Urbino – Palazzo Ducale und Dom, Marken, Italien

Apulien

Trulli in Apulien
Trulli in Apulien © user lavaligiainviaggio, verlinkt mit der Bildquelle pixabay.com

Das vorrömische Volk der Iapigen – wahrscheinlich aus dem illyrischen Raum in Makedonien kommend – siedelte sich im äußersten Südosten der italienischen Halbinsel an, weshalb dieses Gebiet ''Iapigia'' genannt wurde. Im Laufe der Zeit verwandelte sich die Bezeichnung in lapùdia, Apùlia, Puglia (so die heutige italienische Bezeichnung).

Mit ihren 1 261 Kilometern Grenze und einer Fläche von 19 347 km² ist Apulien die siebtgrößte Region Italiens in Bezug auf die Ausdehnung und nimmt den ersten Rang in Bezug auf die Länge der Küste mit ihren 784 Kilometern ein, zu denen man noch die 45 Inseln zählen muss.

Bedeutend ist Apuliens geschichtliches, künstlerisches und religiöses Vermögen, das in den ehrwürdigen Städten, in den stolzen, erhabenen Kathedralen, in den mächtigen Burgen, in den felsigen Siedlungen, in Museen und Kunstsammlungen gehütet wird. Fantastisch und bezaubernd zugleich ist das Schauspiel der Grotten und – einmalig in der Welt der Trulli.

Eine Blütezeit erlebte Apulien unter den Staufern, die eine beachtliche Zahl von Burgen und Kirchen hinterließen. Die Burg von Castel del Monte, die Friedrich II. wegen seiner Jagdleidenschaft und seiner Meditationen gebaut hatte, bleibt in ihrer Art das schönste Exemplar der Architektur des Mittelalters in Italien. In der Burg von Fiorentino beendete der Kaiser sein unvergleichliches Leben; in der Burg von Lucera ließ er Frau und Söhnchen zurück, bevor ihn sein unglückliches Schicksal in der Schlacht bei Benevent ereilte.

Pater Pio
Pater Pio
Es gibt viele Städte und Landstriche mit berühmter Vergangenheit oder einer besonderen Ausstrahlung. Beispielsweise das Märchenreich der Trulli – das grüne Land von Alberobello, von Locorotondo und Martina Franca; die herrlichen Beispiele des Barocks von Lecce, oft bezeichnet als "das Florenz des Barocks"; die megalithische Mauer von Manduria; die tote Stadt von Egnatien oder die Bläue des Meeres von Gallipoli. Und die mystischen Plätze auf der Halbinsel Gargano wie etwa Monte Sant’Angelo und San Giovanni Rotondo, der Wirkungsort von Pater Pio.

Es ist ein gastfreundliches Land – wer etwas Spürsinn hat und anzuklopfen weiß, dem öffnet es seinen Schrein und breitet seine Schätze aus.

Hier eine Übersicht über Sehenswürdigkeiten, die aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

In Massafra, dem "Thebais Italiae", gibt es mehr als 20 byzantinische Krypten.

In der Schlucht von San Marco befindet sich die größte Höhlenstadt Apuliens, die lange Zeit von den Basilianermönchen bewohnt war.

In Tarent (Taranto) entwickelte sich eine der höchsten griechischen Kulturen. Die Stadt liegt auf einer flachen Felseninsel zwischen dem Mare Grande und dem Mare Piccolo, die durch eine Drehbrücke mit der Città Vecchia (Altstadt) verbunden ist. Unter anderem zählen die prachtvollen Gartenanlagen der Villa Peripati mit einem herrlichen Blick auf das Meer und das Aragoneserschloss aus dem Jahre 1480 zu den Sehenswürdigkeiten.

