Die Vielfalt italienischer Inseln
Je nach Quelle und Definition gehören zwischen über 200 und über 800 Inseln zum italienischen Staatsgebiet. Die wissenschaftlich umfassendste Zahl liegt bei über 800 Inseln, von denen etwa 80 bewohnt sind. Auf dieser Seite skizziere ich davon einige stichwortartig.
Inhaltsverzeichnis
- Inseln im Golf von Neapel
- Insel Elba
- Insel Giglio
- Insel Montecristo
- Ponza‑Inseln
- Tremiti‑Inseln
- Pelagische Inseln
- Insel Pantelleria
- Eolische / Liparische Inseln
- Egadische Inseln
- Insel Ustica
- Weitere besondere Inseln Italiens
Die Inseln im Golf von Neapel: Ischia – Capri – Procida
Capri – Hauptort: Capri, Fläche: 10,36 km², Einwohner: ca. 13 000.
Wegen der "Blauen Grotte" müssen Sie Capri nicht unbedingt besuchen – an der Amalfitana gibt es eine schönere (siehe Kampanien). Überhaupt: Auf Capri ist der Nepp zu Hause! Ich gebe aber zu, dass die Insel landschaftlich und "ausblicklich" wirklich faszinierend ist. Trotzdem – wenn Sie auf der Halbinsel von Sorrent urlauben, sollten Sie einen Besuch der Insel einplanen. www.capritourism.com
Ischia (sprich: Iskia) – Hauptort: Ischia, Fläche: 46,3 km², Einwohner: ca. 60 000.
Die Insel zum Wohlfühlen: Die Hotels bieten herrliche Gärten mit der jeweiligen
Jahreszeit entsprechender Blütenpracht, viele eigene Thermalschwimmbäder und
Kurabteilungen. Leider ist die Insel sehr stark verbaut, sodass man von der
ursprünglichen "Insel" nicht mehr allzu viel sieht.
Sehenswert sind die mächtige Festung der Aragonen, das zauberhaft
gelegene Sant’Angelo und die "Gärten des Poseidon" – Ischias größter Thermalpark
mit Thermal- und Meerwasserpools in einer herrlichen Gartenlandschaft in Forio
an der Westküste der Insel.
Ischia ist auf jeden Fall ein empfehlenswertes Reiseziel – mein Tipp:
im Frühjahr oder Herbst! Zu erreichen ist die Insel bequem von Neapel aus,
entweder mit Schnellbooten (Aliscafi) oder mit normalen Fähren (Piroscafi).
www.portanapoli.de/ischia mit weiteren Informationen über Ischia.
Und wer von Neapel nach Ischia nicht mit dem Schnellboot, sondern mit dem
"normalen" Schiff fährt, legt vorher auf Pròcida an.
Das ist Italien!
Keine Sehenswürdigkeiten ersten Ranges, kein Touristenrummel – nur das unverfälschte
italienische Lebensgefühl. Gutes Essen, freundliche Menschen und eine Insel, die sich
an warmen Tagen wie "Italien wie früher" erleben lässt.
Hauptort: Pròcida – einzige Siedlung, Fläche: 3,75 km², Einwohner: ca. 10 500.
www.portanapoli.de/procida
mit mehr Informationen über die Insel.
Ein paar Inselchen, mehr oder weniger bekannt
Die Insel Elba
Sie ist allseits bekannt und gehört zur Toskana. Elba umfasst 224 km², zählt rund 32 000 Einwohner, verfügt über etwa 12 000 Gästebetten in 300 Hotels und Pensionen sowie rund 15 000 Privatbetten. Jährlich besuchen etwa zwei Millionen Touristen die Insel – das entspricht einem Fünftel des gesamten Touristenaufkommens der Toskana, wobei mehr als die Hälfte davon Italiener sind. Die Küstenlänge beträgt 147 km. Hauptort ist Portoferraio (übersetzt: "Eisenhafen"). Bereits die Etrusker – etwa 800 bis 200 v. Chr. – bauten auf der Insel Eisenerz ab und verschifften es von Portoferraio ans Festland. Vom 4. Mai 1814 bis 26. Februar 1815 lebte Napoleon I. hier in Verbannung. Links – siehe Linkliste Italien
Die Insel Giglio
Diese kleine Insel liegt im Tyrrhenischen Meer südlich der Toskana. Von Porto
Santo Stefano bestehen Fährverbindungen. Giglio ist fast autofrei, beschaulich
und ruhig – ein idealer Tagesausflug. Auf der 21,21 km² großen Insel sind Autos
nicht gerne gesehen. Sie zählt rund 1 450 Einwohner, hat selten mehr als 15
Regentage pro Jahr und leidet unter Wassermangel.
