Pastinaken, Erdmandeln, Haferwurzel u.a.), Tomaten, Öle und anderes.

Dann folgen sieben Fragen an sieben Genussmenschen wie Starkoch Eckart Witzigmann oder Gabriele Gansler, Conviviumleiterin Slow Food Weinviertel. Schließlich kann der Leser in einem Kapitel praktisches Genusstraining lernen. Dabei geht es um Geruchszuordnung, wie Farbe den Geschmack beeinflusst, Vergleich von Temperaturen u.a. Diese Experimente bietet Dr. Derndorfer in einem eigenen Kapitel auch für Kinder ab sechs Jahren an.

Sehr umfangreich fällt das Literaturverzeichnis aus. Die Autorin listet genau nach den einzelnen Kapiteln auf und kommt auf zehn Seiten eher in kleiner Schrift! Darunter sind auch zahlreiche Internetlinks, wobei sie sehr korrekt jeweils angibt, wann sie die Information beim jeweiligen Link abgefragt hatte. Schließlich endet das Buch mit einem Sachregister. Nicht vergessen möchte ich zu erwähnen, dass viele der Produkte mit guten Bilder dargestellt werden und hätte meine Frau nicht heute zufällig Erdmandeln zu Hause gehabt – nach dem Studium des Buches kenne ich sie auch.

Erschienen 2011 im Verlag Maudrich, Autorin Dr. Eva Derndorfer, ISBN 978-3851759396

gelesen im Dezember 2011

Die Bärenküche: das Beste von Josef & Josef Trippolt

Ein erfrischend anderes Kochbuch u.a. mit Hintergrundinfos über die Köche

"Lassen Sie weg. Fügen Sie hinzu.", "Haben Sie Mut zur Improvisation", "Benutzen Sie Ihre Gäste nicht als Versuchskaninchen" und andere ehrliche Tipps machen den Anfang von rund 20 Seiten Einleitung. Vater Sepp war eigentlich gelernter Fleischer und kam nur durch Zufall zum Job "Koch". Dann aber brachte er sich alles im Selbststudium bei, was sein Sohn Seppi im "Hospiz" am Arlberg lernte. Gemeinsam ging es dann im "Zum Bären" im Kärntner Bad St. Leonhard weiter: mit einem Junior- und einem Seniormenü auf der Speisenkarten und zwei kulinarischen Linien in einem Hauben-Restaurant. Die Küche ist stark aus dem Alpen-Adria-Gebiet beeinflusst – frische Kräuter, feine Olivenöle und einfache Pasta-Gerichte haben Platz im Angebot.

Schon auf den ersten Seiten fallen mir die herrlichen Bilder von Fotograf Ernst Peter Prokop auf. Und mit jedem Umblättern erscheinen neue, faszinierende, appetitanregende Aufnahmen der 88 Gerichte, deren Rezepte gut geschildert sich daneben finden. "Lesen Sie die Rezepte gründlich durch. Kurz geschriebene Text und Mengenangaben bedeuten nicht, dass es sich dabei um die leichtesten Rezepte handelt" raten die beiden Köche schon auf den ersten Seiten. Aber das habe ich mir auch nicht von den beiden erwartet.

Schon im ersten Kapitel "Kleines & Feines" beginne ich zu staunen und im Geiste zu kosten. Timballino von der Räucherforelle oder Sellerie-Karotten-Terrine – die Terrine in Herzform! Oder Zart gebratene Lavendel-Entenleber auf geschmorrtem Trevisiano, Ingwer-Apfel und Honigschaum. Bei den Suppen bilden schon alleine die Bilder einen begehrenswerten Vorgeschmack: Himbeerrot leuchtet einem da die Schaumsuppe von Roten Rüben und Kren-Grießnockerln entgegen. Kastanienravioli im Lavendelsaft mit lauwarmen Honig-Oliven-Apfel klingt bei den Pasta-Gerichte fast schon wie ein Menü. Das Zander-Szegediner mit Zitronenlinsen, Wacholder-Gnocchi und gelbem Paprika ist nur eines von acht Fischgerichten. Das Kapitel über Fleischgerichte trägt den Untertitel "was Ordentliches zum Beißen" und bietet u.a. das Rezept für ein Karreebratl vom heimischen Lamm im Rosmarin-Natursaft, Erdäpfelkrapferl und Paprika-Tomaten. Auch acht Brotrezepte, u.a. Zimtweckerl und Kürbis-Focaccia, haben Sepp & Seppi im Buch anzubieten. Abschließend folgen 18 Vorschläge für Süßes. Süßspeis vom Ricotta Nougat, Tiramisu "classico" mit frischen Himbeeren oder mit Kastanienreis gefüllte frische Datteln und pürierte Himbeeren seien davon erwähnt.

Immer wieder finden sich Bonmots der beiden Köche, wie beispielsweise von Seppi (Sohn): "Mein peinlichstes Hoppala: Ich habe meine eigene Hochzeitstorte verbrannt". Oder von Sepp (Vater): "Satt sein, aber nicht platzen". Es ist also ein sehr lebendiges Kochbuch, das sehr viel für das Auge und auch für den Geist bietet. Für nicht so versierte Hobbyköche haben die zwei Haubenköche noch ein paar Kapitel am Ende: Menüvorschläge aus diesem Rezeptbuch, Grundrezepte (weiße Einbrenn, Lammfond, braune Butter usw.), über den Umgang mit Schokolade und Fruchtsaucen, ein Glossar und Rezeptverzeichnis.

Erschienen 2010 im Verlag Carnithia in der Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-85378-670-3, Autoren Silvia Trippolt-Maderbacher und Ernst Peter Prokop

gelesen im Februar 2011

Wo isst 2011 Österreich?

Die 1200 besten Wirtshäuser in Österreich, Friaul, Istrien, Slowenien, Südtirol und Westungarn

Ein sehr sympathisch gemachter, informativer (Reise-)Führer

Kann man einen Restaurantführer, der jährlich erscheint, jedes Jahr neu beschreiben? Ich sage, ja! Wenn ich den neuen Führer aufschlage, fällt mir sofort die freundliche, übersichtliche und ansprechende Gestaltung auf, die mich schon in vorangegangenen Ausgaben begeistert hat. Der Genießer findet dann die Liste der "Weinwirte", der "Bierwirte des Jahres 2011", den "Produzent des Jahres 2011" und den "Weinmensch des Jahres 2011".

Dann geht es bundesländerweise mit den Wirten und Winzern los. Da gibt es "Gourmettipps", Wirte mit einem Herzerl – dort fühlten sich die Autoren besonders wohl; ein Kussmund als Symbol bedeutet, dass die Autoren dort besonders gut gegessen haben. Ansprechende Bilder wie die Orangerie im Schlosspark in Steyr in nächtlichem Licht, die Innenaufnahme beim "Zum kleinen Griechen" Linz oder die Gartenaufnahme vom Hohlwegwirt in Hallein machen einfach Lust auf einen persönlichen Besuch.

