Urbino – Palazzo Ducale und Dom, Marken, Italien

Die Vielfalt italienischer Inseln

Blick über Capri nach Osten, im Hintergrund die Halbinsel von Sorrent © Bilal EL‑Daou / pixabay.com

Je nach Quelle und Definition gehören zwischen über 200 und über 800 Inseln zum italienischen Staatsgebiet. Die wissenschaftlich umfassendste Zahl liegt bei über 800 Inseln, von denen etwa 80 bewohnt sind. Auf dieser Seite skizziere ich davon einige stichwortartig.

Inhaltsverzeichnis

Die Inseln im Golf von Neapel: Ischia – Capri – Procida

Capri – Hauptort: Capri, Fläche: 10,36 km², Einwohner: ca. 13 000.

Wegen der "Blauen Grotte" müssen Sie Capri nicht unbedingt besuchen – an der Amalfitana gibt es eine schönere (siehe Kampanien). Überhaupt: Auf Capri ist der Nepp zu Hause! Ich gebe aber zu, dass die Insel landschaftlich und "ausblicklich" wirklich faszinierend ist. Trotzdem – wenn Sie auf der Halbinsel von Sorrent urlauben, sollten Sie einen Besuch der Insel einplanen. www.capritourism.com

Ischia (sprich: Iskia) – Hauptort: Ischia, Fläche: 46,3 km², Einwohner: ca. 60 000.

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Blick auf die 'Gärten des Poseidon' – Ischias größtem Thermalpark.

Die Insel zum Wohlfühlen: Die Hotels bieten herrliche Gärten mit der jeweiligen Jahreszeit entsprechender Blütenpracht, viele eigene Thermalschwimmbäder und Kurabteilungen. Leider ist die Insel sehr stark verbaut, sodass man von der ursprünglichen "Insel" nicht mehr allzu viel sieht.
Sehenswert sind die mächtige Festung der Aragonen, das zauberhaft gelegene Sant’Angelo und die "Gärten des Poseidon" – Ischias größter Thermalpark mit Thermal- und Meer­wasser­pools in einer herrlichen Gartenlandschaft in Forio an der Westküste der Insel.
Ischia ist auf jeden Fall ein empfehlenswertes Reiseziel – mein Tipp: im Frühjahr oder Herbst! Zu erreichen ist die Insel bequem von Neapel aus, entweder mit Schnellbooten (Aliscafi) oder mit normalen Fähren (Piroscafi).

www.portanapoli.de/ischia mit weiteren Informationen über Ischia.

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Die Insel Procida im Golf von Neapel.

Und wer von Neapel nach Ischia nicht mit dem Schnellboot, sondern mit dem "normalen" Schiff fährt, legt vorher auf Pròcida an.
Das ist Italien!
Keine Sehenswürdigkeiten ersten Ranges, kein Touristenrummel – nur das unverfälschte italienische Lebensgefühl. Gutes Essen, freundliche Menschen und eine Insel, die sich an warmen Tagen wie "Italien wie früher" erleben lässt.
Hauptort: Pròcida – einzige Siedlung, Fläche: 3,75 km², Einwohner: ca. 10 500. www.portanapoli.de/procida mit mehr Informationen über die Insel.



Ein paar Inselchen, mehr oder weniger bekannt

Die Insel Elba

Sie ist allseits bekannt und gehört zur Toskana. Elba umfasst 224 km², zählt rund 32 000 Einwohner, verfügt über etwa 12 000 Gästebetten in 300 Hotels und Pensionen sowie rund 15 000 Privatbetten. Jährlich besuchen etwa zwei Millionen Touristen die Insel – das entspricht einem Fünftel des gesamten Touristenaufkommens der Toskana, wobei mehr als die Hälfte davon Italiener sind. Die Küstenlänge beträgt 147 km. Hauptort ist Portoferraio (übersetzt: "Eisenhafen"). Bereits die Etrusker – etwa 800 bis 200 v. Chr. – bauten auf der Insel Eisenerz ab und verschifften es von Portoferraio ans Festland. Vom 4. Mai 1814 bis 26. Februar 1815 lebte Napoleon I. hier in Verbannung. Links – siehe Linkliste Italien

