Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans [zurück]

24 Stunden Rennen von Le Mans Das älteste Automobil-Langstreckenrennen der Welt

Im Juni 2023 feierte dieses Rennen seinen 100. Geburtstag

Die Geschichte

Länge der Strecke: 13,6 Kilometer - 8,45 Meilen

Der "Rundkurs der 24 Stunden " ist südlich der Stadt von Le Mans, Hauptstadt der Region von La Sarthe. Das erste Rennen bei Le Mans fand am 26. und 27. Juni 1906 statt. Jedoch noch nicht auf dem heutigen Rundkurs, sondern es fand auf einer heute nicht mehr vorstellbaren Strecke von 60 Meilen statt, einem dreieckigen Kurs östlich der Stadt.

Dieser historische erste Lauf wurde von Francois Szisz auf Renault mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 62,88 MPH bei einer Renndistanz von 769,3 Meilen gewonnen.

Der großartige Grand Prix des ACF wurde (ungefähr) auf dem heutigen Verlauf zwischen 1911 und 1913 abgehalten. Der Automobil Club de L'Ouest (ACO) wurde nach dem Ersten Weltkrieg gegründet und das erste Rennen fand auf dem 'langen' Kurs (10,73 Meilen) statt.

Der Grand Prix von 1921 war eines der Rennen, die in Le Mans in den frühen Zwanziger Jahren angehalten wurden, bis das 24 Stunden Rennen 1923 aus der Taufe gehoben wurde. Der lange Rundkurs wurde für sechs Jahre beibehalten, aber die Haarnadel-Kurve Pontlieu wurde zu gefährlich und der Kurs wurde 1929 in der Tertre Rouge-Kurve „abgeschnitten“, wie er bis zum heutigen Tag ist.

1932 wurde die Straße erbaut, die den Start-/Finishbereich auf der RN 113 mit der RN 158 nahe der Rouge Tertre verbindet und verringerte die Länge des Kurses auf 8,38 Meilen. Die Länge wurde neuerlich 1955 auf 8,36 Meilen verringert, als der Bereich Arnage geändert wurde.

1968 baute man eine Schikane im Bereich der Boxeneinfahrt und 1974 wurde dann noch die Schikane „Virage Ford“ eingeführt. Bei weiteren Umbauarbeiten1986 wurde die Kurve Mulsanne geändert, um ein geändertes Karussell zu bilden. Zu dieser Zeit betrug die Streckenlänge 8,47 Meilen, die lang und im wesentlichen unverändert bis zum Bau der Schikane “Mulsanne“ 1990 geblieben ist.

Bei Spitzengeschwindigkeiten über 350 km/h und Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 200 km/h legen die Fahrer in 24 Stunden mehr als 5 000 km zurück. Dem Belgier Jackie Ickx gelangen zwischen 1969 und 1982 sechs Siege, dem Dänen Tom Kristensen zwischen 1997 und 2008 acht Siege für Porsche, Audi und Bentley.

2009 gewann erstmals ein Österreicher, Alexander Wurz, auf Peugeot 908 HDi FAP (700 PS), zusammen mit Marc Gene (Spanien) und Anthony Davidson (Großbritannien).

Daten: Start Samstag um 15 Uhr, Streckenlänge für Automobile 13,627 pro Runde, für Motorräder 4,185 km pro Runde (fahren seit 1971);

 

Hans Herrmann (links) und Richard Attwood (rechts) an ihrem Siegerfahrzeug Porsche 917 KH Coupé #23, das in Salzburg in der Porsche Alpenstraße für den Renneinsatz zum 24-Stunden-von-Le-Mans-Rennen vorbereitet worden war.

Le Mans, Porsche und Salzburg
Der Porsche 917 KH Coupé war einer der beiden Porsche-Langstreckenrennwagen, die 1969 und 1970 von der Porsche Konstruktionen KG in Salzburg für Renneinsätze betreut wurden. Am 13. und 14. Juni 1970 standen sieben neue Porsche 917, zwei Werks-Porsche und private Teams, elf Ferrari 512 sowie drei Matra (französische Marke), vier Alfa Romeo und einige ältere Modelle von privaten Teams.
Die Ausgangssituation: John Wyer in einem Werks-Porsche hatte in diesem Jahr bereits fünf der sieben Rennen gewonnen. Mit ebenfalls in der Porsche Alpenstraße in Salzburg vorbereiteten älteren Porsche 908 hatten Elford/Ahrens und Herrmann/Attwood am Nürburgring in Deutschland einen Doppelerfolg für Salzburg gefahren.
Am 13. Juni schwenkte um 15 Uhr Ernst Piëch, der älteste Sohn von Louise Piëch, persönlich die Tricolore-Startflagge. Vic Elford in der Salzburger Porsche-917-Langheckversion nahm das Rennen aus der Pole Position in Angriff (dieses Fahrzeug fiel jedoch dann im Rennen aus). Das Duo Elford/Ahrens lag noch in der 18. Stunde in Führung, bevor der Motor streikte und das Rennen aufgegeben werden musste. Aber Ahrens blieb der Triumph, im Training mit 03:19,800 min. die absolut schnellste bis dahin in Le Mans gefahrene Runde. Das Regenregen wurde zum Desaster der deutschen Werks-Porsche-Teams, für die Werks-Ferrari, die Matra und Alfa Romeo, ein Fahrzeug nach dem anderen fiel aus.
Der Salzburger Einsatz aber wurde zum motorsportlichen Triumph. Während die beiden Werks-Porsche aus Deutschland ausfielen, gewann einer der beiden rotweißroten "Porsche 917" aus Salzburg mit Hans Herrmann und Richard Attwood die "24 Stunden von Le Mans" in Frankreich. Der Salzburger Porsche sah nach 343 Runden (4 607,810 km, 191,992 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit) die Zielflagge, mit fünf Runden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Martini-Porsche 917 von Larrousse/Kauhsen. Auf dem dritten Platz landete der Grazer Helmut Marko und der Bludenzer Rudi Lins.
Es war der erste Gesamtsieg für Porsche in Le Mans – ein historischer Triumph.
Nach diesem Sieg erfüllte Hans Herrmann sein Versprechen, das er seiner Ehefrau gegeben hatte und beendete mit diesem Erfolg seine motorsportliche Karriere. Im Bild Hans Herrmann (links) und Richard Attwood (rechts) an ihrem Siegerfahrzeug Porsche 917 KH Coupé #23,


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