Was mir diesen Führer noch so sympathisch macht: oft findet man Bilder von den Menschen, die hinter dem Namen des Hauses, des Kellers stehen; die Texte sind sehr verständlich geschrieben und bieten viel Information über die Angebote der beschriebenen Lokale; es sind nicht nur Namen aus touristischen Zentren zu finden, sondern auch Empfehlungen "in der Einöd", wie z. B. der "Franzbauer" in Gußwerk im Salzatal (Steiermark) oder das "Landgasthaus anno 1920 (Scheugl)" in Etsdorf am Kamp (NÖ).

Schließlich folgt noch etwas, was diesen Führer auch als "Reiseführer" unerlässlich macht: Winzer, Osterien, Gostilnja und Restaurants in Südtirol, im Friaul, Slowenien, Istrien und Westungarn; darunter einige der führenden Lokale in jenen Gebieten. Zum Schluss dann das ausführliche Kapitel über österreichische Winzer und damit man auch alles findet, eine Übersichtskarte für alle im Führer behandelten Regionen mit den wichtigsten Orten eingezeichnet.

Erschienen 2010 im Pichler Verlag in der Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-85431-524-7, Autoren Christoph Wagner und Klaus Egle

gelesen im Dezember 2010

Die Knödelküche

Die 250 besten Rezepte von pikant bis süß

Man könnte also ein komplettes Menü aus Knödeln zusammenstellen!

Wie vermeidet man aufgerissene Knödel, das ist nur einer der zahlreichen Tipps, die die Autoren gleich zu Beginn des Buches auf sechs Seiten bieten. Dann folgen auf 20 Seiten die verschiedensten Knödelteige, deren Herstellung teilweise auch anschaulich mit Bildern gezeigt wird (z. B. beim Nudelteig für Ravioli, Tortellini oder Tascherln oder beim Topfengriesteig). Weiter geht es mit Füllungen von pikant bis süß (Brennessel- oder Garnelenfülle als Beispiele), denen weitere 16 Seiten gewidmet sind. Und dann geht es mit den Knödelrezepten los: als Suppeneinlage (z. B. Erdäpfel-Leberknödel oder Haselnussknödel), als Vorspeise (z. B. Falafel-Kichererbsenbällchen, Fischknödel, gebackene Bierknödel, Topfennockerl pikant oder süß, Schweizer Fleischkügeli oder Wickelknödel), als Hauptspeise (Basilikum-Käseknödel auf Tomatenkompott, Brennesselmaultaschen in Hanfölcreme mit Hühnergrammel, Fischknödel im Reismantel, Gmundner Räucherfischknödel oder gebackene Grammelknödel), als Beilage (Bauernbrotknödel, Steierische Käferbohnenknödel mit Brot oder Riebelmaisknödel) oder Nachspeise (Dörrzwetschken[pflaumen]knödel mit Krokantbröseln, Eisknödel, Fruchtknödel im Kokoshemd, Mohn-Glühweinknödel oder Früchte-Schokoladenknödel mit Walnussbröseln).

Natürlich findet man auch alle klassischen Knödelarten. Im Anschluss an die Rezepte gibt ein Kapitel "Was den Knödel schmückt und veredelt": Rezepte für Bärlauchpesto und -pasta, Rahm-, Bier- oder Kürbissauce u. a. Schließlich verraten die Autoren noch, was für Köstlichkeiten man aus Knödelresten zaubern kann (Knödelasagne, Semmelknödelschmarrn u.a.). Ein Glossar zum Schluss hilft bei Fachausdrücken weiter und je ein Register in alphabetischer Reihenfolge und eines nach Kapiteln gereiht zum schnellen Finden des Wunschrezepts.

Ich hätte nie gedacht, dass es so viele Knödelmöglichkeiten und Verwendungsformen gibt. Man könnte also ein komplettes Menü aus Knödeln zusammenstellen!

Erschienen 2010 im Pichler Verlag in der Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-85431-526-1, Autoren Ingrid Pernoben und Christoph Wagner

gelesen im Dezember 2010

Die Bratenküche

150 feine Rezepte von Geflügel bis Wild

Nicht nur Rezepte, sondern auch umfangreiche, interessante Hintergrundinformationen

Wagner hat mit diesem Buch ein informatives Handbuch zum Thema Bratenküche geschrieben. Das beginnt mit rund 40 Seiten über geschichtliche Entwicklung des Bratens, Fleischkunde, Brateneinmaleins, Bratmethoden und ideale Temperaturen, geht weiter in 150 gut les- und kochbare Rezepten mit Bildern, die einem schon beim Lesen das Wasser im Munde zusammenrinnen lassen, über Tipps wie "Lawinenschutz Lamm" oder "die besten Tipps für Bratensaucen" und endet mit Ideen, was man aus Bratenresten noch so alles zaubern kann (z. B. Rindfleischsalat, provencalisches Palatschinkengratin oder ungarisches Fischgröstl). Am Ende des Buches findet man ein Braten-Register in alphabetischer Reihenfolge und eines nach Kapiteln gereiht.

Neben klassischen Rezepten wie Roastbeef, Kalbsbraten, knusprige Ente mit Semmel-Apfel-Fülle oder Schweinsbraten bietet Wagner auch Schmankerl wie Rinderschmorbraten im Heu mit Sauce Choron, Schichtbraten nach russischer Art, Ochsenlende altwienerisch, geschmortes Bauchfleisch auf Wildbret-Art, gefüllte Lammbrust auf maghrebinische Art, Wachteln mit Couscousfülle und Madeirasauce, Rezepte für Fasan, Fastnachtauben, Pfingsttaube, Perlhuhn, Hase, Kaninchen, Reh, Hirsch und gebratene Fische (z. B. Branzino in Weinblättern gebraten oder irische Seezunge) u.a.

Ein Buch mit erstaunlich vielfältigen Rezepten, die ich hinter dem schlichten Buchtitel "Bratenküche" nicht erwartet hätte.

Erschienen 2010 im Pichler Verlag in der Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-85431-525-4, Autor Christoph Wagner

gelesen im Dezember 2010

Das Krenkochbuch

Die schärfsten Rezepte mit Meerrettich und Wasabi

Aha, dachte ich mir, ein Buch über Kren. Was da wohl drinstehen wird? Kren zum Schweinsbraten und zu einem Paar Würstel? Weit gefehlt! Es beginnt schon einmal mit acht Seiten Information über Herkunft der Pflanze, deren Verwendung als Heilmittel und Gewürz, über ihren Stellenwert in der österreichischen Küche, über den steierischen Kren und seine Auszeichnungen sowie über Wasabi, dem japanischen Kren.

