Mein persönliches Frankreich-Mosaik
Bildbeschreibung: Bildmitte Peter Krackowizer, rechts Corinne Foulquier, Direktorin von Atout France Österreich und Zentraleuropa und links ein Vertreter der Tourismusorganisation Côte d'Azur. September 2012. Pressereise.
„Ganz Gallien war in den Händen der Römer. Ganz Gallien? Nein – ein kleines Dorf unbeugsamer Gallier im Nordwesten leistete Widerstand.“ Mit ähnlichen Worten beginnt jeder „Asterix & Obelix“-Band. Und damit ist auch schon ein wesentlicher Charakterzug der Franzosen angedeutet: unbeugsam und stolz.
Als Besucher des Landes kommt man wahrscheinlich mit den Franzosen nicht so leicht ins Gespräch. Das mag natürlich an Sprachschwierigkeiten liegen, aber auch an einer gewissen Zurückhaltung gegenüber ausländischen Gästen. Dazu eine Anekdote, die schon 50 Jahre zurückliegt:
Ich war während meiner Ausbildung an der Höheren Lehranstalt für Fremdenverkehrsberufe in Schloss Kleßheim einmal in den Sommerferien zu einem Sprachaufenthalt in Lyon. Ich wollte für eine Bekannte eine kleine Flasche Parfum oder Ähnliches kaufen. Nachdem ich meine Wahl getroffen hatte, wollte ich bezahlen. Der offensichtlich Besitzer des Geschäfts war nicht sonderlich freundlich, tippte den Betrag in seine Kassa und fragte mich beiläufig, woher ich denn komme. „Je suis originaire de Salzbourg“, antwortete ich, „ich bin aus Salzburg“. Augenblicklich vollzog sich im Besitzer eine Wandlung zur Freundlichkeit in Person. Er fragte mich, ob er es als Geschenk inpacken solle, und schwärmte von Österreich – und Salzburg. Ein Schmunzeln gilt hier vielleicht dem Satz: „Ich kam als Fremder und ging als Freund“, ein reichlich strapazierter Satz, der in der Tourismuswerbung in Österreich immer wieder auftaucht.
Doch nun zu diesem Land, dem flächenmäßig nach Russland und der Ukraine drittgrößten Europas. Frankreich vereint hypermoderne Bauten in den Außenbezirken von Paris, Toulouse und anderen Großstädten mit romanischen Kathedralen im Burgund, mittelalterlichen Felsenklöstern wie dem Mont Saint-Michel und unzähligen Dörfern, in denen die Geschichte lebendig geblieben ist. Dazwischen liegen Adelssitze, uralte Klöster, Weinkulturen von höchster Qualität und ein hervorragend ausgebautes Straßennetz.
Frankreich in wenigen Worten zu skizzieren ist kaum möglich. Zu vielseitig und gegensätzlich sind seine Landschaften: die ländliche Normandie im Nordwesten – bevorzugtes Terrain für Maler wegen des besonderen Lichts (Claude Monet und andere Impressionisten); die Bretagne und Aquitanien mit prähistorischen Fundstellen und einer Küche, die stark von Meerestieren geprägt ist – Gezeitenunterschiede von zehn Metern sind dort keine Seltenheit; der Südwesten Frankreichs – fast schon spanisch, auf jeden Fall baskisch; das mondäne, internationale Südfrankreich, das zugleich im Mittelalter Ausgangspunkt der Kreuzzüge war; im Osten die höchsten Berge Europas und das alte Savoyen; und schließlich Burgund – Geschichte pur.
Habe ich etwas ausgelassen? Ja, gewiss – viel. Denn Frankreich ist kein „Dreizeiler“. Auf meinen privaten Reisen und als Reiseleiter lernte ich einige Teile dieses riesigen Landes persönlich kennen. Aber es gibt immer noch Gebiete, die ich gerne entdecken möchte. Auch dazu dient mein Reise-Mosaik: Ideen und Geschichten sammeln für eine spätere persönliche Entdeckungsreise.
Peter Krackowizer, im Februar 2026 anlässlich der Neugestaltung seines Frankreich-Internetauftritts.