Lecce, von vielen auch "Florenz des Barocks" genannt. Die Gebäude erinnern fast ein wenig an den spanischen Stil des Barocks: überladene Fassaden mit zahlreichen Schnörkeleien. Kirchen, Paläste, einfache Wohnhäuser, die mit dem besonders weichen Stein dieser Region auf originelle Art verziert sind. Die Kirche von "Santa Maria delle Grazie" und die Basilika von Santa Croce sind zwei typische Beispiele dafür. Um den Domplatz scharen sich zahlreiche Barockgebäude: Palazzo del Seminario, Palazzo Vescovile u. a. Bei einer Tasse Cappuccino in einer Bar gegenüber den Resten des römischen Theaters können Sie das bunte Treiben auf dem Platz beobachten.

Bei San Cataldo erreichen Sie das Meer. Dieser Badeort ist durch eine schnurgerade Straße mit Lecce verbunden.

Bei San Foca, einem malerischen Küstenort, beginnt ein Panorama-Abschnitt, der bis Otranto dauert. Diese historisch und von ihren Baudenkmälern her bedeutende Stadt ist auch Ausgangshafen einer schnellen Fähre, die Italien mit Griechenland verbindet. Im Mittelalter war Otranto einer der Hauptorte des byzantinischen Reiches. Im Jahre 1480 wurden hier 800 Märtyrer ihres Glaubens wegen enthauptet. Besonders sehenswert sind die Kathedrale aus dem Jahre 1080 (hölzerne Kassettendecke, die Krypta mit griechischen Säulen und byzantinischen Mosaiken) und das Schloss mit dem Alfonsina-Turm.

Die Murge, entlang des Val d'Itria, mit seinen silbernen Olivenhainen, kleinen, malerischen Dörfern und den berühmten "Trulli". Dieser besondere Bautyp hat in Alberobello sein Zentrum, aber er ist in verschiedenen Formen im ganzen Val d'Itria zu finden. Das sehenswerteste Exemplar, der "Trullo Sovrano", ist ein zweistöckiger Bau.

Ostuni, die "Weiße Stadt". Ostuni breitet sich über drei Hügel aus und beherrscht ein weites landwirtschaftliches Gebiet, das reich an Olivenhainen und Weinbergen ist. Die Altstadt besitzt noch einen mittelalterlichen Charakter. Sehenswert ist die Kathedrale aus dem 15. Jahrhundert mit einer schönen Fassade. Ostuni erinnert an die Vision einer afrikanischen Wüstenstadt, in der man über viele Treppen hinauf und hinunter zur Kathedrale gelangt.

Den herrlichen Weißwein von Locorotondo, den "Bianco d'Alessano", sollten Sie unbedingt probieren. Locorotondo ist das einzige apulische Dorf mit streng runder Anlage (wie ja auch der Name sagt: locus = Ort, rotondo = rund). Seine Häuser sind von blendendem Weiß, und ihre Fassaden enden in dreieckigen Giebeln. Die engen Gassen verlaufen ohne System, kaum ein Straßenstück ist geradlinig, und zusätzliche Verwirrung stiften zahlreiche Sackgassen: Eindringlinge wurden auf diese Weise in die Irre oder in den Hinterhalt gelockt.

Die Grotten von Castellana. Eine bequeme Treppe führt 110 Stufen tief hinunter in den Abgrund der Grave, wo Sie Stalagmiten und den Eingang zu den Grotten finden. Diese Hohlräume, von Wasser in der Tiefe der Erde ausgewaschen und geformt, sind so eindrucksvoll, dass eine Besichtigung sozusagen obligatorisch ist. Die Castellana-Grotte: eine eineinhalb Kilometer lange Tropfsteinhöhle mit einem kaum zu übertreffenden Reichtum an Stalagmiten und Stalaktiten.