Dann folgen die Rezepte, mehr als 90 sind im Buch zu finden, "garniert" mit wirklich appetit anregenden Bildern von Kurt-Michael Westermann. Diese sind entweder ganz- oder manchmal sogar doppelseitig. Krenschaumsuppe mit Räucherforellenfilet samt einem Bild zum Hineinbeißen, Matjessalat mit Äpfel und Kren, Rübennudeln mit grillierten Jacobsmuscheln und Koriander-Krenschaum, natürlich das klassische steirische Wurzelfleisch mit Kümmelerdäpfeln und Kren; und für mich eine echte Überraschung: feine Desserts mit Kren, zum Beispiel Kren-Panna-Cotta mit Zuckermelone und Melisse oder Bananen-Nussschnitte mit Wasabi-Kokoscreme; die ganzseitige Aufnahme des Wasabi-Gurken-Eises mit Buttermilchshake schaut einfach erfrischend aus; am Ende des Buches gibt es dann noch "Fink's kleines Krenkochbuch-Glossar", damit man vom Anschwitzen über Einmach und Moastbratl bis hin zu Paradeiser und Xanthan alles nachlesen kann, was man zum Ausprobieren der Rezepte braucht. Und alles gut leserlich und übersichtlich, überhaupt ist die Aufmachung des Buches sehr gelungen.

Erschienen 2010 im Pichler Verlag in der Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-85431-530-8, Autor Hans Peter Fink

gelesen im Dezember 2010

Zauber der orientalischen Küche

130 Rezepte aus dem Reich der Düfte und Aromen

Für den westlichen Gaumen genussvolle Gerichte ansprechend präsentiert

Arto der Harouttunian, der in Manchester, England, bis zu seinem frühen Tod 1987 im Alter von 47 Jahren zusammen mit seinem Bruder ein armenisches Restaurant führte, war ein bekannter und leidenschaftlicher Koch. Seine Rezepte entführen den Leser in eine andere (Koch)Welt und gleichzeitig führen sie ihn auch in diese ein. So gibt Harouttunian gleich Eingangs des Buches Tipps, wie die Rezepte aus westlicher Sicht handzuhaben sind. Die Rezepte weisen auch nur ganz wenige Zutaten auf, die man in Mitteleuropa schwer oder gar nicht bekommt.

Barbara Lutterbeck, Fotografin aus Köln, hat alle Gerichte appetitlich auf ganzseitigen Bildern fotografiert, den Rezepturen ist ebenfalls immer eine ganze Seite gewidmet. Bei jedem Rezept erfährt der Leser etwas über Herkunft oder Eigenart des Gerichtes sowie Tipps zum richtigen Servieren und Genießen. Dazwischen finden sich auch einige kunsthistorische Abbildungen aus der Ornamentik und Baukunst des Islams wie beispielsweise Details aus der Außenverkleidung des wohl berühmtesten Liebesgrabes der Welt, dem Taj Mahal in Delhi, Indien oder Fayencen aus dem Topkapi-Palast in Istanbul.

Ein kleiner Auszug: Mezze, kleine Appetithäppchen aus der syrisch-libanesischen Küche, Suppen und Eintöpfe (Tomaten-Orangen-Zitronen-Suppe), Salate (Dattel-Walnuss-Salat), Gemüse (den Weinblättern, gefüllt mit Reis und Mandeln sind gleich zwei Rezeptseiten gewidmet), Eierspeisen (Omelette mit Feigen), Fisch (Heilbutt mit Schmorreis, Makrele mit Zwiebeln in würziger Tomatensauce), Geflügel (Huhn mit Marillen[Aprikosen]sauce), Fleisch (Rezepte für Kibbeh – Lammfleisch, alternativ auch Rind, Moussaka auf arabische Art), Reis und Nudeln (gefüllte Lammteigtaschen, Kürbis-Pilaw süß-sauer mit Aprikosen), Brot (Arabisches Brot, Fladen, Glücks-, Olivenbrot u.a.), Getränke und Desserts (Ayran, Feigen in Sirup, Minztee u.a.).

Hinter arabisch klingenden Rezeptnamen verbergen sich schmackhafte, auch für den westlichen Gaumen genussvolle Gerichte.

Erschienen 2010 im edition styria in der Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-99011-019-5

gelesen im Dezember 2010

Das große Kochbuch der KultiWirte

Die 87 besten Rezepte

Oberösterreichische feine regionale Gerichte appetitlich aufbereitet!

"Ünsa Traubn hoaßt Hopfn, ünsan Wein nennt ma: Most", meinte schon vor rund 200 Jahren der oberösterreichische Mundartdichter Franz Stelzhamer zum Thema Küche und Keller in Oberösterreich. Und in diesem Buch sind es 87 Wirte aus ganz Oberösterreich, die 87 Rezepte präsentieren, also jedes dieses Wirtshäuser eines. Aber im Register findet man mehr als 150 Rezepte, die sich in den 87 "verstecken". Um Mitglied bei der Vereinigung der KultiWirte zu sein, muss das Wirtshaus u.a. ein regionales Speisenangebot mit mindestens sechs Hauptgerichte auf der Karte bieten, oberösterreichischen Most haben und, für mich zum Schmunzeln: einen Stammtisch zum Z'sammsitzen oder eine Stehschank zum Ratschen bieten. Die mehrseitige Einleitung gibt einen Einblick in die Themen Moste, Spargel, Erdäpfel, "Pferschabam" (Pfirsiche und Marillen) und Bauerngewalt, alles urtypisch oberösterreichische Themen.

Die Rezepte sind von einfach bis raffiniert, gut beschrieben und allen gemeinsam: ganzseitige Farbbilder, die mir beim Durchlesen wirklich eine "lange Zunge" machten. Auszug: grüne Suppe mit Safranobers (Stadtgasthof Rettenbacher in Kirchdorf), Gemüsesülzchen mit Vinaigrette und Schafkäse ("Zum Erzherzog Franz Salvator" in Weitersfelden), Erdäpfeltascherl mit Spargel-Käse-Fülle (Gasthaus Hohe Linde in Waldneukirchen), Mattigtal-Forelle im Speckmantel (Hoftaverne in Ranshofen), Florianer Klosterfilet mit Rahmerdäpfeln (Landgasthof "Zur Kanne" in St. Florian), Grieskirchner Bierfleisch (Restaurant Tuba in Grieskirchen), Hirschrückensteak mit Blaukrauttascherln und Prinzessbohnen ("Wirt am Markt" in Taiskirchen), Buttermilchschmarrn mit Heidelbeerjoghurt (Berggasthof Edelweiß in Ebensee), Punschknödel auf Kirschsauce (Landgasthof Diendorfer in Haslach) oder geeister Kapuziner (Landgasthof Hocheck in Altmünster).

Da einige Zutaten nur regional zu bekommen sind, wird dem Genießer wohl nur eines übrig bleiben: zu den Wirten zu reisen und die Speisenkarten auszuprobieren. Dazu liegt dem Buch eine praktische Übersichtkarte von Oberösterreich bei, auf der alle Wirte eingezeichnet sind. Und natürlich findet man von allen die genaue Anschrift.

