Frankreich von A bis Z – ein etwas anderer Führer
Inhaltsverzeichnis
- Anzahlung und Vorauszahlung
- Arrondissement – Stadtbezirke
- Attraktionen und Themenparks
- Boulangerie – Bäckerei
- Cabaret
- Le Coq – der Hahn
- Essen gehen in Frankreich
- Geld – Wie zahle ich in Frankreich?
- Gesundheitswesen
- Haustiere
- Hotelketten
- Kinderfreundliches Frankreich
- Körperbehinderte Personen
- Haute Couture – Mode
- Parken in Frankreich
- Picknick – pique-nique
- Das Postamt in Paris
- Les Routes – Themenstraßen
- Straßen – Fernstraßen
- Sprache – Parlez-vous français?
- Der TGV – Hochgeschwindigkeitszug
- Private Tipps
- Die Franzosen und ihre Umwelt
Anzahlung und Vorauszahlung
Bei Reservierungen für Hotels, Ferienwohnungen oder Gästezimmer wird häufig eine
An- oder Vorauszahlung verlangt. Wichtig ist der Unterschied zwischen
arrhes und acompte:
Eine Zahlung als arrhes entspricht einer Art Reugeld.
Sie wird bei Stornierung nicht zurückerstattet, aber der Vermieter darf
darüber hinaus keine weiteren Gebühren verlangen, sofern nichts anderes vereinbart wurde.
Ein acompte hingegen ist eine echte
Anzahlung. Bei Stornierung kann der Vermieter zusätzliche Kosten verrechnen – im
Extremfall den gesamten Aufenthalt. Eine klare Vereinbarung schützt vor Überraschungen.
Arrondissement – Stadtbezirke
Paris, Lyon und Marseille sind in Stadtbezirke gegliedert: Paris hat 20, Lyon 9 und Marseille 16 Arrondissements.
Attraktionen und Themenparks
Frankreich besitzt mehrere große Freizeitparks. Zu den bekanntesten zählen Disneyland Paris, der Technik- und Medienpark Futuroscope bei Poitiers sowie der Parc Astérix nördlich von Paris. Weitere bedeutende Einrichtungen sind das Meereszentrum „Nausicaá“ in Boulogne-sur-Mer und der Vulkanpark „Vulcania“ in der Auvergne.
Boulangerie – Bäckerei
Über 30.000 Bäckereien gibt es in Frankreich. Typische Brotsorten sind
baguette, ficelle, flûte, boule, épi und viele mehr.
In einigen Großstädten – besonders in Paris – setzen immer mehr Bäckereien auf
bargeldlose Zahlung. Automaten, an denen man Brot kontaktlos bezahlt, sind inzwischen
verbreitet.
Cabaret
Die Pariser Cabarets wie Lido, Moulin Rouge, Paradis Latin oder Crazy Horse sind weltberühmt. Die Preise liegen heute meist deutlich über 100 € pro Person, je nach Show und Paket. Die Qualität variiert, viele Besucher schätzen vor allem das historische Ambiente.
Le Coq – der Hahn
Der Hahn ist ein traditionelles Nationalsymbol Frankreichs. Die Verbindung geht auf die sprachliche Nähe der lateinischen Wörter gallus (Hahn) und Gallus (Gallier) zurück. Cocorico!
Essen gehen in Frankreich
Ein Menü besteht üblicherweise aus Vorspeise, Hauptgericht und Dessert, dazu Brot und Wasser.
In touristischen Zentren sind die Preise höher, im Landesinneren oft moderat.
Getränke sind im Vergleich zu Österreich meist teurer. In Restaurants wird korrekte Kleidung
erwartet. Auf Terrassen ist Picknicken grundsätzlich verboten. Im Restaurant wartet man am
Eingang, bis der Maître d’Hôtel einen Tisch zuweist.