Traurig berühmt wurde Giglio, als am 13. Jänner 2012 das italienische Kreuzfahrtschiff
„Costa Concordia“ mit einem Felsen an der Küste kollidierte. Das Schiff wurde
manövrierunfähig und vom Wind in Richtung Insel gedrückt. Unmittelbar nördlich
des kleinen Hafens lief es schließlich auf Grund und kippte mit der Zeit auf 65
Grad Schlagseite. Kapitän Francesco Schettino wollte einen Freund grüßen, der sich
zu jenem Zeitpunkt jedoch gar nicht in seinem Haus an diesem Küstenabschnitt befand.
Weitere Inseln in unmittelbarer Nähe von Giglio:
Capraia (19,5 km², ca. 400 Einwohner) und Gorgona (2,23 km²).
www.giglioinfo.it (deutsch)
Die Insel Montecristo
Bekannt wurde sie durch den Roman "Der Graf von Montecristo" von Alexandre Dumas. Montecristo gehört zur Toskana, ist jedoch touristisch nicht erschlossen, da sie weit draußen im Tyrrhenischen Meer liegt. Die Insel umfasst 10,39 km² und ist streng geschützt: Der Zugang ist stark limitiert und nur mit Genehmigung des Nationalparks möglich (max. ca. 2 000 Besucher pro Jahr). ein Link und noch einer
Die Ponza‑Inseln (Arcipelago Pontino)
Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Inseln vulkanischen Ursprungs vor der Küste von Latium. Die Bewohner leben von Weinbau, Fischfang und Tourismus. Die Hauptinsel Ponza ist acht Kilometer lang, umfasst 7,3 km² und hat im Hauptort Ponza rund 2 300 Einwohner. Vom Festland bestehen gute Fährverbindungen, auch mit Schnellbooten. www.portanapoli.de/ponza
Die Tremiti‑Inseln
Eine Inselgruppe nördlich der Halbinsel Gargano (Apulien) – ein Nationalpark mit schönen Wandermöglichkeiten. Die Inselgruppe mit rund 500 Einwohnern liegt etwa zwölf Meilen vor der Küste Apuliens. www.italia.it
Die Pelagischen Inseln
Die Inselgruppe besteht aus Linosa, Lampedusa und der unbewohnten Insel
Lampione – alle südlich von Sizilien gelegen. Auf der Insel
Lampedusa (20,2 km², 113 km von Tunesien, 150 km von Malta,
höchste Erhebung 133 m ü. A.) befindet sich ein Flughafen.
Trinkwasserquellen sind rar, die Vegetation ist karg, und die landwirtschaftlich
nutzbaren Flächen sind spärlich.
Weitere Informationen im Internet unter
lampedusa.de
Linosa liegt 161 km von Sizilien und 114 km von Pantelleria
entfernt, umfasst 5,43 km² und hat mit dem Monte Vulcano eine höchste Erhebung
von 195 m ü. A.
Die Insel Pantelleria
Sie gehört verwaltungsmäßig zu Sizilien (Provinz Trapani), ist 83 km² groß und
zählt rund 7 800 Einwohner. Die höchste Erhebung ist ein erloschener
Vulkankrater mit 836 m ü. A. Pantelleria liegt fast schon bei Tunesien und
beherbergt als südlichster Posten der NATO einen Stützpunkt. Trinkwasserquellen
fehlen weitgehend.
Am 11. Juni 1943 landeten hier amerikanische Truppen nach heftigem Beschuss der
Insel und begannen von Pantelleria aus ihren Feldzug gegen Hitlerdeutschland aus
dem Süden.
www.italien-inseln.de/pantelleria
Die Eolischen (zu Deutsch "Wind") oder auch Liparischen Inseln
Stromboli, Panarea, Salina, Vulcano, Lipari, Alicudi und Filicudi – erreichbar von Kalabrien (Vibo Valentia) oder von Sizilien. In der Nacht kann man vom Festland aus den noch aktiven Vulkan Stromboli erkennen. Die Inselgruppe zählt rund 13 800 Einwohner und gehört verwaltungsmäßig zu Sizilien (Provinz Messina).
Lipari ist die größte Insel (37,6 km², ca. 11 500 Einwohner) und besitzt Bimssteinbrüche. Die Stadt Salina hat eine lange Vergangenheit und bietet ein interessantes Museum sowie eine archäologische Zone. Auf Vulcano kann man in heißen Schwefelquellen im Meer baden (Achtung: Manche Badeanzüge und Badehosen lösen sich dabei auf!). Salina ist eine ruhige Ferieninsel, und auf Stromboli lockt der Vulkan: Ein besonderes Erlebnis ist der nächtliche Aufstieg zum Krater, um die glühende Lava zu sehen.