Erschienen 2010 im edition oberösterreich, in der Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-7012-0051-1

gelesen im November 2010

Die kleine Kärntner Küche

Das Buchformat handlich, die Rezepte bodenständige Kärntner Küche

"Der echte Kärntner Reinling hat kein d und auch kein Loch in der Mitte...", diese und weitere Informationen zu Kärntner-Küchen- und Kocheigenheiten haben die Autoren Hans und Willi Tschemernjak und Christoph Wagner in einem kleinen (von der Größe), feinen (von den Rezepten her) Kochbuch zusammengetragen. Schön übersichtlich, am Rand die Zutaten aufgelistet und daneben gut verständlich und kochbar die Rezepturen. Ein kleiner Auszug: Tschebulls Villacher Kirchtagssupp'n, Metnitztaler Kassupp'n im Brottöpferl, vom Glundner Kas bis zur Frigga – Kärntner Köstlichkeiten für Vorspeis' und Jause, Thymianbuchteln mit Eierschwammerlsauce, Kürbisnockerl in Salbeibutter mit Räuchertopfen, etliche Rezepte für Fische aus heimischen Gewässern, Krustenbrat'l, Fleischreinkalan, von den Kletzenniggalan bis zum nackaten Buam – die warme Kärntner Mehlspeisenkuchl, sowie Einflüsse der südlichen Nachbarländer wie beim Slowenischen Krenstrudel, Friulaner Reinling (Gubana) oder Vierlingsstrudel (Gibanica).

Appetit anregende Bilder der Gerichte vom altbewährten "Hausfotografen" des Verlags, Ferdinand Neumüller, und ein Rezeptregister machen dieses echte Schmankerlkochbuch auch zu einem netten Geschenk für gute Freunde.

Erschienen 2010 im Carinthia Verlag, Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-85378-673-4

gelesen im Oktober 2010

Das Schrannenkochbuch

Informatives Buch über eine Salzburger Institution mit guten Rezepten

Wie man auf der Salzburger Schranne zu zwei gratis Fischen kommt, was "Landparteien" sind, wie die Lochener Bauern auf die Schranne kamen, über die Geschichte der Schranne, die bis ins Mittelalter zurück reicht und vieles andere mehr hat Elfi Geiblinger im Laufe ihrer 20 jährigen Tätigkeit für Radio Salzburg auf und über die Schranne erfahren und in diesem Buch zusammengetragen. Wie das mit der Standl-Vergabe funktioniert und warum die Preise so überraschend einheitlich "hoch" sind, waren auch für mich als geborener Salzburger zwei interessante Beiträge. Unterhaltsam ist auch das Kapitel "Der Markt und seine Kunden". Geiblinger schildert darin die unterschiedlichen Typen, vom Eiligen über den Schnäppchenjäger bis zum Biofan. Sie stellt auch "Originale" der Schranne in Wort und Bild vor. Nach dem Kapitel über die jahreszeitlichen Angebote auf der Schranne folgen 40 übersichtlich gestaltete, gut nachkochbare Rezepte (samt Rezeptverzeichnis) der beiden Starköche Josef Illinger und Michael Pratter; alle mit Zutaten, die man auf der Salzburger Schranne erhält. Ein Übersichtsplan gibt Auskunft über die Standl-Verteilung.

Viele Bilder, historische Aufnahmen ebenso wie aktuelle Impressionen vom Marktgeschehen, aber auch von zahlreichen Gerichten, deren Rezepte man im Buch findet, machen Lust auf einen Bummel über die Schranne oder zum Nachkochen. Die meisten Bilder stammen von der Salzburger Fotografin Doris Wild und ihrem Team.

Wer also Lust auf eine Radieschensuppe mit Topfenkräuternockerl, lauwarmes Saiblingsfilet mit marinierten Gartengurken und Rote-Rüben-Ravioli, Eierschwammerlragout mit gebackenen Topfenknödeln, Beiried in der Salzkruste mit Honig-Balsamico-Zwieberl und Erdäpfelgratin, Erdbeeren mit Essigschokolade und Vanilleeisparfait, Kürbiscremesuppe, Gams-Ravioli auf Steinpilzen im Sud, Süßwasserfischeintopf mit Bohnen und Sauerkraut oder Kürbis-Panna-Cotta mit Essigzwetschken hat, dem empfehle ich dieses Buch.

Erschienen 2010 im Verlag Anton Pustet, ISBN 978-3-7025-0625-4

gelesen im Oktober 2010

Zu Gast bei Monet

der große Impressionist als Gourmet, 180 Originalrezepte

Nicht nur Kochbuch, nicht nur Biografie, auch ein optischer Genuss

Belebt vom Familiengeist (die Autorin ist die Ehefrau eines Urenkels von Alice Hoschedé, der zweiten Frau des Malers) ist ein ganz außergewöhnliches Buch entstanden: Rund 190 Seiten Stil-Leben, rund 110 Seiten davon sind dem Leben des Malers mit seiner zweiten Frau Alice in Giverny gewidmet, wo ihm um 1900 der Durchbruch zum großen Erfolg beschieden war, und auf rund 80 Seiten gibt es Rezepte – Rezepte, von denen zwar kein einziges die Handschrift Monets trägt – er selbst hatte nie gekocht – wohl aber Rezepte, die die Lebensart des Impressionisten widerspiegelt. Im riesigen Gemüsegarten sorgte ein eigener Gärtner für täglich frisches Gemüse, Kräuter und Salate. Essen war für Monet fast eine Zeremonie und spielte sich immer mittags ab, da der Meister das beste Licht am Nachmittag zum Malen nutzte.

Das Buch gibt einen sehr lebendigen Einblick in das Leben einer gut situierten Familie um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhunderts. Es schildert neben der Lebensgeschichte von Alice und Claude Monet die besondere Atmosphäre des Hauses in Giverny, die Organisation des großen Haushalts, der zahlreich zu bewirtenden Gäste, der ausgelassenen Picknicks im eigenen Garten und in der Umgebung, die Marotten des Hausherrn und viele andere Bereiche des damaligen Lebens.

Was dieses Buch so begeisternd macht sind aber die oft doppelseitigen Farbaufnahmen. Bilder, die im Hause Monet fotografiert wurden und Impressionen von gedeckten Tischen, der Küche, des romantischen Gartens oder der Natur zeigen, dazwischen Bilder, die Claude Monet gemalt hat und Originalaufnahmen, die den Künstler, seine Arbeit und seine Familie zeigen. Ich selbst war schon mehrmals in Giverny und bin jedes Mal wieder von der besonderen Atmosphäre dort begeistert. Dieses Buch bringt diesen besonderen Flair sehr authentisch dem Leser und Betrachter rüber.

Die Rezepte geben Einblick in das Gourmetleben des Künstlers. Aus allen Teilen Frankreichs ließ er sich stets frische Ware liefern. Bei manchen Produkten traute er den Händlern in der Umgebung nicht so recht, was die Frische anbelangte und ging lieber in der Ferne einkaufen. Er frühstückte sehr früh und ausgiebig, was er bei seinen Reisen in England kennengelernt hatte. Und zu Mittag gab es dann das große Essen und auch alle Einladungen trugen sich stets zu Mittag zu. Abends gab es ein bescheidenes Essen. Da immer Freunde, Verwandte oder Geschäftsleute in Giverny weilten, sind einige Rezepte für acht oder mehr Personen angegeben. Die Familie sammelte Rezepte wo immer sie welche bekam und die Köchin plagte sich dann mit dem möglichst originalen Nachkochen herum. Huhn und Kapaun waren bei Monet beliebt und so finden sich über mehrere Seiten Rezepte dazu. Es finden sich etliche Wild-Rezepte, da Monet sich gerne von Freunden, die Jäger waren, beliefern ließ. Interessant ein englisches Rezept für Yorkshire Pudding. Er verschmähte auch den fetten Aal nicht, den er sich mit Sauce Tartar oder in Rotwein servieren ließ. Er aß gerne Fisch und Meerestiere, so auch Hummer in den verschiedensten Varianten. Bei den Nachspeisen überwiegen Rezepte für heimisches Obst, was in den Gärten von Monet reichlich wuchs. Besonders beliebt war das Bananeneis. Rezepte für Kuchen zum Tee, für Konfitüren und Konserven, sowie ein umfangreiches Register mit allen Rezepten, alles durchwirkt mit herrlichen Bildern, machen dieses Buch zu einem Kunstwerk, ganz im Sinne von Claude Monet.