Die Insel Giglio

Die Inseln des toskanischen Archipels. Created by NormanEinstein, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Diese kleine Insel liegt im Tyrrhenischen Meer südlich der Toskana. Von Porto Santo Stefano bestehen Fährverbindungen. Giglio ist fast autofrei, beschaulich und ruhig – ein idealer Tagesausflug. Auf der 21,21 km² großen Insel sind Autos nicht gerne gesehen. Sie zählt rund 1 450 Einwohner, hat selten mehr als 15 Regentage pro Jahr und leidet unter Wassermangel.
Traurig berühmt wurde Giglio, als am 13. Jänner 2012 das italienische Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ mit einem Felsen an der Küste kollidierte. Das Schiff wurde manövrierunfähig und vom Wind in Richtung Insel gedrückt. Unmittelbar nördlich des kleinen Hafens lief es schließlich auf Grund und kippte mit der Zeit auf 65 Grad Schlagseite. Kapitän Francesco Schettino wollte einen Freund grüßen, der sich zu jenem Zeitpunkt jedoch gar nicht in seinem Haus an diesem Küstenabschnitt befand.
Weitere Inseln in unmittelbarer Nähe von Giglio: Capraia (19,5 km², ca. 400 Einwohner) und Gorgona (2,23 km²). www.giglioinfo.it (deutsch)

Die Insel Montecristo

Bekannt wurde sie durch den Roman "Der Graf von Montecristo" von Alexandre Dumas. Montecristo gehört zur Toskana, ist jedoch touristisch nicht erschlossen, da sie weit draußen im Tyrrhenischen Meer liegt. Die Insel umfasst 10,39 km² und ist streng geschützt: Der Zugang ist stark limitiert und nur mit Genehmigung des Nationalparks möglich (max. ca. 2 000 Besucher pro Jahr). ein Link und noch einer

Die Ponza‑Inseln (Arcipelago Pontino)

Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Inseln vulkanischen Ursprungs vor der Küste von Latium. Die Bewohner leben von Weinbau, Fischfang und Tourismus. Die Hauptinsel Ponza ist acht Kilometer lang, umfasst 7,3 km² und hat im Hauptort Ponza rund 2 300 Einwohner. Vom Festland bestehen gute Fährverbindungen, auch mit Schnellbooten. www.portanapoli.de/ponza

Die Tremiti‑Inseln

Eine Inselgruppe nördlich der Halbinsel Gargano (Apulien) – ein Nationalpark mit schönen Wandermöglichkeiten. Die Inselgruppe mit rund 500 Einwohnern liegt etwa zwölf Meilen vor der Küste Apuliens. www.italia.it

Die Pelagischen Inseln

Die Inselgruppe besteht aus Linosa, Lampedusa und der unbewohnten Insel Lampione – alle südlich von Sizilien gelegen. Auf der Insel Lampedusa (20,2 km², 113 km von Tunesien, 150 km von Malta, höchste Erhebung 133 m ü. A.) befindet sich ein Flughafen. Trinkwasserquellen sind rar, die Vegetation ist karg, und die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen sind spärlich.
Weitere Informationen im Internet unter lampedusa.de
Linosa liegt 161 km von Sizilien und 114 km von Pantelleria entfernt, umfasst 5,43 km² und hat mit dem Monte Vulcano eine höchste Erhebung von 195 m ü. A.

Die Insel Pantelleria

Sie gehört verwaltungsmäßig zu Sizilien (Provinz Trapani), ist 83 km² groß und zählt rund 7 800 Einwohner. Die höchste Erhebung ist ein erloschener Vulkankrater mit 836 m ü. A. Pantelleria liegt fast schon bei Tunesien und beherbergt als südlichster Posten der NATO einen Stützpunkt. Trinkwasserquellen fehlen weitgehend. Am 11. Juni 1943 landeten hier amerikanische Truppen nach heftigem Beschuss der Insel und begannen von Pantelleria aus ihren Feldzug gegen Hitlerdeutschland aus dem Süden.
www.italien-inseln.de/pantelleria

Die Eolischen (zu Deutsch "Wind") oder auch Liparischen Inseln

Die Liparische Inselgruppe. Blick von Lipari auf Vulcano und den Vulcanello. © andrea.pacelli, CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons.

Stromboli, Panarea, Salina, Vulcano, Lipari, Alicudi und Filicudi – erreichbar von Kalabrien (Vibo Valentia) oder von Sizilien. In der Nacht kann man vom Festland aus den noch aktiven Vulkan Stromboli erkennen. Die Inselgruppe zählt rund 13 800 Einwohner und gehört verwaltungsmäßig zu Sizilien (Provinz Messina).

Lipari ist die größte Insel (37,6 km², ca. 11 500 Einwohner) und besitzt Bimssteinbrüche. Die Stadt Salina hat eine lange Vergangenheit und bietet ein interessantes Museum sowie eine archäologische Zone. Auf Vulcano kann man in heißen Schwefelquellen im Meer baden (Achtung: Manche Badeanzüge und Badehosen lösen sich dabei auf!). Salina ist eine ruhige Ferieninsel, und auf Stromboli lockt der Vulkan: Ein besonderes Erlebnis ist der nächtliche Aufstieg zum Krater, um die glühende Lava zu sehen.