Ein sehr informativer Link mit Fotos: www.vulcan-stromboli.de
Die als nördlichster Punkt Siziliens geltende Insel Strombolicchio ist eine Miniinsel nordöstlich der Insel Stromboli. Im Bild sieht man Strombolicchio in der unteren Bildhälfte. Dahinter erhebt sich Stromboli, und im Dunst am Horizont von links nach rechts: Vulcano, Lipari und Salina (Bild Carsten Steger, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons).
Die Egadischen Inseln
Inseln westlich von Sizilien vor Trapani gelegen – ein wunderschönes
Tagesausflugsziel, bei Schönwetter vom Festland aus gut zu sehen. Die
Inselgruppe besteht aus Favignana, Levanzo, Marettimo sowie den kleineren
Inseln Formica und Maraone.
Favignana: 17 km von Trapani entfernt, 19 km² groß, rund
4 300 Einwohner. Besonders lohnend ist eine Rundfahrt entlang der zerklüfteten
Küste; im Norden bei der Punta Faraglioni befinden sich mehrere Grotten.
Levanzo: 4 km nördlich von Favignana und 15 km von Trapani
gelegen. Die Küste ist stark zerklüftet, Süßwasserquellen fehlen völlig. An der
Westküste liegt die Grotta del Genovese mit Graffiti und Wandmalereien aus dem
Paläolithikum und Neolithikum (10 000–5 000 v. Chr.).
www.isoleegadi.it
Die Insel Ustica
Einsam im Tyrrhenischen Meer nördlich von Sizilien gelegen; sie gehört zur
Provinz Palermo, ist 8,6 km² groß und zählt rund 1 300 Einwohner. In der Nähe
der Insel kam es 1980 zum Absturz einer Alitalia‑Maschine (über 80 Tote); die
Ursache ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
www.italien-inseln.de/ustica.html
Weitere besondere Inseln Italiens
Isola di Mozia (Motya)
Eine kleine Insel in der Lagune von Marsala befindet sich an der Westküste Siziliens.
Einst war die Insel als phönizisches Zentrum von großer Bedeutung.
Berühmt ist der „Giovane di Mozia“, eine der eindrucksvollsten Skulpturen Siziliens.
Die Insel ist ein besonderer Tipp für kulturinteressierte Reisende.
Isola di San Pietro
Die Insel liegt vor der südwestlichen Spitze von Sardinien. Die Bewohner sprechen
„Tabarchino“, einen ligurischen Dialekt – eine sprachliche Besonderheit mitten im
Mittelmeer. „Tabarchino“ wurde in Spanien auf der Insel Nueva Tabarca, etwa zwanzig
Kilometer von Alicante entfernt, gesprochen und ursprünglich in Tabarca im heutigen
Tunesien, von dem sie auch ihren Namen hat.
Hauptort ist Carloforte, bekannt für Thunfischfang und die traditionelle Tonnara.
Asinara
Nationalpark im Nordwesten Sardiniens, berühmt für seine weißen Albino‑Esel.
Bis 1997 war die Insel ein Hochsicherheitsgefängnis. Das Bild zeigt Cala d'Olvia. Es war einst
Teil des Asinara-Gefängnisses als Gefängnisabteilung. Heute ist es Teil des Asinara-Nationalparks,
einem Naturparadies mit streng reguliertem Zugang.
Pianosa
Eine flache Insel des Toskanischen Archipels, jahrzehntelang wegen eines Gefängnisses gesperrt.
Heute nur eingeschränkt zugänglich – ideal für Besucher, die Ruhe und Ursprünglichkeit suchen.
Isola Bisentina & Isola Martana
Zwei Inseln im Bolsena‑See (Latium). Bisentina diente Päpsten als Rückzugsort,
Martana ist mit der Legende um die gotische Königin Amalasuntha verbunden.
Seltene Beispiele für italienische Binneninseln.
Isola di Tavolara
Eine spektakuläre Kalksteininsel vor Sardinien, die sich selbst als „kleinstes Königreich der Welt“
bezeichnet. Beliebt bei Tauchern und Naturfreunden.
Burano
Teil der Lagune von Venedig, berühmt für seine farbenfrohen Häuser und die Spitzenstickerei.
Fotografisch ein Highlight und ein beliebtes Ausflugsziel.