Erschienen 2010 in der Edition Styria, Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-99011-018-8

veröffentlicht am 1. Oktober 2010

Einfach Genuss!

Herwigs Genussbotschaften regen zum Nachdenken und Kosten an

Eigentlich wollte ich das Buch erstmals nur so schnell durchblättern. Daraus wurde ein stundenlanges Lesen, Staunen, zustimmend Nicken und Neues entdecken! Bevor Querdenker Ertl fast 40 seiner Lieferanten und deren teilweise faszinierenden Philosophien vorstellt, gibt er einen sehr guten Einblick in sein Denken und Handeln. Und nur wer diese Seiten auch aufmerksam liest, versteht den wahren Sinn dieses Buches.

Ertl, der mit allen Kunden per du ist, im Kärntner Kötschach-Mauthen einen "Edelgreißler-Laden" betreibt, hat einfach klingende Erfolgsrezepte. Er glaubt an die Basis, nämlich an seine kleinen Lieferanten, daran, dass ehrliche Arbeit und deren Produkte einen fairen Preis haben sollen, und lehnt die Strategien von Supermärkten strikt ab. Er veranstaltet seit Jahren Genussfestspiele, abwechselnd bei seinen Lieferanten im Friaul, in Slowenien und Österreich. Dabei stellt er neue Produzenten und kulinarische Schmankerl vor und möchte seinen Kunden die Produzenten auf einer anderen, menschlichen Ebene zeigen.

Dann gibt es eine kleine Übersicht über jene Köstlichkeiten, die er in seinem Greißlerladen anbietet: eingelegten Radicchio von Primitivizia, Oktopus mit Tomaten auf Schwiegermutterzungen, Leber vom Seeteufel, Ingwer mit Zitronenmyrte, Biolachs mit schwarzem Gold, "sonnengeküsste" Tomaten und und und.

Schließlich bin ich ins Staunen gekommen: echter "Aceto Balsamico" aus Vorarlberg? Antwort vorweg von mir als Italienkenner: Ja, mit kleiner Einschränkung (Herwig Pecoraro). Warum für Marillenkernöl die Kerne aus der Türkei kommen müssen (Franz Hartl Öle), habe ich über Frischkäse mit Marille (Familie Nuart), über zwei Perfektionsfanatiker und einen Weinkeller (Damijan Podversic), über Ertls Eigenmarken "ErtÖl" und "Uniko", zwei Olivenöle von Vitjan Sancin bei Triest oder Moreno Cedroni, dem Schöpfer des italienischen Sushi namens "Susci", gelesen. Alle lässt Ertl zu Wort kommen, ihre Philosophien erklären und ihre besonderen Produkte beschreiben. Bei jedem Produzenten finden sich auch Übernachtungstipps für die jeweilige Region. Und es gibt eine Liste aller Lieferanten mit deren Adressen.

Ja, das Buch, geschrieben von Werner Ringhofer, ist einfach Genuss und dieser wird mit Bildern von Ferdinand Neumüller noch verstärkt.

Erschienen 2010 im Carinthia Verlag, Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-85378-659-8

gelesen im August 2010

Wein Reise Buch Österreich

Ein Wein-Reise-Buch, das Lust auf Kennenlernen und Ausprobieren macht.

16 Weinregionen und -straßen stellt Egle in diesem Buch vor. Nach einem Einleitungstext, der über die Weingeschichte der jeweiligen Region informiert, werden Winzer vorgestellt (mit kompletter Anschrift), gibt Egle Restauranttipps (von der Buschenschank über Weingüter bis hin zu Toprestaurants), Übernachtungs-, Genuss-, Kultur-, Natur- und Veranstaltungstipps (alle mit Adressangaben inkl. Internet). Und alle Informationsblöcke sind sehr übersichtlich gestaltet, farblich unterlegt angeordnet. Unterhaltsam geschrieben ("...Sie haben uns einen rosaroten Essig vorgesetzt, den sie Schilcher nannten!...") und mit vielen, teilweise sehr animierenden Bildern von Gerhard Trumler illustriert, ist es tatsächlich ein "Wein-Reise-Buch". Kleine Kartenausschnitte informieren den Leser, wo er sich gerade befindet.

Bei vielen Winzern gibt Egle kurze Hintergrundinformationen über den Werdegang oder die Philosophie des Winzers. Er beschreibt auch kurz deren Angebotspalette. Am Beginn eines jeden Weinbaugebiets bietet er dem Leser einen Überblick über die Böden, Reben und Weinsorten mit kurzer Charakterbeschreibung. Das Register teilt sich in "Orte" und "Winzer", ergänzt wird es mit einer kleinen Rebsortenkunde.

Ich bezeichne mich nicht als Weinkenner, aber auch nicht als Wein-Laie. Und da passt dieses Buch sehr gut zu mir, beispielsweise, wenn ich wieder ins Krems- und Kamptal fahren werde, habe ich jetzt mehr als genügend Tipps auf über 14 Seiten allein für diese Landschaften. Es ist kein belehrend, nüchtern aufgebautes Buch, sondern ein farblich und inhaltlich lebendiges Buch, das man auch sicherlich als schönes Geschenk verwenden kann.

Erschienen 2010 im Pichler Verlag, Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-85431-514-8

August 2010

Verführung à la chocolat

Jean-Paul Hévin, der Maître Chocolatier aus Paris

Canapés mit Kakao und Parmesan, ein Beispiel der Schokoladenvariationen, mit denen Hévin, einer der ganz Großen in seinem Fach, das ganze Buch hindurch begeistert. Madeleines, Honigkuchen mit Gewürzen, Millefeuille – über 40 schokoladige Rezepte findet der Leser. Dabei schildert er manchmal die Entstehungsgeschichte bzw. -legenden oder gibt Tipps. Verständliche und gut geschriebene Rezepturen mit Hinweisen auf den jeweiligen Schwierigkeitsgrad und traumhaft verführerische, ganzseitige Fotografien machen dieses Buch zu einem besonderen Kochbuch. Noch vor den Rezepten gibt Hévin ausführliche Informationen über den Ursprung der Kakaobohne, die Geschichte der Schokolade und über die Bedeutung der Schokolade in Japan, wo Hévin mehrere Jahre gearbeitet hatte und heute mehrere Schokoladenläden gehobener Schokoladenkultur führt. Für den Hobbykoch bietet er noch Profitipps, Beschreibungen der notwendigen Küchengeräte und -techniken sowie ein Glossar. Abgerundet wird das wirklich sehr ansprechend, auch optisch, gestaltete Buch mit einer Bibliografie und einer Adressliste der Läden Hévins in Paris sowie Bezugsquellen für Zubehör im Internet.