Besuchen Sie ein Landgut und informieren Sie sich über Olivenbäume, die Erzeugung von Olivenöl und über Weinbau in diesem Gebiet. Romantischer Spaziergang durch die Felder und anschließend Weinverkostung. Die Gastronomie dieser Region, des Salento, bietet vorwiegend Fisch, berühmte Gemüse und Weine mit hohem Alkoholgehalt. An der Ionischen Küste der Halbinsel des Salento stellt man eine Fischsuppe aus großen Hummern und Garnelen, Goldbrassen und Muränen, Zwiebeln und Essig her. Der Muskatwein aus dem

Castel del Monte
Castel del Monte © Volker Glätsch, verlinkt mit der Bildquelle pixabay.com
Das Lieblingsschloss Friedrichs II., Castel del Monte. Es ist ein Jagdschloss, das der Kaiser wahrscheinlich selbst entworfen hat. Castel del Monte ist ein achteckiges Prisma, massiv und gleichzeitig schlank, mit Türmen an den acht Ecken, auch diese achteckig. Interessant ist der Besuch des Inneren, und von den Zinnen haben Sie einen herrlichen Ausblick. Die Burg war Schauplatz herrlicher Feste und Zufluchtsort vieler Räuber.

Normannendom in Ruvo di Puglia. Ruvo di Puglia, inmitten von Olivenhainen gelegen, war im Altertum eine berühmte Stadt wegen ihrer Keramik.

Altamura, das teilweise noch von Mauern umgeben ist. Hier findet man auch noch zwei „Wehrhöfe“: In früheren Zeiten mussten sich die Bauern gegen immer wieder einfallende Seeräuber wehren und bauten ihre Bauernhöfe zu kleinen Festungen aus. Wehe den Angreifern, wenn sie zu nahe kamen – sie wurden mit kochendem Wasser, heißem Pech und Öl empfangen, und aus den Schießscharten schossen sie mit Pfeilen und Steinen.

Nicht weit von Altamura liegt Gravina di Puglia, das malerisch über einer Felsenschlucht liegt. Die Grottenkirche zeigt byzantinische Fresken. Außerhalb der Stadt befinden sich Ruinen eines Jagdschlosses von Friedrich II.

Gönnen Sie sich ein Abendessen in einer „Masseria“. „Masseria“ nennt man die alten Bauernhöfe aus weißem Stein. Zum Essen gibt es örtliche Spezialitäten wie Käse, Salami und scharfe Würstchen, Schinken, Oliven, getrocknete Tomaten und eingelegtes Gemüse, „Friselle“ und vieles mehr.

Martina Franca, ein Städtchen mit hervorragenden Barock- und Rokokobauten, darunter San Martino und der Palazzo Ducale. Der herzogliche Palast (Palazzo Ducale) ist das einzige Werk Berninis (Stadtbauer in Rom) in Süditalien.

Monte Sant’Angelo auf der Halbinsel Gargano, gekrönt von einer Burgruine. Besuchen Sie das Felsenheiligtum des Erzengels Michael, 86 Stufen führen hinab in diese Höhlenkirche aus dem 11. Jahrhundert.

Kathedrale San Nicola Pellegrino
Kathedrale San Nicola Pellegrino © Jacques Savoye, verlinkt mit der Bildquelle pixabay.com
Bari, die Hauptstadt von Apulien. Spaziergang durch die Altstadt mit ihren engen Gassen, hin zur herrlichen romanischen Kirche San Nicola, wohin Seefahrer im 11. Jh. die Gebeine des hl. Nikolaus aus Myra brachten. Kathedrale mit normannischen Ornamenten, Kastell (späterer Palast der Sforza) sowie die prächtige Uferstraße Lungomare Nazario Sauro.

Canosa di Puglia mit Resten eines römischen Triumphtores und Amphitheaters.

Canne della Battaglia, wo vielleicht 216 vor Chr. Hannibal die Römer besiegte. Über Foggia gelangt man in das kleine Städtchen Troia mit seiner prachtvollen Kathedrale im toskanisch-pisanischen Stil aus dem 11. Jahrhundert.

In Lucera, einst von Sarazenen aus Sizilien besiedelt, besichtigen Sie das mächtige Kastell von Friedrich II., das von Karl I. von Anjou umgebaut wurde; eine gut erhaltene mittelalterliche Befestigung.