Weiteren Tipps zur Gastromonie finden Sie auf meiner Seite Gastronomie
Die klassischen „Formules“ oder Menüs (Vorspeise + Hauptspeise + Dessert) liegen heute im
Durchschnitt bei (Stand 2025):
Mittagsmenü: ca. 15–25 € (ländliche Regionen)
Abendmenü: ca. 25–40 € (normale Restaurants)
Gehobene Küche: 40–60 €
Sehr gute Restaurants / Bib Gourmand: rund 40–45 €
Spitzenrestaurants: 80 € bis weit über 150 €
Getränkepreise:
0,25 l Bier: 5–7 €
0,5 l Bier: 7–10 €
0,75 l Mineralwasser: 4–6 €
Leitungswasser („carafe d’eau“) bleibt kostenlos.
Cola / Limonade: 3,50–5 €
Glas Wein: 4–7 €
0,375 l Wein: 8–15 €
0,75 l Wein: 15–25 € (in touristischen Hotspots deutlich höher)
Geld – Wie zahle ich in Frankreich?
Gezahlt wird mit Euro oder Kreditkarte. Visa und Mastercard werden fast
überall akzeptiert. Bargeld verliert an Bedeutung, viele Geschäfte bevorzugen Kartenzahlung.
Telefonzellen sind weitgehend verschwunden; Telefonwertkarten spielen heute kaum noch eine Rolle.
Beim Tanken akzeptieren Automaten oft nur Karten mit Chip und PIN – ausländische
Karten funktionieren inzwischen aber deutlich zuverlässiger als früher.
Gesundheitswesen
Frankreich verfügt über ein sehr gut ausgebautes Gesundheitssystem. Informationen bietet das Europäische Verbraucherzentrum.
Haustiere
Frankreich zählt zu den tierfreundlichsten Ländern Europas. Rund die Hälfte aller Haushalte besitzt ein Haustier.
Hotelketten
Hotelketten sind weit verbreitet, von günstigen Budgethotels bis zu gehobenen
Häusern. Zu den bekannten Marken gehören ibis, ibis budget, Mercure, Novotel,
B&B Hotels, Première Classe und viele internationale Ketten.
Viele günstige Hotels arbeiten mit Codes statt Schlüsseln. Rezeptionen sind oft
nur stundenweise besetzt; wer spät anreist, sollte den Zugangscode griffbereit haben.
Kinderfreundliches Frankreich
Viele Hotels erlauben Kindern, kostenlos im Zimmer der Eltern zu übernachten. Restaurants bieten häufig Kindermenüs an. Autobahnraststätten verfügen oft über Spielplätze und Wickelräume.
Körperbehinderte Personen
Frankreich hat in den letzten Jahren stark in Barrierefreiheit investiert: Rampen, Aufzüge, angepasste WCs und reservierte Parkplätze sind weit verbreitet. Viele Städte modernisieren Bus- und Straßenbahnlinien entsprechend.
Haute Couture – Mode
Paris gilt als Modehauptstadt. Zweimal jährlich finden die Haute-Couture-Schauen statt. Große Modehäuser wie Chanel, Dior, Givenchy oder Jean-Paul Gaultier prägen die Szene.
Parken in Frankreich
Parken ist in Großstädten teuer, in kleineren Orten meist günstiger. Viele Städte setzen zunehmend auf digitale Parktickets und Parkzonen.
Picknick – pique-nique
Frankreich bietet unzählige Picknickplätze, oft mit Tischen und Bänken. Besonders in Naturparks und entlang touristischer Routen sind sie häufig zu finden.
Das Postamt in Paris
Das frühere 24‑Stunden‑Postamt in der Rue du Louvre ist seit 2015 nicht mehr
rund um die Uhr geöffnet. Heute gelten reguläre Öffnungszeiten.
Postämter sind üblicherweise Montag bis Samstag geöffnet. Briefkästen sind gelb,
Briefmarken gibt es in Postämtern und Tabac-Läden.
Les Routes – Themenstraßen in Frankreich
Frankreich besitzt eine Vielzahl an Themenstraßen, die Kultur, Landschaft, Geschichte und regionale Traditionen miteinander verbinden. Viele dieser Routen bestehen seit Jahrzehnten, einige wurden modernisiert oder unter neuen Namen weitergeführt. Eine Auswahl besonders interessanter Wege:
Die Seidenstraße in Auvergne–Rhône-Alpes
Die historische Route de la Soie führt durch Lyon, einst Zentrum der
europäischen Seidenproduktion. Museen, Ateliers und das Viertel Croix‑Rousse
erinnern an die Tradition der Seidenweber (Canuts). Die Route existiert
weiterhin und wird heute als kultureller Rundweg beworben.