Die einzelnen Kapitel bei den Rezepten: Schokolade in vielerlei Variationen, feine Kuchen und Gebäck, Desserts, kleine Verführungen; deren da wären u. a. Schokoladenperlen als Knabberspaß, Bûche de Noël – ein Weihnachtsbaumstamm aus Schokolade, Schokoladenéclairs, Schokoladentörtchen sowie heiße und kalte Desserts, beispielsweise Clafoutis mit Kirschen.

PS: Wer meint, ich gäbe dieses Buch wieder her, der irrt – schon allein wegen der echt appetitlichen Bilder nicht!

Erschienen 2010 in der Edition Styria, Verlagsgruppe Styria, ISBN 978-3-99011-009-6

veröffentlicht am 13. Juni 2010

Ich koche für mein Leben gern

Mit vielen wirklich guten und wertvollen Koch- und Gesundheitstipps

Seit fast 40 Jahren betreibt Christine Saahs das biodynamisch geführte Weingut Nikolaihof in der Wachau. Das Buch enthält rund 170 Rezepte, mehr als 30 ausführlich behandelte Themen wie "Honig – ein Wunder der Natur", "Brennessel – wertvolle Lebenskräfte aus Wald und Garten" oder "Rose – die Königin der Blume als Heilmittel", die auch fundierte gesundheitlich-medizinische Hinweise und Anwendungsbeschreibungen enthalten, unzählige Tipps zu den einzelnen Gerichten und – sehr unterhaltsam – bei manchen Rezepten unter "Herrlich, zu viel gekocht" Tipps, was man am besten damit machen kann.

Mutter Christine Saahs bietet bodenständige, oft auch einfache, aber schmackhafte Gerichte aus der Wachau und Umgebung, ihre Tochter Christine, Kinderärztin mit anthroposophischer Ausbildung, ergänzt das Buch mit wertvollen Tipps zur sinnvollen Verwendung von Lebensmitteln, darunter viele Hausmitteltipps gegen Beschwerden.

Bemerkenswert die weltweit einmalige Auszeichnung des Weinguts, das die Gesundheit seines Weines auszeichnet, verliehen von der Deutschen Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie. Auch bei den Rezepten gibt es Schmankerl wie z. B. Basilikumnockerl, Bulgurrisotto, Grünkern-Dinkellablerl, Speckzwetschken (Speckpflaumen), Katzensgschroa (Katzengeschrei) oder die Waldviertler Gummiknödel.

Im Nikolaihof werden Demeter-Produkte ebenso wie die Produkte aus eigener biodynamischer Landwirtschaft in der Küche verwendet. Und diese Begriffe und Philosophie werden im Buch ebenso ausführlich erklärt wie die fast 2000-jährige Geschichte des Nikolaihofes selbst. Herrliche, ganzseitige Bilder vom Nikolaihof, von Speisen oder deren Zutaten von Kurt-Michael Westermann und ein Register machen dieses wirklich wunderbare, gut recherchierte Buch zu einem in meinen Augen wertvollen Nachschlagewerk für gesunde Rezepte.

Erschienen im Christian Brandstätter Verlag, Wien, 2010, ISBN 978-3-85033-366-5

veröffentlicht am 28. April 2010

Das Trappkochbuch

Original-Rezepte der Köchin Johanna Raudaschl

Irmgard Wöhrl (Herausgeberin), Caroline Kleibel (Text, biografischer Teil)

Johanna Raudaschl war vom 6. Juni 1931 bis 2. Jänner 1932 Köchin von Maria Augusta Freifrau von Trapp und Georg Ludwig von Trapp in Salzburg. Ihre Enkelin, Irmgard Wöhrl, hatte schon vor drei Jahren dieses Buch mit Rezepten ihrer Großmutter unter dem Titel "The Sound of cooking" herausgebracht und nun mit einem neuen Verlag und einem deutschen Titel dasselbe Buch wieder aufgelegt.

Auf mehr als 40 der rund 120 Seiten wird das einfache und doch interessante Leben von Johanna Raudaschl geschildert. 28 ganzseitige anregende Bilder von Landschaften und Gerichten, acht Rezepte für Vorspeisen, Suppen und Beilagen, neun für Hauptgerichte und 20 für süße Nachspeisen bilden den Rest des Buches. Ein Vorwort von Maria Franziska von Trapp, einer Tochter der Baronin, ergänzt dieses "Geschichts-Kochbuch".

Was bei der Lebensgeschichte von Johanna Raudaschl fasziniert, sind die Schilderungen über das bäuerliche Alltagsleben am Attersee und im Salzkammergut im Allgemeinen zwischen 1910 und 1930 sowie ihre außerordentliche Liebe zum Kochen. Tagebucheintragungen, Lieferscheine im Hause Trapp und andere Zeitdokumente haben mich fast mehr begeistert als die Rezepte selbst. Obwohl auch darunter einige Schmankerl zu finden sind: Salzburger Nockerl nicht im Backofen, sondern in einer Eisenpfanne – mit Wenden – gemacht! Eine "Knörpeltorte", eine handwerkliche Herausforderung, Buchteln, Rindsuppe mit Griesstrudel oder ein Wilderer-Ragout. Die Familie Trapp liebte vor allem die Süßspeisen von Raudaschl.

Johanna Raudaschl schien sich sehr wohl in der Trapp-Villa in Salzburg-Aigen gefühlt zu haben und auch Baronin von Trapp hatte zu ihrer Köchin ein sehr inniges Verhältnis. Das Buch zeichnet ein weiches Bild von der Baronin als Mutter und dem Baron als Vater, die ihre Kinder über alles liebten. Baronin von Trapp schrieb noch viele Jahre zu Weihnachten Briefe an Freunde und Bekannte in Österreich. Einen ihrer Weihnachtsbriefe schloss sie mit den Worten:

"Ein bisschen mehr Frieden und weniger Streit"
"ein bisschen mehr Liebe und weniger Neid"
"und viel mehr Blumen während des Lebens"
"denn auf den Gräbern sind sie vergebens"

Caroline Kleibel hat die biografischen Texte sehr gut umgesetzt und insgesamt gefällt mir das Buch gut. Die Rezepte sind jetzt nicht gerade besonders ausgefallen, aber sie zeigen, wie man in den 1930er Jahren mit regionalen und saisonalen Zutaten eine immerhin 12‑köpfige Familie und etliche Angestellte nicht nur verköstigen, sondern auch begeistern konnte. Es ist auch ein Buch frei von Kitsch und Klischees, eben ein "Geschichts-Kochbuch".

