Nordspanien, Strand von Doniños, Ferrol in Galicien © carlossoy in pixabay
☰ Menü

Galicien "am Ende der Welt"

Im rauen Nordwesten Spaniens

Ein Hórreo ['or̄eo] ist ein traditioneller Speicherbau für Feldfrüchte, den man in Nordspanien überall sehen kann.

Galicien ist eine autonome Region Spaniens, die sich dem Besucher mit zwei Gesichtern zeigt. Ganz im Norden, wo der Atlantik stürmisch sein kann, sind auch im Sommer manche Tage regnerisch und nass. Im Süden, ebenfalls am Atlantik und nahe der portugiesischen Nordgrenze, gibt es mit der Ferieninsel La Toja und den umliegenden kleineren Inseln ein richtiges Ferienparadies. Dort findet man auch die Weinberge des Albariño, Spaniens uralte weiße Rebsorte, aus der ein fruchtig-frischer Weißwein gekeltert wird.

Im Juli 1997 reiste ich mit meiner Frau von Porto in Portugal nach Galicien. Mit einem Mietwagen ging es entlang des Douro-Tals, wo wir das bekannte Weingut Mateus besuchten (ich liebe den Wein dieses Weingutes, der in den flachen Boxbeutelflaschen abgefüllt wird). Danach setzten wir im Norden Portugals mit einer Fähre über den Rio Miño nach Galicien in Nordwestspanien über. Die erste Nacht verbrachten wir in Bayona in einem Parador in der Festungsanlage am Meer. Paradores sind stilvolle Häuser, Villen oder restaurierte Burgen, die als Hotels vermarktet werden. Betrieben werden sie von einer staatseigenen Aktiengesellschaft bereits seit 1928.

Es folgten vier Nächte in Santiago de Compostela mit Ausflügen in die Umgebung, bevor es die Küste entlang wieder südwärts ging. In der Altstadt von Santiago de Compostela gibt es unzählige Restaurants. In ihren Auslagen zeigen sie ihr Angebot auf Tellern: Tintenfische, Muscheln und andere Meerestiere. Diese boten uns unvergessliche kulinarische Erlebnisse – und das zu damals günstigen Preisen im Vergleich zu Österreich.

Ein weiteres kulinarisches Erlebnis blieb mir von dieser Nordwestspanienreise besonders in Erinnerung. Ein Ausflug führte uns nach Osten über Lugo und Portomarín am Oberlauf des Rio Miño nach Samos, wo wir das Kloster San Xulián de Samos besichtigen wollten. Doch als wir kurz nach 12 Uhr ankamen, hatte bereits die Siesta begonnen – das Kloster war geschlossen. Also beschlossen wir, in der Gegend Mittag essen zu gehen. An einem Wildbach entdeckten wir ein kleines Lokal, wo wir zwei Stockwerke hinunter auf einer kleinen Terrasse direkt am Wasser einen Tisch erhielten. Wir aßen landesübliche Vorspeisen, eine Hauptspeise und ich noch Käse, dazu Wein und Mineralwasser. Es schmeckte uns „am Rande der Natur“ ausgezeichnet. Der Wirt brachte mir dann die Rechnung: Er verlangte umgerechnet für alle Konsumationen keine öS 100,--, etwa € 7,—; nach heutigem (2023) Wert rund € 13,—.

In Cambados, knapp 60 Kilometer südlich von Santiago de Compostela, nächtigten wir noch zweimal in einem Parador und unternahmen Ausflüge, unter anderem auf die Ferieninsel La Toja. Obwohl im Nordwesten der Iberischen Halbinsel gelegen, sind die Sommer gerade im Gebiet dieser Ferieninsel unglaublich warm, um nicht zu sagen heiß. Lediglich die Wassertemperaturen des Atlantiks sind bescheiden kühl; sie schwanken im Hochsommer zwischen 14 und 21 °C.

Der vorletzte Tag führte uns wieder nach Nordportugal zurück, nach Braga.

zum Tourismusportal von Galicien im Internet turismo.gal

Bilder aus den Regionen

Zurück zum Seitenanfang