Urbino – Palazzo Ducale und Dom, Marken, Italien
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Vatikan

Rom, Vatikan, Apostolischer Palast, Aufnahme um 1980
Rom, Vatikan, Apostolischer Palast, Aufnahme um 1980. ETH‑Bibliothek Zürich, Bildarchiv.

Der Vatikanstaat, italienisch „Stato della Città del Vaticano“ (SCV, Santa Sede = Heiliger Stuhl), wurde im Lateranvertrag vom 11. Februar 1929 als eigenständiger Staat anerkannt. Der Papst erhielt das Gebiet des heutigen Vatikans sowie einige exterritoriale Besitzungen als Ersatz für den 1870 aufgelösten Kirchenstaat. Der Vatikan umfasst eine Fläche von 0,49 km² und zählt rund 800 Einwohner (Stand 2025), von denen etwa die Hälfte vatikanische Staatsbürger sind.

Der Vatikanstaat liegt westlich des Tiberufers auf Hügeln, die in der Antike zum ager vaticanus gehörten. Im 9. Jahrhundert ließ Papst Leo IV. das bis dahin ungeschützte Gebiet mit einer Mauer befestigen. Die ältesten Hinweise auf die Vatikanischen Gärten stammen aus dem Pontifikat Innozenz IV. (1243–1254); damals handelte es sich vor allem um Wein- und Obstgärten.

Mit einer besonderen Genehmigung kann man die Vatikanischen Gärten besuchen: Justizpalast, Mosaikschule, Governatoratspalast, Äthiopisches Kolleg, Radio Vaticano sowie zahlreiche botanische Besonderheiten. Vom höchsten Punkt, nahe der Lourdes-Grotte, bietet sich ein eindrucksvoller Blick über den Vatikan: der Petersdom mit seiner mächtigen Kuppel, der Bahnhof mit Anschluss an das italienische Bahnnetz, der Turm von Radio Vaticano, die Akademie der Wissenschaften und vieles mehr.

Die Parkanlagen beherbergen eine beeindruckende Sammlung botanischer Raritäten: roter japanischer Ahorn, australische Tannen, südafrikanischer Zierspargel, Rosen und viele weitere Arten. Kleine Grotten und Brunnen verleihen den Gärten ihren besonderen Reiz.

Blick in die Vatikanischen Gartenanlagen in Rom, Italien.
Blick in die Vatikanischen Gartenanlagen in Rom.

Ein Rest der historischen Schutztruppen der Renaissance ist die Schweizergarde. Sie rekrutiert ausschließlich katholische Schweizer Staatsbürger zwischen 18 und 30 Jahren, ledig und mit abgeschlossener Ausbildung. Der Vatikan verfügt über eigene Kfz‑Kennzeichen (SCV), einen Bahnhof, einen Hubschrauberlandeplatz, eine eigene Post und verwendet seit 2002 den Euro.

Zu den exterritorialen Besitzungen gehören: San Giovanni in Laterano, San Paolo fuori le Mura, Santa Maria Maggiore sowie der ehemalige päpstliche Sommerpalast in Castel Gandolfo. In diesen Gebieten gilt nicht italienisches, sondern vatikanisches Recht.

Ohne besondere Genehmigung, jedoch mit Zustimmung der Schweizergarde, kann man den Camposanto Teutonico, den Deutschen Friedhof links neben dem Petersdom, besuchen. Der Petersdom selbst ist frei zugänglich; die Vatikanischen Museen sind kostenpflichtig und gehören zu den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Berühmt sind die Stanzen Raffaels und die Sixtinische Kapelle mit Michelangelos Fresken. Für einen Besuch sollte man mindestens zwei Stunden einplanen.

Der Dom von St. Peter ist das größte christliche Kirchenbauwerk der Welt. Der unter Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert begonnene Bau erhielt im 16. Jahrhundert seine heutige Gestalt. Der Dom ist 186 m lang (mit Vorhalle 211,5 m), 114,7 m breit und 119 m hoch bis zum Scheitel der Kuppel. Auf einer Grundfläche von 15 160 m² finden rund 60 000 Menschen Platz; der Petersplatz fasst über 100 000 Besucher. Zu den wichtigsten Kunstwerken zählen die „Pietà“ von Michelangelo, der Papstaltar Berninis (1633), der „Schwarze Petrus“ und die Sacre Grotte Vaticane mit zahlreichen Papstgräbern.

Im Internet:
www.vatican.va
Virtueller Besuch der Sixtinischen Kapelle

Papstaudienzen: jeden Mittwoch um 9:00 oder 9:30 Uhr (je nach Jahreszeit). Eintrittskarten sind kostenlos erhältlich beim Deutschen Pilgerzentrum in der Via della Conciliazione 51 (Tel. 0039 06 689 71 97 oder 98, E‑Mail: pilgerzentrum@libero.it, www.pilgerzentrum.net) oder bei der Prefettura della Casa Pontificia (Tel. 0039 06 6988 3114).