Erschienen im Verlag Anton Pustet, Salzburg, 2010, ISBN 978-3-7025-0615-5

veröffentlicht am 27. März 2010

Gesegnete Mahlzeit

Gutes und Gesundes aus der Klosterküche

Bodenständige Rezepte mit appetitanregenden Fotos

Rezepte aus der Stiftsküche des niederösterreichischen Stifts Seitenstetten: aus dem "Koch Buech de anno 1640 ten" sowie aus Aufzeichnungen von Stiftsköchinnen Mitte des 19. Jahrhunderts und den 1920er Jahren. Zwischen den über 100 Rezepten erfährt der Leser allerlei Interessantes über "Herren-Laibchen", Erdäpfelsalat und anderes. Neben ansprechenden Bildern von den Gerichten und Stillleben-Aufnahmen zwischen den einzelnen Kapiteln finden sich auch faksimileähnliche Abbildungen vieler Originalrezepte in Kurrentschrift.

Ein kleiner Auszug der Rezepte: Bärlauchnocken in Weißwein-Obers-Soße, überbackener Gemüseauflauf, Most-Apfel-Rolle, Ribiselkuchen, Hollersirup, Tomatentorte, Schweinsfilets in Backteig oder Walnuss-Schnitten; interessant auch das Kapitel "Fleisch und Fisch historisch" mit z. B. "das gewickelte Lungenbratl", "ein gefilte Spensaw" (ein gefülltes Spanferkel) oder "einen Fisch in böhmischer Soß"; die Rezepturen sind einfach und verständlich geschrieben. Durch die schöne Bebilderung eignet sich dieses Buch sicherlich auch als nettes Geschenk.

Erschienen im Pichler Verlag in der Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG, 2010, ISBN 978-3-85431-519-3

veröffentlicht am 7. März 2010

Köstliche Wege von Stainz nach Maribor

Erzherzog-Johann-WeinKulturReise

Macht Lust auf genussvollen Urlaub in der Steiermark, Text von Peter Lexe, Fotos von Peter Just.

180 Seiten, noch mehr anregende Bilder, 142 Weingüter, Ölmühlen, Buschenschanken und Wirtshäuser, rund 47 Rezepte und vier Reisevorschläge bietet dieses Buch, das den Leser durch die West- und Südsteiermark sowie in die Untersteiermark bis Marburg in Slowenien führt.

Das Gedenkjahr 2009 an den 150. Todestag von Erzherzog Johann nimmt Peter Lexe zum Anlass, die Reisen auf dessen Spuren zu führen. War doch der Erzherzog so etwas wie der "Vater des steirischen Fremdenverkehrs" und auch sonst das Land prägend. Die vorgestellten Unternehmen kennt Lexe alle persönlich. Was auch gleich auffällt: Er präsentiert fast jeden Betrieb mit einem Bild des oder der Besitzer(s). Und für jeden findet er ein paar (manchmal auch viele) markante Worte, damit sich der Leser etwas vorstellen kann.

Die Liste bekannter Namen ist lang. Da möchte ich nur erwähnen, dass ich persönlich schon ein paar Mal im Schilcherlandhof in Stainz übernachtet hatte und schon mehrmals beim Weingut Protner in Vodole bei Marburg war (macht für Gruppen herrliche Gibanica, einen slowenischen, süßen Strudel). Das Weingut liegt romantisch in einer untersteirischen Landschaft. Denn bis Ende des Ersten Weltkriegs gehörte dieser Teil zu k.u.k. Österreich.

Nach dem Lesen des Buches weiß ich eigentlich gar nicht, ob 14 Tage Urlaub in diesen Regionen ausreichen würden, um all die kulinarischen Vorschläge kennenzulernen. Jedenfalls sollte man das Buch dabei haben, wenn man in die Steiermark reist. Ergänzend findet man zu jedem Betrieb dessen Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten, gewürzt ist das Buch mit schönen Aufnahmen von Peter Just.

Erschienen im Styria Verlag in der Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG, 2009, ISBN 978-3-222-13265-0

veröffentlicht am 12. Jänner 2010

Genussvoll um die Welt, ein Reisekochbuch für alle Sinne

Text und Bilder von Andrea Farthofer

Dieses Buch bietet Gaumenfreuden in Form von 1000 Rezepten aus der halben Welt und Augenschmaus durch zahlreiche Fotos der bereisten Gebiete. Ein durch und durch sehens- und nachkochenswertes Buch!

Man nehme als Zutaten... sich neun Monate Auszeit für eine Reise nach Fernost, Australien, in den Pazifik und in die USA, ... ein fotografisches Auge, das 15.000 Bilder macht, und ... sammle 1000 kochbare Rezepte in den bereisten Regionen, ... und unterhaltsame Reisetagebuch-Eintragungen – das ergibt: ein rundherum genussvolles Reisekochbuch für Gaumen und Augen von Andrea Farthofer, gebürtige Wienerin, ausgebildete Übersetzerin mit chronischem Fernweh.

Der staunende Leser begibt sich auf über 300 Seiten auf eine kulinarisch-optische Weltreise mit Reisetagebuch-Eintragungen.

"Reiselust ist nichts anderes als Vorfreude auf den Flirt mit dem Zufall, ein lustvolles Spiel mit dem Schicksal" zitiert die Autorin die Reisejournalistin Katja Büllmann. Es ist einer von mehreren deutschen und englischen Sprüchen, die sie im Buch einstreut.

Dem Reisetagebuch entnehme ich, was "ein süßer Tod" in Australien bedeutet, wie sich das Leben im XXL-Format mit Pizzarädern für einen Dreiachser in den USA anfühlt, werde mit dem Schilderwald auf Asiatisch auf der Insel Penang vertraut gemacht, weiß endlich, warum die Australier "Aussies" heißen und sie Fremde gleich mit "Darling" ansprechen, erlebe einen Perchtenlauf auf Balinesisch und fühle förmlich mit, was Andrea Farthofer gefühlt haben musste, als sie mit einem Nasenbär auf dem Beifahrersitz auf Augenhöhe "Kontakt" bekam.

Links meist Interessantes über Land und Leute. Rechts dann die Rezepte für Wüstenomelette für Hungrige, Kokosnussreis mit malaiischer Spezialsauce, fruchtigen Lachssalat aus Hawaii, Bananenkuchen mit Dschungelflair, pikante Erdnusssauce, das Geheimnis von "Jack Daniels Burger" und viele andere mehr für Brot, Drinks, Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch, Geflügel, Früchte, Gemüse, Nudeln und Nach- und Süßspeisen sowie Picknickgerichte. Manchmal sind die Rezepte auch auf beiden Seiten zu finden – irgendwie müssen ja 1000 Platz finden.

Ein Register nach Speisenarten unterteilt gibt auch Hinweise, welche davon vegetarisch sind. Außerdem ist das Buch logisch eingeteilt: es beginnt mit Frühstückstipps, geht weiter zu Snacks und Imbissen, Salaten, Hauptspeisen usw. – an den Seitenrändern erkennt man, in welchem Land man sich gerade befindet. Ergänzt wird alles mit Texten zu guten Aromen, Urlaubsflair im Handumdrehen sowie Buch- und Filmtipps.

