Picardie – Städte der Kunst und Geschichte
Mit der Auszeichnung „Städte der Kunst und Geschichte“ werden Städte und Regionen geehrt, die ihr kulturelles Erbe und ihre Architektur besonders pflegen, neu beleben und durch Führungen, Ausstellungen und Bildungsangebote zugänglich machen. Die französische Gotik, die ihren Anfang mit dem Bau der Abteikirche von Saint‑Denis in der Île‑de‑France nahm, erreicht in der Picardie eine beeindruckende Vollendung. Acht Städte der Region Meisterwerke mittelalterlicher Baukunst, die bis heute zu den bedeutendsten Frankreichs zählen.Auf dieser Seite lesen Sie:
Amiens – die Hauptstadt der Picardie
Amiens gehört zu den ältesten und kunsthistorisch bedeutendsten Städten Frankreichs. Wahrzeichen ist die gotische Kathedrale Notre‑Dame d’Amiens, die größte Kirche Frankreichs und UNESCO‑Welterbe. Am Fuß der Kathedrale liegt das Viertel Saint‑Leu, einst das Quartier der Weber, Färber und Gerber, heute ein lebendiges Ausgehviertel mit Cafés, Restaurants und kleinen Läden.
Ein einzigartiges Naturerlebnis bieten die „Hortillonnages“, die schwimmenden Gärten
von Amiens, die per Boot erkundet werden können. Ein berühmter Adoptivsohn der
Stadt ist Jules Verne, dessen Wohnhaus heute ein Museum ist.
Information: www.amiens-tourisme.com
Chantilly – die Pferdehauptstadt
Chantilly ist weltbekannt für sein Schloss, seine weitläufigen Gärten und seine Kunstsammlung – die zweitgrößte Frankreichs nach dem Louvre. Berühmt ist die Stadt auch für die „Crème Chantilly“, die Schlagsahne, und für ihr „lebendes Pferdemuseum“ in den Grandes Écuries.
1719 ließ Louis‑Henri de Bourbon, Prinz von Condé, die prächtigen Stallungen errichten.
1982 gründete der Reitlehrer Yves Bienaimé dort ein einzigartiges Pferdemuseum, das
jährlich rund 150 000 Besucher anzieht.
Information: www.chantilly-senlis-tourisme.com
Laon – die Hauptstadt des Départements Aisne
„Alles ist schön in Laon – die Kirchen, die Häuser, die Umgebung, einfach
alles.“ (Victor Hugo). Die mittelalterliche Oberstadt thront auf einem 100 Meter
hohen Plateau und wird „La Montagne couronnée“ –
der gekrönte Berg – genannt. Sie bildet die größte zusammenhängende
denkmalgeschützte Fläche Frankreichs.
Information: www.tourisme-paysdelaon.com
Noyon
Das Domherrenviertel von Noyon zählt zu den besterhaltenen Nordfrankreichs. Außerhalb dieses Viertels finden sich elegante Herrenhäuser des 17. und 18. Jahrhunderts sowie das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Noyon ist eng mit der Geschichte der Reformation verbunden: Jean Calvin wurde hier geboren.
Saint‑Quentin
Die Basilika (13.–15. Jh.) gilt als Meisterwerk der Gotik. Das Rathaus
im Flamboyant‑Stil und zahlreiche Gebäude im Art‑Déco‑Stil prägen
das Stadtbild. Saint‑Quentin ist zudem internationale Hauptstadt der
Pastellmalerei und beherbergt eine bedeutende Schmetterlingssammlung
sowie ein außergewöhnliches Naturreservat.
Information: www.tourisme-saintquentinois.fr
Senlis – die königliche Stadt
Senlis liegt am Ufer der Nonette und ist von den Wäldern von Chantilly und Halatte umgeben. Die Kathedrale Notre‑Dame ist das bekannteste Bauwerk der Stadt. 987 wurde hier Hugo Capet zum König von Frankreich gewählt. Die Altstadt zeigt ein beeindruckendes architektonisches Mosaik vom römischen Mauerring bis zu Herrenhäusern des 17. und 18. Jahrhunderts.
Soissons – die Stadt der legendären Vase
Die Kathedrale von Soissons, im 12. Jahrhundert im frühgotischen Stil errichtet,
beeindruckte bereits Auguste Rodin: „In dieser Kathedrale zählt nicht die Stunde,
hier herrscht die Ewigkeit.“ Die Stadt war Hauptstadt der ersten Merowingerkönige.
Parks und Gärten wie der „jardin de la société d’horticulture“
oder der Park Saint‑Crépin laden zum Verweilen ein.
Information: www.tourisme-soissons.fr
Compiègne – Napoléons bevorzugtes Schloss
Compiègne ist die einzige französische Stadt, die vier königliche und
kaiserliche Familien beherbergte. Das Schloss, seit der Merowingerzeit
bevorzugte Residenz, wurde unter Ludwig XV. neu gestaltet. Jeanne d’Arc
wurde hier 1430 gefangen genommen, und die Waffenstillstände beider Weltkriege
wurden in Compiègne unterzeichnet.
Information: www.compiegne-pierrefonds.fr
Beauvais
Die zweitausendjährige Stadt entwickelte sich rund um ihre gotische Kathedrale. Seit Jahrhunderten ist Beauvais ein Zentrum der Wandteppichkunst. Die Werkstätten und der zum Museum umgebaute Bischofspalast zeigen bedeutende Sammlungen französischer und italienischer Kunst sowie seltene Möbelstücke.