Ein sehr informativer Link mit Fotos: www.vulcan-stromboli.de

Die als nördlichster Punkt Siziliens geltende Insel Strombolicchio ist eine Miniinsel nordöstlich der Insel Stromboli. Im Bild sieht man Strombolicchio in der unteren Bildhälfte. Dahinter erhebt sich Stromboli, und im Dunst am Horizont von links nach rechts: Vulcano, Lipari und Salina (Bild Carsten Steger, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons).

Luftbild von Stromboli und Strombolicchio (Ansicht von Nordosten)

Die Egadischen Inseln

Inseln westlich von Sizilien vor Trapani gelegen – ein wunderschönes Tagesausflugsziel, bei Schönwetter vom Festland aus gut zu sehen. Die Inselgruppe besteht aus Favignana, Levanzo, Marettimo sowie den kleineren Inseln Formica und Maraone.
Favignana: 17 km von Trapani entfernt, 19 km² groß, rund 4 300 Einwohner. Besonders lohnend ist eine Rundfahrt entlang der zerklüfteten Küste; im Norden bei der Punta Faraglioni befinden sich mehrere Grotten.
Levanzo: 4 km nördlich von Favignana und 15 km von Trapani gelegen. Die Küste ist stark zerklüftet, Süßwasserquellen fehlen völlig. An der Westküste liegt die Grotta del Genovese mit Graffiti und Wandmalereien aus dem Paläolithikum und Neolithikum (10 000–5 000 v. Chr.).
www.isoleegadi.it

Die Insel Ustica

Einsam im Tyrrhenischen Meer nördlich von Sizilien gelegen; sie gehört zur Provinz Palermo, ist 8,6 km² groß und zählt rund 1 300 Einwohner. In der Nähe der Insel kam es 1980 zum Absturz einer Alitalia‑Maschine (über 80 Tote); die Ursache ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
www.italien-inseln.de/ustica.html


Weitere besondere Inseln Italiens

Isola di Mozia (Motya)
Eine kleine Insel in der Lagune von Marsala befindet sich an der Westküste Siziliens. Einst war die Insel als phönizisches Zentrum von großer Bedeutung. Berühmt ist der „Giovane di Mozia“, eine der eindrucksvollsten Skulpturen Siziliens. Die Insel ist ein besonderer Tipp für kulturinteressierte Reisende.

Isola di San Pietro
Die Insel liegt vor der südwestlichen Spitze von Sardinien. Die Bewohner sprechen „Tabarchino“, einen ligurischen Dialekt – eine sprachliche Besonderheit mitten im Mittelmeer. „Tabarchino“ wurde in Spanien auf der Insel Nueva Tabarca, etwa zwanzig Kilometer von Alicante entfernt, gesprochen und ursprünglich in Tabarca im heutigen Tunesien, von dem sie auch ihren Namen hat.
Hauptort ist Carloforte, bekannt für Thunfischfang und die traditionelle Tonnara.

Cala d'Oliva auf Asinara, Sardinien. © Tomi, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Asinara
Nationalpark im Nordwesten Sardiniens, berühmt für seine weißen Albino‑Esel. Bis 1997 war die Insel ein Hochsicherheitsgefängnis. Das Bild zeigt Cala d'Olvia. Es war einst Teil des Asinara-Gefängnisses als Gefängnisabteilung. Heute ist es Teil des Asinara-Nationalparks, einem Naturparadies mit streng reguliertem Zugang.

Pianosa
Eine flache Insel des Toskanischen Archipels, jahrzehntelang wegen eines Gefängnisses gesperrt. Heute nur eingeschränkt zugänglich – ideal für Besucher, die Ruhe und Ursprünglichkeit suchen.

Isola Bisentina & Isola Martana
Zwei Inseln im Bolsena‑See (Latium). Bisentina diente Päpsten als Rückzugsort, Martana ist mit der Legende um die gotische Königin Amalasuntha verbunden. Seltene Beispiele für italienische Binneninseln.

Isola di Tavolara
Eine spektakuläre Kalksteininsel vor Sardinien, die sich selbst als „kleinstes Königreich der Welt“ bezeichnet. Beliebt bei Tauchern und Naturfreunden.

Burano
Teil der Lagune von Venedig, berühmt für seine farbenfrohen Häuser und die Spitzenstickerei. Fotografisch ein Highlight und ein beliebtes Ausflugsziel.