Einleitende Texte zu den verschiedenen Speisearten behandeln:
... bei den Frühstücksideen Malaysia – Asien für Anfänger und Fortgeschrittene
... bei den Snacks & Imbissen Kambodscha – ein Kontrastreich wie kein anderes
... bei den Salaten Fidschi – das Bilderbuch lebt
... bei den Hauptspeisen Bali – von allen bösen Geistern verlassen
... bei den Beilagen & Co Singapur – tierisches Vergnügen in der Stadt der Löwen
... bei den fruchtigen Desserts Australien – die Leichtigkeit des Seins
... bei den schokigen Desserts die USA – Leben im XXL-Format
... bei den Drinks Hawaii – ein Paradies, auch für den Gaumen

Die Bilder zeigen Momentaufnahmen, Stimmungen, Details und die Tierwelt, ausgezeichnet eingefangen von Andrea Farthofer. Natürlich hat sie auch alle Speisen fotografiert, schlicht und einfach präsentiert. Warum, erklärt sie in der Einleitung: Nachkochen soll Spaß machen, das Buch soll ermuntern – nicht durch überperfekt arrangierte Abbildungen frustrieren.

Die Heiterkeit von Andrea Farthofer, ihre Freude an fernen Ländern und am Kochen spürt man im ganzen Buch in ihren Texten, sieht es in ihren Fotos und jenen, die sie selbst zeigen. Es gibt wirklich keinen besseren Titel für dieses gelungene Buch als den gewählten!

Erschienen in der Edition Aurea in der Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG, Wien Graz Klagenfurt, 2009, ISBN 978-3-99011-000-3

gelesen im Herbst 2009

Wo isst 2010 Österreich? Die 1 200 besten Wirtshäuser in Österreich, Friaul, Istrien, Slowenien, Südtirol und Westungarn

Es gibt sicherlich eine Unzahl von Wirtshausführern, die von den Buschenschanken bis zu den Haubenlokalen alles dokumentieren. Dieser Führer aber stellt ein verwendbares, sprich lesbares Instrumentarium für den Normalgast dar!

Alles Wissenswerte von rund 1 200 Lokalen und Winzern wird auf über 670 Seiten präsentiert: von der Geschichte des Lokals über seine Eigenheiten und Spezialitäten bis hin zu Besichtigungstipps in dessen Umgebung findet der Leser übersichtlich, auch mit farblichen Unterscheidungen, alles, was er sucht. Das Bildmaterial ist sehr gut und überwiegend aussagekräftig. Mit verständlichen Zeichen werden die Preiskategorien angezeigt, Hinweise auf Lokale mit gepflegten Bieren oder erlesenen Edelbränden gegeben und ob sich die Tester dort wohlgefühlt oder besonders gut gegessen haben.

Man spürt im Führer den neuen Trend, dass viele Verfechter der Haubenküche "mittlerweile ausdrücklich darauf Wert legen, auch, wenn nicht oft sogar in erster Linie 'ein gutes Wirtshaus' zu sein", so die Herausgeber im Vorwort.

Was mir besonders gut gefällt, ist die gute Auswahl an Wirtshäusern in unseren südlichen und südöstlichen Nachbarregionen, die dieses Handbuch zu einem Reisebegleiter für den Urlaub werden lässt. Und da ich etliche Lokale beispielsweise im Friaul und Slowenien persönlich kenne, bestätige ich gerne, dass es sich bei der Auswahl um wirklich gute handelt. Ob es tatsächlich die "besten" sind, mag persönliche Geschmackssache sein.

Ein ausführlicher Weinführer durch österreichische Weingüter, eine kleine Rebsortenkunde, das ABC der Weinsprache, die 50 besten österreichischen Gerichte, ein Register der Orte sowie getrennte Register für Lokale und Winzer runden diesen praktischen Führer ab, den ich fortan sicherlich mit auf jede Reise und jeden Ausflug nehmen werde.

Erschienen im Pichler Verlag in der Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG, 2009, ISBN 978-3-85431-503-2

gelesen in den Jahren 2008 und 2009

Fünfzig Jahre Appetit

eine kulinarische Nacht zwischen Adria und Neusiedlersee

... ist das vierte Buch, in dem sich Günther Schatzdorfer mit Essen und Geschichten dazu auseinandersetzt. Die anderen drei finden Sie hier bei meinen Italien-Büchern.

In diesem Fall geht es um österreichische Speisen und deren Veränderungen seit etwa 1950. Steckerlfisch, Sinalco, Toast Hawaii, Schubwurst, Martinigansl, Salzkammergut-Kaviar, Feuerfleck und anderes werden in Geschichten von seinerzeit verpackt und zusammen mit Wolfgang Böck während einer langen Nacht diskutiert, die beide ohne Essen im leeren Haus der verstorbenen Schwiegertante in Draßburg im Burgenland verbringen müssen. Es werden Rezepte vergessener Speisen beschrieben, sie erinnern sich an jene Zeiten, als es in den Gasthäusern noch hieß "Mitgebrachte Speisen dürfen hier verzehrt werden". Auch die Themen Haubenköche, deren Aufstieg und Fall, sowie das Leben als Testesser und Kritiker werden gut aufbereitet.

Etwas, was nun aber nicht wirklich gut zu diesen Essensgeschichten passt, ist die scheinbar ausufernde Sauferei der beiden während dieser Nacht und an dem darauf folgenden Tag. Vielleicht auch nur künstlerisch- stilistisch eingefügt, jedenfalls doch etwas über das erträgliche Maß hinaus. Schatzdorfer versucht dem Rauchen und Raucher im Gasthaus schönzureden, was aber ebenso eckig zum ansonsten guten Inhalt erscheint wie manche Teile der Konversation der beiden, die den Bogen der "kulinarischen Nacht" spannen sollte, aber eher lächerlich wirkt. Aber natürlich kann man manches auch als künstlerische Freiheit sehen und darüber hinweglesen.

Fazit: Schatzdorfer hat ein großes Wissen über Kochen und seine Geschichte – auch von der österreichischen Küche. Liebenswerte Erinnerungen werden beim Lesen wieder wach, sofern man ein Jahrgang dieser Erzählungen ist. Zahlreiche Rezepte, wie immer bei Schatzdorfer. Es ist das schwächste Buch von ihm in meinen Augen.

Erschienen im Carinthia Verlag, Verlagsgruppe Styria, 2008, ISBN 978-3-85378-634-5

gelesen in den Jahren 2008 und 2009

Das große Buch vom Wein

von André Dominé, erschienen in der Könemann-Verlagsgesellschaft 2000, ISBN 3-8290-2765-6.

Auf über 900 Seiten werden die Geschichte des Weins präsentiert, alles rund um den Weinberg und Weinkeller erläutert und natürlich (fast) alle Weine der Welt beschrieben.

Ausführliches Glossar, Jahrgangsbeschreibung, Sach-, Orts- und Personenregister, gut lesbar, mit wunderschönen Bildern und Übersichtskarten ist dieses Buch wahrlich "ein Buch vom Wein" – seit meiner Ausbildung in den 1970er Jahren in der Fremdenverkehrsschule Klessheim habe ich über dieses Thema kein besseres Buch mehr in Händen gehabt!

überarbeitet am 29. Dezember 2009