Die Straße der Leuchttürme – Bretagne
Unter dem Namen Route des Phares verbindet sie einige der spektakulärsten
Leuchttürme Europas, vor allem im Finistère. Die Strecke führt entlang zerklüfteter
Küsten, über Landspitzen und zu Aussichtspunkten mit beeindruckenden Atlantikpanoramen.
Die Weinstraße im Elsass
Die Route des Vins d’Alsace ist eine der ältesten und bekanntesten
Weinstraßen Europas. Sie verbindet malerische Dörfer, Weinberge, Burgen und Winzerhöfe.
Riesling, Gewürztraminer und Crémant d’Alsace prägen die Region.
Die Route des Comté – Franche-Comté
Diese Käseroute führt zu traditionellen Käsereien, Reifekellern und Bauernhöfen,
in denen der berühmte Comté hergestellt wird. Besucher erfahren viel über die
jahrhundertealte Käsetradition des Jura-Gebirges.
Die Wege von Saint‑Jacques – Limousin
Der Jakobsweg verläuft in mehreren Varianten durch Frankreich. Der Abschnitt im
Limousin ist Teil der UNESCO‑geschützten Chemins de Saint‑Jacques‑de‑Compostelle.
Er führt durch ruhige Landschaften, romanische Kirchen und historische Pilgerorte.
Die historische Route der Schriftsteller – Yvelines (Île‑de‑France)
Diese literarische Route verbindet Wohn- und Wirkungsstätten berühmter Autoren wie
Alexandre Dumas, Émile Zola, Louis Aragon oder Iwan Turgenjew. Heute wird sie
oft als Route des écrivains geführt und umfasst Museen, Gedenkhäuser und Parks.
Die historische Route von Vauban
Die Festungsanlagen des Militärarchitekten Vauban gehören zum UNESCO‑Welterbe.
Die Route verbindet seine wichtigsten Bauwerke, darunter Zitadellen, Stadtbefestigungen
und Forts in Regionen wie Languedoc‑Roussillon, Franche‑Comté und den Alpen.
Heute wird sie als Réseau des sites majeurs de Vauban präsentiert.
Straßen – Fernstraßen
Frankreichs Landstraßen sind oft schnurgerade und führen durch abwechslungsreiche Landschaften. Kreisverkehre sind weit verbreitet und sorgen für flüssigen Verkehr.
Sprache – Parlez-vous français?
Wer Französisch spricht – auch mit Akzent – wird meist freundlich empfangen. In touristischen Regionen sind Deutsch und Englisch weit verbreitet. Neben Französisch existieren regionale Sprachen wie Elsässisch, Bretonisch, Baskisch, Korsisch oder Okzitanisch.
Der TGV – Hochgeschwindigkeitszug
Der TGV ist das Rückgrat des französischen Fernverkehrs. Er erreicht bis zu 320 km/h und verbindet Städte schnell und komfortabel. Beispiel: Paris–Lyon (ca. 2 Stunden). Sitzplatzreservierung ist obligatorisch.
Private Tipps
* Hotels und Restaurants nicht nur nach dem Äußeren beurteilen – oft überrascht
das Innere positiv.
* Geschwindigkeitskontrollen sind häufig und teuer.
* In Frankreich wird Österreich sehr positiv wahrgenommen – ein freundlicher
Hinweis darauf kann manchmal hilfreich sein.
* Statt teurer Nachtclubs lohnt sich oft ein gutes Abendessen im Bistro.
Die Franzosen und ihre Umwelt
Frankreich verfügt über sieben Nationalparks, zahlreiche regionale Naturparks und viele Schutzgebiete. Das Umweltministerium veröffentlicht jährlich Wasserqualitätskarten für Badegewässer. Das Conservatoire du littoral schützt große Teile der französischen Küsten vor Bebauung.